Beitrage zur Kenntniß der Eigenschaften und zur Classifikation der cultivirte» Wein- Reben-Arten, mit besonderer Rücksicht auf Mv ^ Vorzüge der einzelnen Sorten für den Weinbau und Weinhandel C. F. Gok, Königl. Würtemberz. Hofdomaincn.Rath. d. Z. Vorstand der Gesell- schaft für die Wein-Verbesserung in Wurtemberg, Mitglied der Ccntralstelle des wurtemberg. landwirihschastl. Vereins und ordentl. Mitglied des lgndwirthschaftl. Vereins i>» Großherjogthnn, Baden. Mit mehreren Tabelle» und lithographitten Abbildungen. I. Heft. Stuttgart, gedrucktbelHeinrlc h Mäntler, jur>. 1829. D' d! o D i e ihren Arten und Abarten, oder Beiträge zur Kenntniß der Eigenschaften und zur Classifikation der cultivirten Wein, Reben-Arten, mit besonderer Rücksicht auf die Vorzüge der einzelnen Sorten für den Weinbau und Weinhandel voa C. F. Gok, Aonigl, Würtemberg. Hofdomaincn-Rath. d. Z. Vorstand der Gesellschaft für die Wein-Verbesserung in Würtemberg, Mitglied der Sentralstelle de« würtemberg. landwirthschaftl. Verein« und ordentl. Mitglied des lgadwirthschaftl. Verein« im Großherjogthum Baden. Mit mehreren Tabellen und lithographiMn Abbildungen. I. Heft. Stuttgart, gedruckt bet Heinri ch Mänrler, juo. 1829. Lll»-Kur?rirelsutnskme cter Oeuiscken kidliotkek Die Veinrede mir ikren /^rren uncj ^dsrren ocjer keirrsze ?ur Xennrniss cier Lixenzckstren uncj 2ui- Llsssitiksrion «jer culrivierren Vein-Keden- ^rren: mir des. kücl fruchtungs-Theile gegründeten Systeme gehört die Pflanzengattung Vitis, Weinrebe (Wein), unter jene Pflanzen, deren Zwitterblumen 5 Staubfäden und einen Stempfel haben, mithin in die V. Classe (Fünfmännigkeit) t. Ordnung (Einweibigkeit); und ihre allgemeine Bezeichnung ist folgende: Blumenkelch, eine fünfzahnige, kaum be, merkbare Blüthenhülle. Die Blumenkrone hat 5 kleine, abfällige, an der Spitze zusammenhängende, trockene Blumenblätter. Die Staubgefäße bestehen aus Z Pfriemen- formigen, aufrechtstehend auseinander gehenden, hinfälligen Staubfäden mit einfachen Staubbeuteln. Das Pistill besteht auS einem eyrunden Fruchtknoten , auf welchem ohne bemerkbaren Griffel eine knopfige, stumpfe Narbe sitzt. Die Frucht besteht auS einer rundlichen oder 7 ganz runden, großen, einfächrigen Beere, mit 5 beinharten, rundlich herzförmigen, unten ablaufen« den, halb Zfächrigen Samen. Die Arten dieser Gattung werden in der neue« sten Ausgabe deS Linnee'schen Pflanzen-SystemS von Sprengel*) in folgender Ordnung aufgezählt. ,) Weinreben mit unzertheilten Blättern. ««,»>»»». Kindische Weinrebe (v. inäios). halbrunde, herzförmige, spitzig gezähnelte, unterhalb wollige Blätter, wollige Blatt« stiele, und verlängerte rankentragende Ri« spen . . . . Ost-u. Westindien. 2) u «getheilte Weinrebe ( V. inäivis».) herzförmige, langzugespitzte, eckiggezähnte Blätter, unterhalb weichhaarige Gefäß« bündel, u. gabelartige Doldentrauben. Nordamerika. 3) lindenblättrige Weinrebe ( v. tiliakolis.) herzförmige, gesägte, unterhalb weißlichgraue Blätter. . . . Südamerika. 4) Ufer«Weinrebe ^ V. ri^si is.) halbrunde, herzförmige, eingeschnitten und I^innei L. veAetskiliun» ccl. et vur. L. s Vaterland. eckiggezähnte u. unten weichhaarige Blät« ter . . . . . Nordamerika. 5) herzförmige Weinrebe - (v. coi-äit'olis.) herzförmige, langzugespitzte, fast gleich« förmig gezahnte, überall glatte (unbe» haarte) Blätter, mit weitausgebreiteten (dünnstehenden) vielblüthigen Trauben. Nordamerika. 