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2 (1665) Oeconomiae Ruralis Et Domesticae
Entstehung
Seite
279
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VonderHaußarMy.

4° Ist zu den abgekurtzten vnd zerftossenen Nervendas allerbeste Mittel.

5. Zeucht/ vberdieWundengelegt/ alles Eysen/Holtz / Bley / vnd was etwan wider die Natur darmnenist/herauf

6. Heilet auch der glfstigen Thier Blß vnd Stlch/vnd zeucht daö Glfftherauß.

7» Hllfft allen Apostemen / allem durch die blosseAuffleguna zu ihrer Zelt.gung.

8. Leistet wlder den Krebs/ Fisteln/ Kröpff vndPersische Fewcr gewaltige Hülff.

9. Lmdert alle Schmertzen einer jeden Wunden vndStich.

i O. Dienet wider die Brüche.

11. Wie gleichfalls wider die Auffblehung deßHaupts/die Haar derselbigen zuvor hmwea genommen/vnd solches Pflaster auffgelegt.

1^. Vertreibt die Schmertzen deß Rückens / eben-massig auffgelegt.

15. N iinbt/ abermals vbergelegt/ alle Feygwarkenm vnd ausser dem Leib hinweg / vnd behalt seine Kräfftefünfftzig gantzer Jahr vngeschwächt.

Cm gut Kuhlpflaster / welches die alten harten

hitzigen Gcschwär kühlst vnd weichet/ auch zu andernhitzigen Gebrechen/als Knollen/Rothlauff/ vmb sichfressende Carbunckel vnd Riebeysen dienet / daß man esnur drüber legt/ Insonderheit ist auch gut denen/ sobrennende oder hitzige Fieber haben/ daß man es vber dieBrust schlage / sintemal es die pi^coräi^ kühler / vudderer Hitze m kurtzer Zelt leschet / vnd so man es vber denMelssel vnd den Ort der Leber / deßgleichen an die Stirn

vnd Schlaff streichet / dienetS vnd leget die Hitzeden Leber vnd deß Kopffs/ wird alsozugerichtet.

Nach Art der Kunst zerlasset vnd mitcirer man ob demFewer schön new gut Wachs vnd Rosenöhl / Violenöhl/)a m derer mangelung nur gut rem klarBaumöhlvnter-emander/verschaumets flelsslg/ daß es von allem Vnflatgeremiget werde / darnach offt mit klarem Brunnen-wasser abgekühlet / vnd allwege indem Wasser mit denHänden gar wwl gekneten/ vnd für kalt Wasser darauffgegossen/ vnd gearbeitet/ biß es endlich gar erhärtet(welche Arbeit dann m einem Morser wol geschehen kan)so ist es fertig.Alsdann gebrauche solches/wie angezeigt.

Ein Stichpflaster / zu alten vnd newen Schäden/

auch Wunden sehr nützlich vnd trefflichgut.

Nim QslIZÄM zwey Loth/ ^mmoniaci, öcZellü, jedes4. Loth / 0j>opanaci5 z.. Loth / die Glücke zerstosse auffsklemest/lege sie emen Tag vnd eine Nacht m eme vergla-surte Kachel / geuß daran emcn guten Wemesslg / seuddiese Stück sittigllch ob emem Kohlfewer/^0 zergehendlöLummi, vnd das alles geuß also heiß m emen Sack/seihe vnd drücke es durch/ so bleiben dies».'ces, vnd washmden blieben / das wirff hinweg / darnach seihe dieColzcur wider in die Kachel / so lang biß der Essig alledarvon räncht / vnd man soll es allweg rühren/ danm esnicht anbrenne / das behalt gar schön / vnd decke es sau-ber zu.

Darnach nim Baumöhl 2.. Pfund / new Wachs einhalb pfund/thue das meine Pfannen/oder verglasurrenHaftn/der wol groß sey/setze es vber em Kohlfewer/ laßgar langsam zergehen/alsdann wann es kühl ist/ thu an-derthalb Pfund klem geriebene Glödt darein / rühre siefern gemächlichen hinein / so lang biß alles Braunfarbwlrd/ oder ansähet braun zu werden/ darnach mm deßvorgesottenen als em Nuß groß/ thue es darein

alles nacheinander / so lang biß die Lummi alle darinnenzergehen/ Mit flelssigem Auffsehen/ daß die marerm nichtvberlauffe/dannsie gar hitzig ist.Nun thue ferner daremBeide Hollwurtz/ Galmey/ Myrrhen/ Weyrauch/ jedesA.loth/diese stücke allesollen zuvor auffs klem-st pulven-Kiret seyn/darnach thuedarzu z..loth Lorberöhl/vnd zumletzten Terpentin / der schön rein vnd lauter sey 8. Loth/kochsvnd rühr es gar flelsslg/ vnd wann du wissen willt/wann es siedens genug habe/ so thue em wenig herauß inkaltWasser/ vnd wznlteö mcht zu welch anhanget/ so

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hat es sem Genüge.So es aber zu weich ist vnd klebet anFmgern/ so laß es baß sieden biß eS gerecht wird/darnachthue es von dem Kohlfewer / vnd du dle Klsrcti nur denHänden magst angrelffen/ schmiere dle Hände mir Ca-nnllenöhl oder Rosenöhl / vnd mslax-re es zwlsclien denHanden drey oder vier Stunden/ darnach bcha tö in ei-'nem saubern Geschin / es lstvbersimfflzlg Jahr jo gut/als den ersten Tag.

