12» Sendschreiben v. d.
graben, weil man dort keine Lava zu überwindenhatte. Nirgend gehet man mit größerer Zuversicht/als in Pompeji/ weil man gewiß weiß/ man gehe >Schritt vor Schritt in einer großen Stadt/ unddie Hauptstraße ist gefunden/ welche in schnurgera-der Linie fortgehet. Bei aller dieser Gewißheit/Schäze/ die uusern Voreltern nicht bekaut gewesen/zu finden/ wird das Werk sehr schläfrig getrieben/und es sind an allen nnterirdischen Orten zusammennicht mehr als >50 Arbeiter/ die Sclaven von Algierund Tunis mitgerechnet/ vertheilet; und eine großeStadt/ wie Pompeji ist/ auSzugraben/ fand ich aufmeiner lezten Reise nur 8 Menschen beschäftiget.
§.^2. Die Art und Weise/ mit welcher manim Nachgraben verfahret/ ist so beschaffen/ daß nichtleicht eine Hand breit Übergängen werden kaii. Manfolget dem Hauptgange in gerader Linie/ und ausdemselbeu gehet man auf beiden Seiten heraus / und ,wen ein Raum in'S Gevierte von 6 Palmen nachallen Seiten auSgegraben und durchsuchet ist/ wirdgegenüber ein Raum von gleicher Große auSgegra-ben/ und das Erdreich aus diesem wird in denRaum gegenüber geführet / theils um die Kosten zuersparen/ theils um das Erdreich durch Ansüllnngzu uuterstüzen/ und so verführet man wechfelSweise.
§. 3,j. Ich weiß/ daß Auswärtige sowohl alsRe isende/ die dieses alles wie im Vorbeigehen se-hen oder sehen können/ wünschen/ daß nichts möchtemit Erdreich angefüllet werden/ sonder» daß man/wie in gedachten Grundrissen/ die ganze unterir-dische Stadt Herculanum aufgedeket möchte liegensehen. Man tadelt den schlechten Geschmak desHofeS nnd derjenigen/ die über diese Arbeit gesezetsind; aber dieses ist ein Urtheil nach den ersten Ein- ^drüken / ohne gründliche Untersuchung des OrtS undanderer Umstände. Von dem Theater gebe ich es