Druckschrift 
2 (1825)
Entstehung
Seite
150
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Sendschreiben v. d.

Meister Zeugniß geben: den sie sind flüchtig wie«in Gedanke/ nnd schön, wie von der Handder Gratieu ausgeführet. Die nächsten nach die-sen sind zwei Stüke/ die zusanimengehöreten/von etwas größeren Figuren/l) wo auf dem einenein junger Satyr ein Mädchen küsse» will/und auf dein andern ist ein alter Satyr in ei-nen Hermaphroditen verliebet. Wohllüstiger kauAichtS gedacht/ und schöner nichts gemalet sein.^)Ausserdem sind einige Frucht-und Blumenstükejn dieser Art Malerei unverbesserlich.

§. 47. Wir können hieraus den Schluß macheu:Wen an einem Orte/ wie Herculanum war/und auf Mauern in Häusern / so ausnehmend eStüke gewesen: wie vollkommen müßen dieWerke der großen und berühmten griechi-schen Maler in den besten Zeiten gewesensein? Näher zu der Nichtigkeit dieses Schlusseswerden wir auch hier durch augenscheinliche Be-weise an vier Gemälden geführet/ welche zwar zuStabia gefunden/ aber nicht daselbst gemalet sind.ES wurden dieselben/ zwei und zwei, mit der um-gekehrten Seite der Mauer auf einander geleget/auf dem Boden des Zimmers gedachter Villa / ander Mauer angelehnet gefunden/ nnd waren also an-derwärts ausgesäget/ und weggenommen/ vielleichtin Griechenland/ und hieher gebracht/ um in dieMauer des Zimmers eingesezet zu werden/ da der ein-brechende AuSwurf dieses verhinderte. Dieses isteine Entdekung/ welche zn Ende des vorigen t76iHahrS gemachet worden. Die Figuren sind etwa vonanderthalb Spannen mit dem größten Fleisse/ mehrals irgend eines von den vorher entdeketen ausgeführet/

1) 6'^icol. t. l. tav. : 5 — 16.

2) LSiehe unten die Nachrichten zc. §.65.)