Rheinische Landwirthschaft. — Blüthe deS Ackerbau?unter Französischer Herrschaft; überwiegendes Wohl-sein deS platten Landes in Vergleich zu jenem derStädte.
Wenn wir die Fortschritte der Rheinischen Städte in Be-ziehung auf wirthschaftliches Wohlsein und geistiges Leben umter Preußischer Hoheit unverkennbar fanden, fo erscheint dage-gen die Erhöhung des ländlichen Wohlstandes seit dem Rück-falle des Rheinlandes an Deutschland minder unzweideutig,ja beinahe zweifelhaft. Um den Zustand des Ackerbaus genauerkennen und würdigen zu können, bedarf es einer Einsichtin die Beschaffenheit der Rheinischen Landwirthschaft, derenVerhältnisse ausgezeichnet sind. Zunächst müssen wir an-führen, daß die Behandlung der Aecker in den verschiede-nen Theilen des Landes verschieden ist, daß sie jedochsämnttlich entweder den Charakter des sogenannten konsum-tiven oder verzehrenden Systems wirklich besitzt, oderSpuren ihrer Entstehung aus demselben an sich trägt.In Rheinpreußen giebt es Zwei-, Drei-, Vier-, Fünf-und Sechsfelderwirtschaft, endlich eine besondere Art,welche die Wissenschaft mit dem Ausdrucke der freienWirthschaft bezeichnet' hat. Diese letztere ist in denfruchtbaren, dem Nheine zunächst gelegenen Flächen herr-schend, und würde, kunstgerecht ausgeführt, eine Wechsel-Wirthschaft darstellen, während ihr letzt der Umstand, daßsie die Fehler des verzehrenden Systems, z. B- Halm aufHalm zu bauen, nicht abgelegt, und keine bestimmte Frucht-folgc anerkannt hat, diesen Namen entreißt, Offenbar istdiese ungeregelte, dem Gartenbau durch ihre sorgfaltigeBearbeitung verwandte Wirthschaft eine Folge des freien