5
verpflanzt, war der Weinstock mehr als manchesandere Gewächs den verschiedenen Einflößen deSClimaö und der Cultur ausgesetzt, und vielleichtbei keiner andern Pflanze erhöht oder vermindertsich der Werth ihrer Frucht so sehr, je nachdemman auf die für Clima und Boden geeignetenArten Rücksicht nimmt.
Schwerlich würden wir aber, ohne kostbareVersuche und Erfahrungen, in den Stand gesetztwerden, unter der zahllosen Menge von Rebsor,ten, die wir bis jetzt zum Theil nur dem Namennach kennen, diejenigen, welche bei geeigneter Be-rücksichtigung der klimatischen und Boden »Verhält«nisse zur Bereitung deS WeinS, oder auch nur zumGenüge der Frucht am meisten zu schätzen sind, vonjenen zu unterscheiden, die für unsere Weinpflan-zungen nicht taugen; wenn wir unö nicht bemüh,ten, die Merkmale, nach welchen sie erkannt werdenkönnen, unS zu eigen zu machen.
Bei der Frage, welches Svstem für die Clas-sifikation und Beschreibung der cultivirten Rebengewählt werden soll, dringt sich zunächst die Be-trachtung auf, ob man dieselben der von Frege*)ange-deuteten Idee gemäß, nach dem botanischen Systeme,daS heißt nach den UnterscheidungS-Zeichen der jetzt be-kannten wildwachsenden Rebarten classificiren konnte?
Versuch einer Classifikatlon der Wein-Sorte», nachihren Beeren, von M. Christian August Frege. Meis-scn bei Crbstein. isvH, S. 25.