cr doch die Stelle eines ungleich mangelhaftem — des soeben geschilderten eingenommen, und jedermann hattedie Verbesserung erkannt. Das Verdienst der Franzosenum das linke Rheinuser ist, insofern Wohlthaten, zum Theilauf Kosten rechtlicher Besitzer erzeigt, Wohlthaten bleiben,
— wenn sie nur fortdauernd tresliche Wirkungen äußern
— in der That außerordentlich groß. Kaum hatten sieihre Herrschaft am Rheine befestigt, als gleichsam wie miteinem Schlage Leibeigenschaft, bäuerliche Lasten, Zehnten undFrohnen, Zünfte und Innungen, Kastensystem und jede Un-gleichheit vor dem Gesetze schwanden. Neugeboren, wieauf den Ruf der Gottheit aus Nichts hervortretend, standein jugendlich blühendes, kräftiges Bürgerthnm da. DieFranzosen haben vortreffliche Landstraßen angelegt, die Mün-zen, die Maaße und Gewichte vereinfacht, einige Städteoder ihre Umgebungen verschönert. Sie haben religiöseUnduldung und Aberglauben vernichtet, Mißbräuche abge-stellt und Gespensterfurcht verscheucht, den bunten Rockvon hundert verschiedenen Rheinischen Gesetzgebungen undRechtspflegen in ein schlichtes, den Bauer, wie den Mar-schall umfangendes Gewand zweckmäßig bestimmter und'gemein verständlicher Gesetze verwandelt, und die Oessent-lichkeit der Gerichte eingeführt. Sie haben ferner die rich-terliche Gewalt von der Verwaltung geschieden und beidegenau begrenzt. Einiger Verbesserung hatte sich selbst derVolksunterricht durch die Einführung sogenannter Normal-schulen, worin Volkslehrer gebildet wurden, zu erfreuen.Mehrere ihrer Landvögte, sogenannte Präftkte, hatten durchunmittelbare Einwirkung aus den Ackerbau die Landwirch-schaft zu verbessern gesucht; namentlich ward die Schaaf-
zucht