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KindeMüchlein.
Zungen Kindern fieissigmeiden / sintemal sie sehr kühlen/vnd offrmals andere gefährliche schwere Hauptkranckhei-ten erregen/ darumb daßtri^s vnd oarcorica den jun-gen Kindern all zu starck sind. Am allersichersten ist ihnenfrisch Dillenöhl vMb den Schlaff vnd ^>ttrn geschmieret.DieAmme soll einfeuchtendes vnd kühles Di^t halten.Odernimb Frawenmilch/Rosenöhl vndVwlenöhl/ver-mische es/ vnd salbe dem Kmde die Stirn vnd Schlaff»So die Kmder wegen Hitze nicht schlaffen kennen / vimbSeeblumen/Weidenblätter/Rebenblätter/Magsamen-köpffemitdem Samen/ jedes edie Hand voll/ laß e6 in ei-ner Maß Wasser sieden / vnd wenn es laulichr wird / setzedas Kmdmlt denFüssen darem/die streich abwärts/alsoauch die Arm von^en Achseln zu den Ellenbogen.Dlßistofft bewährt / auch viel sicherer / als wenn etwas an dieStirn gestrichen würde.
Vom Fieber.
So das Kind ein Fieber bekäme/ soll die Amme Weg-brettwasser/oder Erdberenwasser trmcken/vnd dem Kin-de den Rückgrad mit Sandelsalbe/oder uuZ. infnAiäaa-xe (zaleui schmieren.
Vom Herygefpatt.
So es das Hertzgespan hätte/ vnd es vor der Brust o-der M der Seiten gleich auffgeblasen wäre/ soll man ihmnicht essen geben / biß es die vorige Speise erst verdawethat/alsdann macl)et ihm ein Müßtem von Meel/Zucker/frischer Butter/ dazu etwasPToniensamenPulver ver-mischet/ oder vom lelamluo pulvere. Vnd so es danebenverstopffet ist/ mache man jhm emStUelzäpfflein vonHonig/oder man gebe ihmdenblawen VlolMstMp/oderden Manns-syrup.
Von Spulwürmen^er Kinder.
Spulwürme wachsen selten m den gar langen Kin-dern / ehe sie etwas harte Speise gemessen. So sie aber jevon diesen Biestern geplaget würden/soll man jhnen dreyGerstenkörner schwer Isxiäis Ke-osr, oder gebrandtHirschhorn eingeben / oder so viel Rhabarber in einemLöffel voll Mutter-oder Ammenmilch/ vnd den Mast-darm mit Honig vnd Milch bcschnneren. Item dasPflaster von der Nießwurtz /so jetzo im vierdten Punctbeschneben.Die Ämme soll sich hüten für solcher Speist/die bald fäulet. IteM Wegebreitwasser/oder Wurm-kraulwasser/sÄllronicum genam/ oder Bau'Möhl/Pfir-sichkernöhl/ oder bitter Mandelöhl den Kindern zu trin-ckengeben m emer Milch. Dre kleinen MadenwürmleMikanstu also todten/ daß du mmbst Baumwolle / daraußmache ein Zapsslem/ netzeesmOclvonWermuth/ oderRauten/oder bitter'N Mandeln/oder Pfersichkern gema-chet / vnd stecke es jhm in den Mastdarm. Für die grossenWürme/nimbWermuthsafft/Ochscsgalle jedes 4.!oth/gepülverte Colloquinten 2.. Loth / machsM'.temwencgAockenmeel zu einem Pflaster /vnd legs einer Handbreitvber den Nabel.
Von Beulen an dem Geschoß.Da begibt sich auch offt/ daß die Kmder vom vielenWeinen / vnten an dem Geschoß etliche rummes oderBeuler bekommen/ als wenn sie gebrochen wären/ denensoll man ein Pflaster dahin aufflegen/ von einem Eyer-dotter vnd lernine ^meoz, oder Nimb Feigbonenmchl/(faririaln luplrillrum genandt) Mit Myrrhen vnd Wcmvermischet vnd aussgeleget. Oder nunb dritthalb Loth A-laune/ em Loth vnd einQuintm Galläpffil gröblich zer-siossen / viid in rothen Wein gekocht / vnd warm aussge-legt. Solche Brüche oder Geschwülst kommen ge-meiniglich von vielem Weinen / oder wenn man sie züsiarck täntzelt oder bewegt. Das Weinen wird aussvielerley Weise gestillec mit der Brust oder Zitze / mitdet Wiegen / mitsingen/ vnd sonderlich mit remem Lein-tvad. Wenn die Kinder sich satt gesogen haben / soll mattsienichtsttackswiegen/ weildiefnscheMilchdavoncor-rumpiert öder faul wird. Auch ist zu solchen Brüchenoder tZerniiT vnd Geschwülsten dienstlich/daß man nehmeder geflossenen Granatschalen drttthalb Loch / Galapffel5. qumten/laß Mit einem röthenWem wol zu einem müß-lein einsieden/ drück die Därmlein oder dasBrüchleinfein sanffte hinein / Wäsche mit kaltem Wasser ab / legsaussgestrichen vber/bmdö mit emeMaussgelegtenKüß-lem wol hinzu / vnd nimbs vor zehen Tagen mcht herab.Oder mmb schönen außgelesenen Mastix der Rinden vonweissenWeyrquch/Eypreßmüßlein/Myrrhen/Fkschleun
oder Häuftnblase«/ tzrcocQl!«- jedesZleichviel/zerstoßvnd zerreibsmit Essig / machs in rechter Dicke zu ememPflaster / vnd legsvber. Man soll aber die Kinder vondem Weinen mtHnr zu starck abhalten/ sintemal es jhnengesund ist/ daß sie bißwellenweinen / denirdie Brust vnddie Lungen werdendadurch fein weit vnd gereimget; I.temdaö Gehirn/ dieÄugen/N^sen vnd Mund/ werdendadurch gesäubert / vnd von jhrcm Vnflat entlediget.Wenn sie aber zu sehr vnd zu lange wemen/ so folget offtem BruchoderGeschwulst.
