i-w Sendschreiben v. d.
ß.35. Diejenige»/ welche völl ig au fgede ketevier Mauern verschüttet gewesener Woynungen se-hen wollen/ können nach Pompeji gehen; aber manwill sich nicht so viel bemühen: dieses bleibet nurfür die Engeländer. An diesem Orte kan manalso verfahren/ den die ganze Stadt ist mit einemwenig fruchtbaren Erdreiche bedeket/ und da vor Al-ters an diesem Orte der köstlichste Wein wuchS/so tragen izo die daselbst bepflanzeten Weinberge we-nig ei»/ und es' ist kein großer Schade/ dieselbigenzu verwüsten. Man spüret auch hier mehr/ als anandern Orten in selbiger Gegend/ eine schädlicheAusdünstung/ welche Muffeta heisset/ und allesverdorret/ so wie ich eS an einem Haufen Ulmbäu-men fand / die ich vor fünf Jahren frisch und grüngesehen hatte. Diese Ausdünstung ist insgemein derVorbote von einem nahen Ausbruche des BergeS/und äussert sich zuerst in Kellern; vor dem leztenAuSbruche fielen einige Menschen/ beim Eintritteindie Keller ihrer Häuser/ auf der Stelle todt nieder.
s. 36. Man erstehet aus dieser Nachricht vonden Anstalten zu Entdekung dieser Orte/ daß mitsolcher Schläfrigkeit annoch für die Nachkommen imvierten Gliede zu graben und zu finden übrig blei-ben werde. Mit noch geringern Kosten könte manvielleicht eben so große Schäze finde»/ wen man zuPozzuolo/ zu Bajä/ zu Cunia und zu Mise-num graben wollte; den hier waren die prächti-Sen Villen der großen Nömer. Aber der Hofbegnügete sich mit den gegenwärtigen Entdekungen/und für sich darf niemand eine merkliche Gruft ma-chen. ES sind sogar noch unbekante Gebäude andiesen Orten; wie den ein englischer SchisScapitän/da er in dieser Gegend lag / unter Bajä einen gro-ßen prächtigen Saal unter der Erde entdekete/ inwelchen man nur zu Wasser gelangen kan. In dem-