Druckschrift 
2 (1825)
Entstehung
Seite
49
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neuest, hercul. Emdek.

Kunst anbelanget/ so geben die Herren der Akademievor/ die Malerei sei » «.emper!,, d. i. mit Leim-farben auf trokenem Grunde geinachet/ undverlassen sich hierin vornehmlich auf das Ansehen desköniglichen Baumeisters' Ludwig Vanvitelli,der in seiner Jugend auch den Pinsel geführet hat;aber hierzu werden wohl einige Beweise mehr erfor-dert. Nun weih ich aber gewiß, daß man mit demalten gemaleten Überzüge nicht die geringste chemischeUntersuchung angestellet hat/ welches doch das ein-zige sichere Mittel ist/ in der Sache Gewißheit zuerlangen. Man hätte wenigstens sagen sollen/ daßHie Farbe durch Reiben von der Mauer abginge; da-mit hätte man sich so im allgemeinen begnüget. Jzokan man aber keinen Versuch mehr machen / weil dieGemälde übersirnißet sind. ES ist bekant/ daß derFirniß die Eigenschaft hat/ die Farben zusehendsabzulösen/ dergestalt/ daß der Achilles l) Gefahrläuft/ in einigen Jahren ganz vernichtet zu sein. DerHauptgrund/ worauf sich diese Meinung stüzet/ istdieser/ daß sich die Farben ablösen/ und daß man diePinselstriche erhoben bemerket/ weü man die Gemäldegegen das Licht hält. Allein sowohl das eine alsdas andere bemerket man auch in denStanzen des R a-phael im Vatiean: und an der aldobrandinischenHochzeit/ die in den alten Bädern des TituS ge-funden worden/ kan man mit der Hand die Pinsel-striche fühlen. Ich will es nicht bestreiten/ daß sichdie Gemälde auf trokenen Gründen nicht auch erhal-ten köiiten; den ich fand den Beweis des Gegen-theils an einer vor kurzem iu einein Weinberge auS-gegrabenen Figur/ die einen ganzen Monat lang derLuft auSgesezet war/ ohne sich zu verändern/ wie eswenigstens der/ welcher sie ausgegraben hatte/ ver-

Z) ?IU»rL ä'Lrcsl-mo, t. l. F. Fe«.Winckclman. 2. 3