Druckschrift 
2 (1912) Die Stammreihe des Geschlechts von der Teilung der Linien an
Entstehung
Seite
263
Einzelbild herunterladen
 

Zehntes Kapitel. Die neunte Stammreihe nach der Teilung der Linien.

263

und Tor geöffnet. Alle diese Gesichtspunkte hat der gelehrte Propst vonMarienberg vor Helmstedt Hermann v. d. Horst, ein bewährter Orientalist,28. 10. 1710 ganz richtig erkannt und durch seine teilweis treffende Er-klärung zu geben versucht. Mit großer Wahrscheinlichkeit hat er festgestellt,daß 0VLKVV als griechische Abkürzung (eigentlich OV0, LV0) für IMVL(Jesus) zu fassen sei. Dagegen kann ich seiner Erklärungkeineswegs zustimmen, denn ladan bedeutet im Targumischen (der Spracheder chaldäischen Bibelübersetzung) immer nurZimmer, Kammer", nicht dasganze Haus. Ich bescheide mich mit dem Bekenntnis, daß ich das bsltsb-minicht erklären kann. Richtig hat er das Alpha und Omega erkannt, ebensodas mehrfach wiederkehrende LMR, --- Hilfe. Gänzlich willkürlich und durchnichts zu begründen ist seine auch nicht einmal mit den Konsonanten über-einstimmende Deutung der letzten Zeile -j- jetztund bis in Ewigkeit. Amen. Keinesfalls kann in der Inschrift eine auchnoch so geschickt versteckte Anspielung auf den Namen Veltheim*), wie v. Hardtmeint, nachgewiesen werden. Die Schriftzüge der lateinischen Buchstabengehen ihrer Form nach höchstens ins 15. Jahrhundert zurück, können abervom Graveur künstlich archaistisch gewählt sein und ganz ebenso leicht aus dem16. Jahrhundert stammen. Über eine Deutung der absichtlich verworrenenJahresziffer enthalte ich mich jeder Vermutung." Nach einer Sage sollder Ring vom Erzbischos Röttger v. Veltheim herrühren, nach eineranderen soll er vom Kaiser Otto IV. dem Besitzer des Hauses Harbke geschenktworden sein. Nach einer dritten Sage endlich soll er in uralter Zeit voneinem unbekannten Fremdling, welcher bei einer ihm zugestoßenen Krankheitbei einer Witwe v. Veltheim zu Harbke freundliche Aufnahme und sorg-same Pflege fand, daß er seine Reise weiter fortzusetzen vermochte, diesernach seiner Genesung vor seinem Abscheiden zur Bezeugung seiner Dankbarkeitmit der Versicherung geschenkt worden sein, daß solange der Ring bei demGeschlechte mit Achtung und Sorgfalt aufbewahrt werde, auch das ganzeGeschlecht sich in unverrückter Blüte erhalten werde.

Dieser Geschlechtsring ist seitdem dauernd als wertvollstes Jnventar-stück auf dem Hause Harbke verblieben.

Gemahlin: (Ein Glückwunschgedicht zur Vermählung liegt in derBibliothek zu Hannover, die Vermählung fand am Hofe zu Wolfeubüttelstatt) 19. 11. 1732 Freiin Maria Anna Katharina Kameitzkhv. Elstibors, * 20. 8. 1709, f zu Harbke 11. 5. 1760, T- des Frh.

*) Wenn die Gelehrten sich unklar sind, ob unter Iswnimein Haus" odermein Zimmer" zu verstehen ist, so erscheint es am einfachsten, es mitmein Heim"zu übertragen. Aus den ersten Buchstaben Lklt könnte man dann vielleicht eine Andeu-tung an Vslt herauskonjekturieren.