6) rundblättrige Weinrebe (v. »otunäi^olis.) mit herzförmigen, fast nierenförmigen, fast gleichgezähnten, überall glänzenden Blät» lern, u. knaulförmigen Blüthentrauben. Nordamerika. 7) Wallchs Weinrebe O WsIIiclüi.) herzförmige, langzugespitzte, spitzigge« zähnte und überall glatte Blätter und Trauben, welche kürzer als die Blatter find ....... Neapel. 8) kniestielige Weinrebe ( v. tiexuoza.) herzförmige, spitzige, gezähnte, unterhalb lang und weichhaarige Blätter, abwechselnd gebogene Stengel und verlängerte Rispen . , . . . Japan. d) Mit gelappten Blättern. 9) weintragende Weinrebe v, viuilera.) buchtig gelappte, fast nackte (fast unbf? Vaterland. haarte) Blätter .... Armenien. Taurien. Caucasus. tv) Filzige Weinrebe (v. tski-usca.) mit herzförmigen, eckig 3lappigen, ge, zähnten, unterhalb weißgrau filzigen Blättern . . . . Nordamerika. tt. FuchS«Weinrebe ^ v. vul^ins,) herzförmige, buchtig gelappte, eingeschnit» temgesägte, langzugespitzte, glatte, unten fast weichhaarige Blatter, und den Blättern gegenüber stehende Trauben . Nordamerika. 12) glatte Weinrebe ßlabi-ats.) herzförmige, fast 3lappige, stumpfgesägte, glatte Blätter, u. rankentragende Rispen. Ostindien. 52) afrikanische Weinrebe (v. sliicans.) herzförmige, stumpstappige, gekerbte, fil« zige Blätter, und rankentragende Rispen. Ostafrika. t4) capische Weinrebe (v. cs^ionsis.) fast herzförmige, Seckige, stumpfgezähnte, unterhalb rostfarbenfilzige Blätter, mit fil« zigen kopfförmigen Blüthen . . Ostindien. 15) dreilappige Weinrebe (v. ti'iloba.) herzförmige, Zlappige, eingeschnitten »ge, 10 Vaterland. zähnte, filzige Blätter, eyrunde, dichte, (dicht gedrängt stehende) filzige Trauben. Ostindien. 16) verschiedenblättrige Weinrebe (v. keteroxkills.) unzertheilte, 3—Zlappige, eingeschnitten« gesägte, glatte Blätter, und gabelartige Rispen Japan. 17. handfbrmige Weinrebe (v. pslmata.) herzförmige, handfbrmige, glatte Blätter, gezähnte Einschnitte, und traubenartige Dolden .... Nordamerika. 13) orientalische Weinrebe (v. oi-ientsliz.) handfbrmige, buchtig gezähnte Blätter, u. traubenartige Blüthen . . in Spanien cultivirt. «) Mit zusammengesetzten Blättern. 19) rankigte Weinrebe (v. cütkoss.) mit Zfachen, halb eyrunden, spitzig gesäg, ten, weichhaarigen Blättern, einfachen Augenranken, und höchst abstehende Rispen ? 2l)) dreiblättrige Weinrebe ( v. ternsts.) mit Zsachen, länglichten, doppelt gesägten, unterhalb filzigten, schief seitwärts stehenden Blättern, filzigten Aesten und Ranken. Ostindien. !1 Balcrlaiid. 2t) Petersilien«Weinrebe ( v. laciniosa.) 5fache, beinahe unbehaarte Blätter, viel« spaltige Blättchen, abstehende Rispe . ? 22) Sblättrige Weinrebe (v. xentajiliiUs.) mit Zfachen glatten Blättern, länglichten zugespitzten, gesägten Blättchen, und in den Blattwinkeln dünn stehenden Trauben. Japan. 23) Epheu-Weinrebe (v. Iieäeraces.) 5sach gefingerte, glänzende Blätter, läng« lichte zugespitzte u. spitzig gezähnte Blättchen ü. doldentraubigte Trauben . Nordamerika. 24) 7blä ttrig e Weinrebe ( v. Iiextsxltills.) 7sach gefingerte glatte Blätter, länglichte spitzige, ganzrandige Blättchen undähren» formige Blüthen .... Ostindien. 25) gefiederte Weinrebe (v. pimista.) gefiederte glatte Blätter, eyrunde zuge« spitzte, zahnformig gesägte Blättchen, dol« denartige Blumenstiele . . . ? 26) Baum «Weinrebe ( v. srlioi es.) doppelt zusammengesetzte glatte Blätter, eyrunde rautenähnliche eingeschnitten ge« läppte Blättchen, gabelartige Trauben und Ranken , . , , Nordamerika. 