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Johann Wilhelm : ein dramatisches Charakter- und Zeitbild ; in fünf Aufzügen
Entstehung
Seite
32
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Achter Auftritt.

(Vorige und Scharrenbroich.)

Scharrenbroich. Vor unserm Hof ein Hausen Jäger stand,(eintretend.) unser Gast Begleiter fand.

Da bat er mich, anf's Schönste Euch zu grüßenMit vielem Dank, und was ich wehren wollt,

Zwang er mir auf noch dies Donceur in Gold.

Was ich auch sagt — ich hab' es nehmen müssen.

Frau Sch. Ein Goldstück, ha! bei uns ein seltner Gast,Daß Du's genommen, es betrübt mich fast.

S ch arr en b r o i ch. Er machte wohl, daß ich es nehmen mußte,Da Er's so freundlich zu begleiten wußteMit Dankesworten, daß beinah mir schien,

Wir hätten wirklich dies verdient um ihn.

Genug davon! ich Hab's! zu spät das Schelten,

Und können wir ihm Anders nicht vergelten,

So beten wir für ihn ja täglich gern.

Doch auch der Retter unsres Landesherr»

Soll früh und spät mit eingeschlossen sein-

Gretcheu (b« Seite.) Da stimm' ich froh mit vollem Herzen ein !

Frau Sch. Ein prächtig Stück, das Karolin sie nennen,(das Goldstück betrachtend.) Fijnf Lilien das Zeichen, ei! schau her!

Scharrenbroich. Was Karolin! Willst Alles besser kennen,Als der es gab. Es ist ja ein Douceur.

Er nannt es so und wohl verstand ich ihn.

Frau Sch. Dann ist Dusör soviel als Karolin.Scharrenbroich. Du bleibst fürwahr dir gleich zu allen Zeiten.Nun! meinethalb behalt das letzte Wort.

Ich mag darüber jetzt nicht lange streiten,

Ich muß in's Feld, die Andern sind schon dort.

Ein wackrer Mann, der Herr Remonte, der —

Frau Sch. Ein gottesfürchtiger gelehrter Herr;

Gretchen trag ab! (während diese sich entsernt)

und vornehm auch und reich.

Doch merkst du Nichts an Gretchen, unserm Kinde,

Wie sie jetzt anders? ei! ich sah es gleich,

So umgewandelt ich ihr Wesen finde,

Wie heitrer Tag nach einer Negennacht.

Auch dafür sei dem Gaste Dank gebracht.