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II

U 8.

Dlß Pflaster hat grosse Tugenden / ist gut zu alten vndnewenSchaden/ drücknec ab/ remiger/ geblerct gutFleisch/hefftet/zlehet vnd heilet zusammen m eurer Wo-chen mehr/ daim em ander Pflaster m einem Monat/ lastmchtfanlen odcrsonstenZerstörungen geschehen/ lässetnicht boß Fleisch wachsen / lst allen Sehnadern so zer-schlagen/ zerknirschet / oderzerhawen/ gu.'/ auch allenauffblahen/zeucht auß Elsen/Holtz/Ble: /v^ d:e Ver-sehrung gelegt/hellet alle glffttgeThzer-B.ne oderStl-che/ es zettiget vndheüet allea.'ssg legt/istgut dem Geburt Glied/ so da ein Schade ist / n-,d.r denKrebs/ Fistel/ wider io ncm ?er/Icü^ vnd stillet schmer-tzen von allen Stichen / wie die sind.

?arscellus sagt/ daß er ein solche ?lrtMit deit Sr.chpflastern an sich habe/ da dle GoldglodtvorhmwolgelortenwerdenntFürmß/ zehenSlundenlang / also daß em darauß werde dle sich pulvernlastet/ aisdanngesotten m Lerar, vnd fortgefahren »mtdenen Qummi und Puluern/nach dem Recept.

Ein Vornehmes Stichpflaster eines Kätser,

lichen Ld/rur^i.

Nim Wachs 4. Loth/ Pech z. Loth / und

Hartz jedes i.Loth/Venedlschen Terpentms/Rosenöhls/Eyeröhls/ drachenblut jegliches em halb Lorh/Galmcy/1'unXsogar wol m Wemesslg gebeitzet seyn/emes jedeni.Loth/ Schmaragtenstein/Magnetstem/ vndPerlen-m utter/jeg Elches em halb Loch/ welssen Agstem/ Campftfer/ welsseCorallen/jedesi.Qumtlem/ hleraußnachrechter Kunst em Pflaster gemacht/ vnd zum Gebrauchrechtmäßig angewendet.

Ein gut schwary Pflaster zu alten Schäden.

Nim Baumöhl 4-Loth/ lauter Hartz/ Hu schtalg vndBärenfett zedes z. Loth/Meyenbntter 1^. Loch/Klawen-fett von alr.n Rmoern sieben loth/ Marck auß eli.un ge-räucherten Schwemesschuncken Knochen i. Loth/ Ma--styx vndNew Wachs eines jedern 4. Loth /Silberglödt i.Psund/ 4. Eyerdotter / hierauß macheman nach Arr der Kunst ein Lmxlattrum.

EingmPflasterdie Mutter zu reinigen/ daß siezur Empfängnuß Männliches Saamens / und zur

Gebahrung geschickt vnd bequemwerde.

NlM Lummi 8erapini vnd rothe Myrrhen gleichvielauffdas subtilste geflossen/ M '.tCannllenöhl ange-rieben vnd mit Homg zum Pflaster gemacht/ auffemleinen Tüchlem oder Barchec gestrlchen/vber derWeiberGemächt gelegt und aussgebundcn.

Ein Pflaster das verstockte erhärtete Mit?

zu erweichen.

Lege Qummi ^.Ibsnum in guten Weinessig / laß jhttdarm drey Tag und Nacht ligen/ alsdann zhn damit ge-sorcen / daß er gantz vnd gar sich darmnen aujflöfe / als-dann den Essig abgeseihet/ wlderumb in em Topfflemauff gelmdem Kohlfewer gesetzt / wann lassen werden/gut rem Baumöhl oder Capernöhl darnnter gemacht/sem langsam kochen lassen/ vnd offt nut einem Spatemumbgerühret daß es Pflaster endlich d «.ck werde/dasselbl-ge stretche vff em Leder oder Barcher / vnd lege es vberden Miltz/so hastu ein gantz bewährtes Hülffmtttel.

Au Schlieren / Geschwarm / vnd dergleichen

harre Bützlem e;n gut Pflaster.Nim Brodkrumen / Sawerreich/ grosse Rosinen dadie Kernen außgenommen seynd/ Relnborchclschmeer/Meybutter m emem Mörser odcr Reibasche sem zusam-men gestossen/ vnd voneinander gerieben / vnd m-. a!ssviele als emes der gedachten stück ist/ guter Mich im l n-Aa lz den