Sendschreiben v. d.
das' Theater der Stadt Herculanum. ES hat das-selbe 13 Reihen Size/ einen jeden zü 4 römi-schen Palmen breit/ und einen in der Höhe/ und 'sie sind aus einer Art vonTnfo gehauen/ nicht ausharten Steinen/ wie Martorelli angibt. Überdiese Size erhob sich ein PorticuS/ und unterdemselben waren 3 andere Reihen Size. Zwischenden untern Sizen sind 7 besondere Ausgingezur Bequemlichkeit/ welche Vomi^ri.-, heissen. DerDurchmesser des untern SizeS ist 62 neapelschePalmen/ und man hat gefunden/ anderthalb Pal-me auf die Person gerechnet/ daß in diesem Theater350» Menschen sizen könne»/ ausser denjenigen/ diein der Arena oder der Cavea Plaz hatten. Die-ser innere Plaz war mit starken Platten von Gi-allo autieo gepflastert/ wie man noch an einigenSpuren siehet/ die zum Denkmale übrig gelassen sind.Die gewölbeten Gänge unter den Sizen waren mit ,weissem Marmor beleget/ wie die Spuren zeigen/und die Cornische/ welche in denselben umhergehet/ ist noch von Marmor übrig.
§. 3<i. Oben ans dem Theater stand eine Qu a-driga,- das ist/ ein Wagen mit vier Pferdenbespannet/ nebst der Figur der Person auf demsel-ben in Lebensgröße/ alles von vergoldetem Erzte /und man siehet noch izo die Base von weissem Mar-mor/ auf welcher dieses Werk stand. Einige be-haupten/ daß es drei Bigä gewesen/ oder dreiWagen/ jeder mit zwei Pferden/ und diese Un-gewißheit zeuget von der Dumheit derjenige»/ diean dieser Entdekung Hand hatten. Diese Werkesind/ wie leicht zu erachten ist/ von der Lava um- >geworfen/ zerdrüket/ und zerstüket/ aber es fehletebei der Entdeknng kein Stük an denselben. Wieverfuhr man aber mit diesen kostbaren Trümmern?