Druckschrift 
2 (1825)
Entstehung
Seite
111
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ncuesr. hercul. Entdck. m

That ungewöhnlich geringe Einsicht konte ich mich nichtgenug verwundern. Ehe ich seine angegebenen Gründebeantwortete/ fragete ich ihn, auf was Art er wohlglaube / daß die alcen Bildhauer die lezte Handan ihre Arbeit geleget hätten? Wahrscheinlich/ ver-sezete er, war ihre Methode die nämliche/ die wiranwenden - nämlich mit dem Bimsstein die leztePolitur zu geben: wobei er zugleich den Antinous,oder/ wie ich ihn lieber nennen würde/ den Meleagerim Belvedere/ anführete. Dieses lokete ich ihm her-aus/ um ihn desto besser zu beschämen. Auf seine ersteUrsache antwortete ich ihm also/ daß die alten Bild-hauer wirklich Arbeiten mit dem Zahneisen verferti-get haben/ wie am Fußgestelle desLaokoon deutlich zusehen sei. Daß sie sich dieses Instruments/ welchesaus mehreren/ durch ein Heft verbundenen Eisenbestand/ bedieneten/ siehet man auf dem Grabsteinedes Steinmezen und Baumeisters Aper im Cam-pidoglio. WaS den andern Einwurf betrift/ wor-über sich der Bildhauer viel zu gute that/ so gabich ihm z»/ daß der in den Augen ausgebrütete Blikin der That nur an wenig Statuen der Gottheitenoder anderer Ideale gefunden werde; man könne aberdarum nicht behaupten/ an gar keiner. Man mußwissen/ daß solche Augen eine Künstelei sind/ die am

t) Dieser Grabstein wurde aus dem Janiculus gesunde»,und von dort >» die Vaticanischen Gärten gebracht, Vonwo er auf Befehl Benedicts XIV. in's cavitolinischeMuseum kam. Mehrere Altertumsforscher haben densel-ben erläutert. ?l v e r war weder Steinha » er noch A r ch i-tekt; er war blos V er Messer von Gebäuden. Derglei-chen Vauvermesser kommen in mehreren Inschriften vor.Plinins der Iii»gere, (I> ><>. op'>5t, 28.) und die römi-schen Geseze in den Pandekte» sl. ii-til, 6.) spreche»von diesem Amte, und Ulpian im lezte» Geseze unter-scheidet de» Bern,csser ausdruklich von dem Bau-meister. Fea.