Druckschrift 
Deutsches Namenbüchlein : Ein Hausbuch zur Mehrung des Verständnisses unserer heimischen Vornamen und zur Förderung deutscher Namengebung
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen
 

8

Eltern so wiedergab, daß je ein Wort von des Vaters, einesvon der Mutter Namen in dem des Kindes erschien. Auf eineabgerundete Bedeutung des neuen Namens mußte dann oftverzichtet werden. So wissen wir z. B> aus der angeführtenQuelle, daß die Tochter eines T h e o d ulf und einer Erkam bertaTheodberta hieß, die Tochter eines Waltbert und einer Rat-hilda Waltrada, Ragenhilde die Tochter eines Ragen ward undeiner Ageuhilde, der Sohn eines Adalbod und einer Jng-hilde Jngobod genannt ward u, s, w. Auf solche Art sindNamen entstanden, deren Bestandtheile beide dasselbe oder Ähn-liches bezeichnen und daher eine Übersetzung in das Neuhoch-deutsche ausschließen (wie z, B, Gnnthild, Hedwig, Hildeguud).Diesen reihen sich Namen an, deren beide Bestandtheile Thier-namen sind z, B, Arnnls, Wolfram und auch eine weitereDeutung nicht zulassen. In diesem Büchlein ist deshalb bei derMehrheit der Namen eine Deutung nicht versucht worden.

Im Griechischen ist der »Ausschuß« namenbildender Wort-stämme ein sehr großer. Für die deutschen Namen ist die Zahlderartiger Wortstämme etwas kleiner und umfaßt besonders jeneBegriffe, die dem fromme», dem macht- und kriegliebenden Sinneunserer Vorfahren entsprachen. Am häufigsten finden sich indeutschen Namen diese Worte verwendet:*)

Bezeichnungen von Gottheiten oder göttlichen Wesen nnd Be-griffen, die mit dem Glauben iu Verbindung stehen: 1) Aoä,Mt (Bed.: Gott) erscheint immer au erster Stelle wie in Gothold,Gotbert, ^Wo es im zweiten Theile des Namens sich findet,liegen junge Bildungen, sogenannte Heischenamen vor: Ehregott,Trangott, Fürchtegott, Helsgott^, 2) s-ns, Ks, ös (Asen sinddie Lichtgottheiteu der Germauen, die als Träger des Welt-gebäudes aufgefaßt und darum die .Balken' dies bezeichnetursprünglich das Wort rms genannt wurden; vergl, GrimmMythol, ZV, Nachtr, 16, 275,, Simrock Mythol. 1S8, 186. DieForm äs, üs ist niederdeutsch uud uordgermauisch) immer anerster Stelle. 3) iagvio (Jnguio ist eiu german. Stammgottund von ihm leiteten die Ingwäonen ihre Abstammung ab;ursprünglich ist Juguio wohl Beiname eines der großen Götter)durchweg an erster Stelle, z. B, Jngebert, Jngobnrg.4) irm, irmiil (auch Jrmiu galt als eiu german, Stammgottstie Jrminonen leiten Abstammung und Namen von ihm

*) In der folgenden Zusammenstellung der »Namenworte«sind uur die in diesem Büchlein zusammengestellten Personen-namen in Betracht gezogen worden und ebenso auch bei denAngaben, an welcher Stelle des Namens das betreffende Wortsich findet.