Staatsformen-, die bald zerfallen im tobenden Strudelaufrührerischer Volkshaufen. —
Der Impuls ist gegeben, Ende und Ziel der Bewegungnicht abzusehen. Die Masse des Menschengeschlechts wirdin wichtigen Momenten großer Bewegungen und Ereignissemehr von zeitgebornen Ideen als kalter Berechnung geleitet;der Augenblick entscheidet, und ruft Verhältnisse und Gestal-tungen ins Dasein, die das Gepräge eines neuen Zeit-alters werden.
In einer so aufgeregten Zeit lohnt es sich der Mühe,zu betrachten, welche Bewandniß es habe mit dem Wohl-stande des Vaterlandes und den Maaßregeln der Regierungzu seiner Beförderung, welche Bedürfnisse die Zeichen derZeit kund thun, was man fürchten und was man hoffenmüsse.
Als im Jahr j815 die Rheinprovinzen dem Königevon Preußen in Folge der Verhandlungen des Kongresseszu Wien zugefallen waren, herrschte am Rhein gegen dieneue Landeshoheit eine ungünstige Stimmung. Die Erinne-rung an Preußens früheres, angeblich selbst verschuldetesUnglück, worin man es gering zu schätzen gewohnt war,so wie die Betrachtung, daß vorzüglich durch seine Thätig-keit Napoleon, für dessen Schicksal man seiner großenTalente wegen allgemeine Theilnahme hegte, gestürzt war,und welcher in der letzten Zeit seiner Regierung glühendenHaß gegen Preußen durch heftige Proklamationen denBürgern des Kaiserreichs mitzutheilen gesucht hatte, mach-ten die meisten Gemüther einer Neigung für die neue Re-gierung unzugänglich. Vermehrt ward diese Abneigungdurch die Vorstellung, daß man in dem neuen Staatsver-