(Canzellisten) gleichkömmt, und hiernach beurtheile man dasUebrige. Dadurch ward der Bestechung Thür und Thorgeöffnet; Oberauffeher mußten häufig dem Unterbeamtenseine Unterschleife ungerügt lassen, weil sie selbst ohne feineGeschenke nicht bestehen konnten. Die redlichen Staats-dietter, welche man am Rheine fand, waren Deutsche; aberauch nicht alle Deutsche waren redlich. Das lange Tauder Bestechung war mit dem einen Ende in der Nähe desThrons befestigt, mit dem andern hing es in unzähligenFäden in fast alle amtliche Verhältnisse hernieder.
Nachtheilige Folgen schlechter Amtsbesoldungen.
Der Staat, wird nian vielleicht erwidern, ersparte diegroßen Gehalte unserer heutigen Beamtet,, und dadurchmußte der Betrag der Abgaben geringer sein. Dieser An-sicht muß man entgegensetzen, daß eine Sparsamkeit, welcheden Beamten in den traurigen Wechselfall zwängt, ent-weder mit den Bedürfnissen, die bei ihm Anspruch aufLebensgenuß und die Aufrechthaltung der Achtung und desAnfthns seiner Stellung hervorbringen, einen immerdauern-den Krieg zu führen, öder diefe Bedürfnisse auf Kostenfeiner sittlichen Denk- und Handlungsweise, so wie einesunbescholtenen Nuss zu befriedigen, einmal ein zeitlichesGut auf Rechnung eines sittlichen, also eines unsterblichenund ewigen zu erringen strebt, folglich schon von dieserSeite als durchaus verwerflich erscheint, und zum Andernihren Zweck auch gänzlich verfehlt, indem uns eine gesundeStaatswirthschaft die Belehrung gewährt, daß hiebei demVolke weit mehr verloren geht, als dem Staate im engern