12 Nach dieser botanischen Beschreibung und Clas» ststkation ist die Verwandtschaft der Weinrebe mit Klimmen Krausbeere (kibe,), insbeson« dere aber mit Epheu (Ueäeis), unverkennbar, und vielleicht hat schon auS diesem Grunde die Mythe einiger Urvolker, die Stirne des jugendlichen Wein« GvtteS mit dem immergrünen Epheu bekränzt, auch hält ja noch jetzt der sorgsame Winzer den Stand der Blüthe und Frucht des Epheu für ein sicheres Vorzeichen einer vielversprechenden oder unergiebigen Weinlese. Eben diese Verwandtschaft mag, wie Frege*) be« merkt, mehrere Botaniker veranlaßt haben, zu der Gattung Viti» einige Arten zu zählen, die eigentlich nicht dazu gehören. 1) So setzt z. B. Gmelin und Thunberg drei Arten s) die dreiblättrige Weinrebe (viUs triiolia), K) die japanische Weinrebe (viüs Ponies), e) die oben unter Nr. 22 vorkommende fünf- blättrige Weinrebe (xentspkMs) unter die Gattung viUs, während sie nach Wil- denow der Gattung cissus zugetheilt werden. Dagegen werden 2) die Epheu«Weinrebe (v. UeäerscLs) soben Nr. 23^ bei Gmelin nach Linnve unter Iloäei» ( Epheu ) — und 3) die Baum < Weinrebe (v. aidorva) soben «) A. a. Olt S. 19. 13 Nr. 26Z von Perfoon (und nach ihm in Frege's botan. Taschenbuch M. Thl. L. Nr. 118) als sie, hender Klimmen (cissus stau8), von Michanx aber alS »inxeloxsis dixinnat» aufgeführt. Nicht nur in der Classifikation, sondern auch in-der botanischen Beschreibung der einzelnen Arten der wilden Reben selbst, ist überdieß noch manche Lücke bemerkbar. Elemente*) z. B. äußert, wie es scheint, ge, gründete Zweifel gegen die Richtigkeit der von Linnve und Wildenow beschriebenen Charaktere der indischen Weinrebe ( oben Nr. 1.) und der filzigen Weinrebe (Nr. 10). Eine Berichtigung scheint ferner die Beschreibung der oben (Nr. 4.) genannten Ufer, Weinrebe zu bedürfen. Der Verfasser hat nämlich der Güte des als Botaniker sowohl, als wegen seiner ausgezeichneten Kenntnisse in der hohern Gartenkunst achtungS, werthen großherz. Badenschen Garten»Direktors in Schwezingen, Hrn. Geh. Hofrath Zeiher, mehrere wohlerhaltene, getrockene Exemplare von vitis Arten zu danken, unter welchen sich auch die Ufer,Wein« rebe und die FuchS-Weinrebe befinden. Die Blätter beider Rebarten find sich in der Hauptform fast gleich, nur unterscheiden sich die der ersteren Art von letzterer, durch einen mehr eckig gezähnten Rand, eine erweiterte Grundbucht und hellere Farbe, und doch wird jene (oben Nr. 4) ') A. a. O. S. t6S. 14 in die Abtheilung s) mit unzerthejlten Blattern, und letztere (Nr. 1v) in die Abtheilung !>) mit gelappten Blättern gesetzt. Diese Beispiele werden genügend darthun, wie sehr die botanische Beschreibung und Classifikation der wilden Reben noch einer Vervollständigung be, darf, und wie gewagt eS seyn würde, ohne fort« gesetzte genauere Beobachtung ein folgerechtes Clas, sifikationS - System der cultivirten Reben-Narietäten auf jene zu gründen. Bis jetzt hat zwar das Resultat der Verglei, chung der Charaktere von beiderlei Reben zu der Vermuthung geführt, daß nicht alle cultivirten Reben von der weintragenden Nebe (oben Nr. 9. ?. viniiera), sondern mehrere von andern Arten, namentlich von der FuchS, Weinrebe ( Nr. 1t vitis Isbrn8os) und Petersilien«Weinrebe (Nr. 21 vitü Issciniosa) abstammen, aber immer wirdeSschwie, rig bleiben, die