522 Sendschreiben v. d.
durch Menschenhände gesezcr waren / nicht hätte kön-nen angebauet werden. Dem Einwürfe/ welchenjemand machen könte/ daß vielleicht das alte Hercu-lanum imErdbeben gesunken sei/ scheinet die ordent- ^liche Lage der Gebäude zu widersprechen/ und eswird damals / als das Ungliik diese Stadt betraf/von keinem so heftigen Erdbeben gemeldet/ daß eseine ganze Stadt verschlingen können. Und wendieses anzunehmen wäre/ würde es vor dem AuS-!>ruche des Berges geschehen sein/ und es hätte alsoZie Asche desselben nichts bedeken können; den dasErdbeben gehet nur vor dem AuSbrnche vorher/ undfolget niemals auf denselben.
Z. i u Von einein hohen WachStume und Falledes Meeres finden fich deutliche Beweise an denSäulen im Foro des Tempels deS AsknlapiuS/andere wollen des BakchuS/ zu Pozzuolo. DiesesGebäude lieget auf einer ziemlichen Anhöhe / einigefünfzig Schritte vom Meere/ muß aber ehemals völlig ^vom Wasser überschwemmet gewesen sein: dendie Säulen nicht allein / welche liegen/ sondern auchwelche noch stehen/ sind von einer länglichten See-muschel durchbohret und durchlöchert. Dieses istsonderlich au Säulen von dem härtesten ägyptischenGranite erstaunend zu sehen/ welche als ein Siebdurchgearbeitet sind ; in vielen Löchern steken nochdie Schalen. Die Muschel heisset DaktulnS/ von, der Finger/ weil sie die Gestalt/ dieDike und Länge desselben hat. Ehe dieselben denStein haben angreifen können/ ist voranSzufezen/daß diese Säulen geraume Zeit vom Wasser auSge-fressen worden/ um ihnen einen Weg zu machen/sich hineinzusezen. Diese Muschel sezet sich/ wensie ganz jung ist und ohne Schale/ in eine Of- Znung deS Steins/ bekleidet sich daselbst mit derSchale/ und drehet sich mit derselben/ durch Hülfe