Druckschrift 
2 (1825)
Entstehung
Seite
21
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neuest, hercul. Entdek. 21

Bequemlichkeit/ die ich genieße/ ist mir mein Ent-wurf über die Schriftrollen ab Handen gekommen;vielleicht findet er sich für ein andermal vor.Jzo will ich Ihnen etwas von der Art melde»/wie man die Handschriften entwikelt/ wo-von ich/ wie mir däuchet/ noch nichts erwähnet habe.

§. 6. Die Maschine/auf welcher gearbeitet wird/ istein kleiner Tisch/ auf die Artgemachet/ wieeineHeft-lade der Buchbinder. Dieses Tischlein drehet sich aufeiner hölzernen Schraube/ die ilimzum Fuße dienet;cs bestehet aus zwei Blättern; das unterste ist derTisch/ worauf gearbeitet wird; das oberste,- welchesschmäler und dünner ist/ hat fünf oder sechs schmaleEinschnitte/ in Form eines Rostes. Durch dieseEinschnitte werden sehr feine Fäden von unge-zwirnter Seide in die Höhe gezogen/ und an hölzerneWirbel befestigt/ um sie nachlassen und anspannen zukönne»/ wie die Saiten an einem musikalischen In-strumente; dieser Tisch ka»/ mittelst zweier hölzer-ner Schraube»/ in die Höhe gezogen und nieder-gelassen werde». An ein Stük der Handschriftwerden ganz kleine Streifen Blase/ wie die Gold-schläger gebrauche»/ die aber noch einmal gespaltenwird/ damit sie recht fein werde/ mit Leim ange-klebet/ und mit Hülfe der seidene» Fäde»/ die ebenso mit Leim daran befestiget und um die Wirbelgewunden sind/ und die nach und nach angezogenwerde»/um einBlatt von dem andern zu trenne».Auf dem Tische sind zwei eiserne Stangen ange-bracht/ deren Obertheile wie ein halber Mond aus-gehöhlet sind/ auf denen die Handschrift ruhet/ unddie mit Baumwolle gefüttert sind/ damit sichsolche nicht reibet und Schaden leidet.

s. 7. Die Geschwindigkeit/ mit der ich so gernIhre angenehme Zuschrift sogleich beantworte» will/erlaubet mir nicht/ erst Bücher zu Rathe zu ziehe»/