Zwölftes Kapitel. Die elfte Stammreihe »ach der Teilung der Linien. ZI?
Für die Vornehmheit seiner Gesinnung ist es bezeichnend, daß er bei dergrößten persönlichen Einfachheit und Beschränkung nach, außen hin einederartige Freigebigkeit übte, daß er z. B. in den letzten Jahren seiner Amts-tätigkeit keinen Gehalt mehr annahm und seine eigenen Beamten überausgünstig stellte. Bei seiner Anspruchslosigkeit bewohnte er in dem großenSchlosse nur den Seitenflügel, die „Oberberghauptmannsstuben", die spätereWohnung der Hauslehrer, bis er die dem Schloß gegenüberliegende Inspektor-Wohnung bezog. Auch veranlaßte er, daß das schadhaft gewordene prunk-hafte flache Dach mit einem schlichten Ziegeldache vertauscht wurde.
Au seinem Lieblingsplatz im Parke zu Ostrau errichtete ihm und seinerGemahlin sein jüngster Sohn Ludolf ein bescheidenes Denkmal.
Seine Lebensbeschreibung in der allgemeinen deutschen BiographieBd. 39, S. 555 — 587. — v. Oelsen in den Ahnensagen hat ihm ein Gedichtgewidmet: „Lied der Mansselder Bergleute". — H. Schrader: Das Mans-felder Pionier-Bataillon in den Befreiungskriegen. Eisleben 1891; mitdem Bild des Oberberghanptmanns.
Gemahlin: 1816 Marianne Gräfin v. Veltheim (Nr. 468). Siewar, erzogen von ihrer älteren unvermählt gebliebenen trefflichen SchwesterKläre, lebhaften, poetischund künstlerisch ange-hauchten Geistes. Manerinnert sich, daß sie beider Restauration desGartensaales auf einerLeiter stehend die An-gaben zur Herstellung desabgebröckelten Stuckes amPlafond bestimmte. Ent-zückend war ihr melodischflötenartiges Pfeifen, beidem sie sich auf demKlavier begleitete, unddas die Vollendung er-reichte, wenn sie sichdarin mit ihrem BruderWerner vereinigte. Ju-gendliche Frische, spru-delnder Witz, Anmut undkindliche Unbefangenheit,die ihr noch im Alter eigen waren, wo sie am liebsten mit der Jugendverkehrte, waren die Züge ihres Wesens, die auch auf ihre Kinder sich ver-