Verwandtschaft mit der einen oder der andern Art bestimmt abzuleiten. Eine sorgfältig angelegte Reben-Schule, wo die auS dem Samen gezogenen Pflanzen von cul, tivirten Rebarten den bis jetzt bekannten gleichar, tigen wilden Reben gegenüber gestellt, und auf die möglichst einfache Weise gepflegt würden, wäre vielleicht daS sicherste Mittel, um mit Sicherheit zu erforschen, welche Veränderungen an den cultivirten Rebarten bei der Fortpflanzung durch Samen sich 15 äußern, und in welcher Verwandtschaft die bei unö bekannten wilden Rebarten mit jenen unter sich stehen. Früher schon haben mehrere Oenvlogen die An» legung von Samen-Schulen für Reben empfohlen, noch ist aber nicht bekannt, ob Versuche der Art auch im Großen angestellt, und sorgfältig beobach, tet worden sind. Wahrscheinlich hielten die damit verbundenen Schwierigkeiten und die Unsicherheit des Erfolges die Freunde des Wein« und Gartenbaues ab, auS« gedehnte Versuche mit solchen Pflanzungen im Freien zumachen, weil die zarten, aus dem Samen lang, sam sich entwickelnden jungen Reben, selbst im ein, gefriedigten Lande leicht der Gefahr der Zerstörung ausgesetzt, nur selten dem Pflanzer die Hoffnung gewähren, die Früchte seiner Pflege zu genießen.*) *) Nach einer Mittheilung, welche der Verfasser dem Herrn Professor Schübler in Tübingen zu danken hat, zeigte ein daselbst von Herrn Or. Hehl angestellter Versuch, Weintrauben aus dem Samen zu erziehen, Folgendes: „ der Kern einer Silvanertraube wurde tm Oktober 1819 in gewöhnliche Gartenerde gesteckt, aus ihm entwickelte sich nach 6 — 7 Jahren ein mit Blättern und Zweigen reichlich versehener Weinstock, der erst tm achte» Jahre, nämlich im Herbst 182/ »um erstenmale einige Beeren trug; im Herbst l »2S hatte er einige Trauben angesetzt, an welchen jedoch gleichfalls verhaltnißmäßig nur wenige Beeren zur Ausbildung kamen , die Beeren selbst halten übri, genS dem Geschmack und Aussehen nach, die gehörige t6 Einen belohnenderett Erfolg dürften Versuche der Art, in öffentlichen botanischen Garten, längere Zeit fortgesetzt und beobachtet, versprechen, und in der That würden solche Institute bleibendes Ver« dienst sich erwerben, wenn sie, auch in dieser Beziehung nach dem schonen Muster des i'si-äia lies xlsntes in Paris, rein «wissenschaftliche mit prak« tisch«ökonomischen Zwecken zu vereinigen, sich bestreben wollten. Aber selbst einzelne Freunde des Weinbaues, welche den Besitz eineS zu einem Versuche der Art geeigneten Grund, Eigenthums entbehren, könnten manches zur Erweiterung der Kenntnisse der Wein» Rebenarten beitragen, wenn sie die Anleitung des achtungswerthen Pomologen vi. Diel*) zur sy- Güte. Der Stock entwickelte schon seit einigen Iahren sehr viele Blätter und Zweige, und zeigte überhaupt einen starken Trieb; im Schnitt wurde er bis jetzt wie die anderen tu der Gegend cultivirten Wein- Reben gehalten." Duhamel versichert sogar, daß ein ans dem Kern gezogener Weinstock nach zwölfjähriger Pflege keine Früchte getragen habe. Hdrter hingegen behauptet, im Widerspruch mit vorstehenden Beobachtungen, tu seinem rheinläudischen Weinbau II. Thl. L. 1Z. bei der von ihm angegebenen Behandlung erscheine an der aus dem Samen gezogenen Rebe schon im fünften Jahre die erste Frucht? ») Dr. Diel über die Anlegung einer ObSt-Orangerie in Scherben. Frankfurt IM. 17 stematischen Kenntniß der Kern« und Steinobst» arten auf die Wtinrebe anwenden, und