Sechstes Kapitel. Die fünfte Stammreihe nach der Teilung der Linien. 16?
als Witwe zu Neplingen mit dem Stadtschreiber zu Königslutter wegeneines Streites.
Ehemann: vor 1594 Nikolaus v. Kolowrat auf Petersberg nndRabenstein, Komtur zu Süpplingenburg. Er wohnte zu Königslutter.
159.
Armgard, T. des Joachim Mr. 87) und der Anna v. Schenk,1594 unvermählt, f 14. 4. 1599. Ihr ist die Leichenpredigt ihres BrudersJohann Ernst gewidmet.
160.
Heinrich Julius, S. des Joachim (Nr. 87) und der Anna v. Schenk.Früh verstorben.
161.
Agnes, T. des Joachim (Nr. 87) und der Anna v. Schenk. Wohlvor 1594 verstorben.
Ehemann: Heinrich v. Menten.
162.
Johann Ernst, der jüngste S. des Joachim (Nr. 87) und der Annav. Schenk, * 3. 6. 1571, -f- 16. 8. 1594. „Er siel entweder in eine Ohnmachtoder in seine gewöhnliche Krankheit den Jammer und blieb darinnen." Seit10. 3. 1589 war er Domherr zu Magdeburg. Er stand anfangs bei seinemDechanten Christoph v. Metzrad in guter Reputation. „24.10.1592 acl pos-ssssionsiu prasdsnäsö am Stifte St. Nikolai zu Magdeburg gekommen,
nachdem er vorher die Schule zu Magdeburg und darauf die Universität Helm-ftedt besucht hatte. Da er körperlich schwach war, sollte er Geistlicher werden.Er hat nie ein wüstes Leben geführt und sich etwa mit anderen gerauft undgebalgt, wie es den geistlichen Personen übel ansteht. Man kann nichtsagen, daß er ein wüster Mensch gewesen, er ist zwar kein Engel gewesenund hat seine Mängel und Gebrechen gehabt, wie kein Mensch ohne Gebrechenist. Das aber ist (nach der Leichenpredigt) von ihm zu beklagen, daß er sichdie letzte Zeit sehr aufs Trinken begeben, welches ihm dann, weil er ohnedas ein sehr schwacher Mann von Natur gewesen, desto leichter an seinerGesundheit geschadet. Und ist eine schädliche Gewohnheit unter denen vonAdel, daß sich ihrer so viele auf das leidige Saufen begeben und sichbedünken lassen, daß es ihrem Stande nachteilig, wenn sie nicht einen« jedensollten Bescheid tun, dadurch mancher fürnehme Mann sein Leben verkürzet,der sonst wohl noch eine geraume Zeit seinem lieben Weib und Kindernund dem ganzen Lande nützlich sein konnte. Man hat bei seinem Abschieddie Bibel auf seinem Tisch offen liegen gefunden, darinnen er täglich zuleseu pflegte."