Vom Schrecken im Schlaff.
Wenndie Kinder im Schlaffe aufführen vnd erschre-cken/das kompt gemeiniglich davon/wen sie zu viel Nah-rung bekommen. Denen soll man d,e Milch etwas entzie-hen / vnd sie nicht stracks nach der Speise m die Wiege le-gen/ sondern sie Mit Spielen /4>nd Kurtzwetlerlustiger/ihnen etwas von Jungfer Homg/oderViolensyrup/oderKüchlein cligmu5c^,oder plirisarcoclci, zc- eingeben.Von der schweren Noth der jungen Kmder.
LxilepLz) oder der schwere Anfall istden Kindern ge-mein/dafür hac fast em jeder seme Kunst/ gleich wie fürdas Fieber. Am besten ist/daß man Rath auß den Apote-cken suche / oarmnen solche Pulver verordnet sind. OdergebetjhnisünffGerstenkörner schwcrl^icllz lze^oarvri-enralis in P-Lonienwasser/ vnd hängt ihm P^onienwur-tzel an den Halß/ vnd rothe Corallen. Man soll sie garordentlich mit Speiß vnd Tranck / die warm vnd rruckcnsind /halten. Nicht weniger soll die Saugamme sichbe-fieisslg.n/daß sie eine gute rechte natürliche Milch/durchgute speißordnung/vberkomme/sott alle kalte vnd feucht«Speise melden / ihr Haupr Mit bequemen vnd darzUdienstlichenA.tzneyen purgieren/ auch dem Kinde Nichtmehr zu saugen geben/als es verdawen kan. Dem Kin-de soll inan auch Rauten oder alam foeriäÄln . zu teutschTeusselsdreck gmennet/vor die Nasen halten/ vnd es da-ran riechen lassen.Vnd so derMund ihmgegrümmeroderzusammengezogenwürde/sosalbeemenFingermitblawLilienöl/brich ihmden MmidÄuff/vnd bringe den schle'.mvnd die böse Feuchtigkeit Mit dem gesalbten Fmgerher-änß. So aber die Noth grösser/magstu jhm auch wol ei«nen rechten vngefälschren Venedijchen Tyriack geben.Vnd wo diß nicht hilsst/ magstu einen gelehrten Doctorzu Rath nehmen. Item machet jhm em Müßlem mitSemmeln/ frischer Butter/ Iungfrawen Honig/ Ps-o-nienwurtzeln vndCorallen. Oder gebet jhm ein Gersten-korn 5.oder 6. schwervon denpulvcribui, e^>ile^ricisz0derl^cciebus äismulci, oder ^linlsrcocici Mit Meth / oderMit P^onlenwasser. In die Nasenlöcher kan man jhmstreichen Rojcnöhl/vnd Bibergeilöhl/ zc.
So das Wasser oder Vnn derKtndernicht
fortgehen will.
Wenn den jungen Kindern der Vrin öder jhr Wassernicht woi folgen will / vnd jrgend der Blasenstemsie pla-get/ soll mau ihnen den vntersten Bauch vnd die WeichemdenSettenmitbitterMandelöhl/Scorpionöhl/ vndWmbucoruM i oder Regenwürmöhl wol vnd warmschmieren/'oder mit dem Uu»uenro Auch kan
man ihnen das Gemachte damit salbm/ oder em Tüchleindareingenetz. überlegen. Vnd ist sehr gut/das Kmd offt -baden in warmen wasser/daremPappeln/Eibisch/VeU*kraut/ Caniillenblumen/ Tag vnd Nacht/ oder S. Pe-terskraut/ ?ariec2riam genandt/ lcorclium, Lemsamettgesotten sey. Srarcke treibende Artzney dienet jhnen mt/offt baden ist dazu am besten.
Vom vnruhkgett Schlaff.
Wenn aber die Kmder Nachts Nicht treüge ligen kön-nen/ welches cx iclolurione mulculi in cervicc vellcX
herkompt/foll Man ihnenwarmmachende Sachen/die dastärcken vnd kräfftigen / gebrauchen: Etliche nehmen dieGemächt von Hasen oder von denIgeln/oder Bergmüä-tze/ Myrrhe oder Rautensamen/ wol geflossen / gebenödem Kinde / m emem guten lieblichen weisseN Wein nüch-tern zu trmcken. Auch sind gut die ?iockilci cle lpoäio,cle rcrrs lisillsrÄ.Auch werden die gepulverten CaMilleu-blumen nützlich darzu gebrauchet. Em sonderlich Expe«runent ist die Gurgel von emem Haan zu Pulver ge-brandt/vnd offt nüchtern m warmen Weine/oder LÄMll^lenwasser/ oder Rautenwasser eingeben.
GK