stalten wurde nicht empfunden, gegen verbesserte Einrich-tungen war man mißtrauisch und den Neuerungen abge-neigt. Vielleicht wären die Schwierigkeiten, welche dieselbebei der Schaffung der neuen Ordnung fand, größer ge-wesen, waren die Gemüther nicht durch jene allgemeineBegeisterung, welche die Bewohner Deutschlands ergriffenund gegen die Feinde des Vaterlandes bewaffnet hatte,mit fortgerissen worden, und für ungewöhnliche Dinge vor-bereitet gewesen. Es ist nemlich vollkommen irrig, wennman glaubt, die Bewohner des linken Nheinusers hättenkeinen thätlichen Antheil an den Ereignissen jener Zeit ge-habt. Kaum waren die Verbündeten über den Stromgekommen, so bildeten sich Haufen von Freiwilligen, welcheschnell in den Waffen geübt und nach Frankreich gesandtwurden. Hochherzige Männer der höhern Stände hattensich aus.dem Schooße ihrer Familien losgerissen, und warenals Hauptleute an ihre Spitze getreten; der Verfasser desRheinischen Merkurs hatte nach den» eignen Geständnißder Franzosen die fünfte der gegen Frankreich verbündetenHaupt-Mächte geschaffen. Die neue Verwaltung war über-dieß durch die provisorische Regierung vorbereitet worden. EinigeZeit dauerte es aber, ehe die Verbesserungen.des Schulwesenseingeführt werden konnten, und längere Frist war nöthig,um sich mit der neuen Landeshoheit auszusöhnen und ihrewohlwollenden Absichten anzuerkennen. Die Gerechtigkeit^liebe des Königs wurde zunächst ein Gegenstand des Bei-falls der Rheinländer; Forderungen, deren Nechtmäßigkeitnicht bestritten werden konnte, und welche die FranzösischeRegierung anerkannte, denen aber genug zu thun, sie unternichtigem Vorwande zögerte oder verweigerte, wurden so-
Druckschrift
Rheinpreußen und seine staatswirthschaftlichen Interessen in der heutigen europäischen Staaten-Krise : oder vergleichende Betrachtungen über den frühern und den gegenwärtigen Zustand der königlich preußischen Rheinlande, mit volkswirthschaftlichen Vorschlägen und statistischen Nachweisungen
Seite
42
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten