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Zudem wohnte er in Düsseldorf und sorgte für seine bergischeHeimat vorzugsweise, während er in der von den Franzosenverwüsteten Pfalz sich nicht sehen ließ und das Land vonBeamten verwaltet wurde, die unter dem Einflüsse der Jesuitendas Volk und besonders die Protestanten bedrückten, währendim Bergischen die Andersgläubigen gleiche Rechte mit denKatholischen genossen.
Johann Wilhelms Reichstreue, seine Anhänglichkeit andeutsches Wesen, sowie an das Kaiserhaus stehen außer Zweifel.Auch seine Menschenfreundlichkeit und Kunstsrenndlichkeit sindnie bestritten worden. Nicht blos die hier in Handlung gesetztenAneedoten siud wirkliche Begebenheiten, sondern auch die hierdem Kurfürsten in den Mund gelegten Worte häufig seineeigenen Aeußerungen. So z. B. schrieb er auf ein ihm vor-gelegtes Todesurtheil statt der Bestätigung die Worte:„Der iveäieorum Lelmnät clie viele toäts I^eutd,Äeioli^vie viel Henlcerei einer DurolilsuoktiAkeit."
Auch siud es seine Worte: „Der ekelhafteste Wurm imheißen Asrica sei nicht so verächtlich, wie ein deutscher Fürst,der nicht treu zum Reiche halte gegen den Franzos," Ferner:„Daß ein Landesherr nicht den Catechismns fragen, sondernnur darauf sehen solle, daß er fleißige und getreue Unter-thanen habe."
Auch der „freche Hopza" ist eine geschichtliche Person undseine Rache an dem armen Kesselflicker, sowie die Bedrohungdes Richters, dem er im Walde einen Knopf vom Rocke schnitt,wirkliche in den Untersuchnngsacten festgestellte Erlebnisse.Das Andenken an diesen bergischen „Hiesel" lebt noch in dersprüchwörtlichen Redensart „so frech wie der Hopsa." Sämmt-liche vorgeführte Personen sind nicht in Glace-Handschuhen,sondern geschichtlich treu also dargestellt, wie sie aus der Ver-wilderung des 30jährigen Krieges und den französischen Ranb-zügen hervorgegangen, mit allem Aberglauben und mit derAusdruckweise der Betreffenden, so daß nicht blos ein derVolks-Ueberliefernng getreues Charakterbild des bauernfreund-licheu Kurfürsten, sondern ein geschichtlich trenes Bild desdamaligen Volkslebens dargeboten ist.
WaS die Anlage dieses Machwerkes betrifft, so geht dieselbeaus dem Eingangs erwähnten Zwecke hervor. Daß Alles seinbühnengerecht sei, muß der Verfasser bezweifeln, wenn er dieEffectstücke neuerer Zeit damit vergleicht. Die Herausgabe