Druckschrift 
2 (1825)
Entstehung
Seite
139
Einzelbild herunterladen
 

hcreul. Entdck.

Ü39

ZU/ wo dieses möglich/ und die Etttdekung der Ko-sten würdig gewesen wäre/ und man hat übel ge-> thau, sich zu begnügen/ die Size zu entdeken/welche man sich aus so vielen alten Theatern vor-stellen konte; die Scena selbst aber/ als das vor-nehmste Theil/ wovon wir keine anschauliche Kent-niß haben/ bedeket und verschüttet zu lassen.Unterdessen ist auch izo Hand angeleget/ diesem Ver-langen ein Genüge zu thu»/ und es sind die Stie-gen/ welche aus der Arena oder der Platea zurScena führen/ entdeket. ES könte also das her-culanische Theater wenigstens unter der Erde mitder Zeit völlig gesehen werden.

§. Was aber die Aufdekung der ganzenStadt betrist/ gebe ich denen, die dieses wünschen/zu überlegen/ daß/ da die Wohnungen durch dieungeheure Last der Lava erdrüket worden/ man, nichts als die Mauern sehen würde. Da man fer-ner diejenigen Wände/ welche bemalet waren/ umdas Gemalete nicht der Lust und dem Wetter preiszu geben / weggenommen/ so würden die besten Häu-ser cingerissc» zu sehen sein / und die Mauern vonden schlechtesten Wohnungen wären stehen geblieben.Nächstdem ist leicht zu begreife»/ was für ein un-geheurer Aufwand es gewesen sein würde / alle Lavawegzusprengen/ und alles theils versteinerte/ theilsanderes Erdreich anSzugrabcn und wegzuführen; undzu was für Nuzen? — Zerstörete alte Mau-ern zu sehen. Und endlich hätte man/ um ei-niger »»zeitig Neugierigen Lust zu stillen/ eine ganzwohl gebauete und stark bewohnete Stadtverstören müßen/ um eine verstörete Stadtund einen Haufen Steine an das Licht zu brin-' gen. Die gänzliche A»fdcku»g des Theaters aberwürde nichts koste»/ als den Garten der AugustinerBarfüßer/ unter welchem eS stehet.