einen Ver, such, wenn auch nur im Kleinen, mit der Pflaw zung verschiedener Rebarten in hölzernen oder tho« nernen Gefäßen von angemessener Große machen wollten. Denn es unterliegt keinem Zweifel, daß Wein- leben aus dem Samen oder von Ablegern gezogen, in etwaS geräumigen Gefäßen gepflanzt, ebenso gut wie Kern» oder Steinobst-Stämmchen, unter sorg« fältiger Pflege gedeihen und Früchte bringen; und wir hoffen, später den Erfolg unserer eigenen Ver« suche über diesen Gegenstand besonders mittheilen zu können. In wissenschaftlicher Beziehung mag es im« merhin von Interesse seyn, auf dem angedeuteten Wege die Abstammung der cultivirten Rebarten und ihre Verwandtschaft unter sich näher zu er« gründen, aber auch ohne dieses in der Ausführung stetS mit manchen Schwierigkeiten verbundene Mit« tel, sollte L.) durch eine umfassende Beschreibung dtt Weinrebe mit besonderer Rücksicht auf di< Charaktere der cultivirten Rebarten ein sicherer Leitfaden zu einem befriedigenden Clas« sifications-System gegeben werden können» Wir konnten in dieser Beziehung die Freunöt des Weinbaues auf frühere Abhandlungen über diesen Gegenstand verweisen« IS Aber die Rücksicht, daß diese theils an sich unvollständig, theils nicht auf sichere Beobachtung gen gegründet, oder nicht für eine systematische Classi« fication bearbeitet sind, läßt uns hoffen, daß eine kurze Zusammenstellung des Wesentlichen auS frü, heren Schriften in Verbindung mit den Resultaten eigener Beobachtungen hier nicht unwillkom« men seyn werde. Da übrigens tine genaue Kenntniß des innern organischen Baues der Weinrebe für den vorliegenden Zweck an und für sich nicht nothwen, dig — und zu erwarten ist, daß das lebendigere Interesse, welches sich neuerlich für das nützliche Fach der Oenologie aüsspricht, einen unserer deutschen Naturforscher bewegen werde, daS Bedürfniß einer gründlichen und möglichst gemeinfaßlichen Physiologie des Weinstocks recht bald zu befriedigen;, so wird eS hier an einer gründlichen Beschreibung der äussern Theile, und an einigen allgemeinen Bemerkungen über die Natur der Weinrebe genügen. !. Der Weinstock ist «in rankendes perennirendes sehr markiges Gewächs, als dessen Vaterland man die gemäßigte Zone Asiens in so ferne mit Grund annimmt, weil von diesem schonen Garten der Natur, nach allen geschichtlichen Spuren, die Cultur der Weinrebe sich Hand in Hand mit der Gesittung der Völker in die übrigen Theile der alten Welt verbreitete. 19 Die Länge der wildwachsenden Reben ist un» bestimmt, bei den cultivirten bestimmt sie die Be» Handlung und der Schnitt deS Winzers*). In Syrmien, im Königreiche Slavonien, wach» sen die wilden Reben 2V—30 Ellen lang, und man macht aus ihnen treffliche Drunnenstangen und die sogenannten Potsdamer Rohren**). Eine noch weit größere Lange erreichen öfters die cultivirten Reben, wenn die Stöcke an Ge» ländern gezogen werden. ' Mit der größern Ausbreitung ihrer Zweige erweitert sich auch der Umfang ihres Stammes, wovon wir in den alten Classikern merkwürdige Beispiele finden. Nach Strabo traf man in Margiana Wein« Löcke an, die große Männer kaum umfassen konnten. «) Die verschiedenen Schnittarten am Rhein hat der Verfasser schon in einer kleinen Abhandlung über den Rheinländischen Weinbau (Correspondenzblatt deS Würtemb. landwirthschaftl. Vereins von 1827) berührt, vollständig und mit Abbildungen erläutert, findet man jetzt die Erziehungsarten in dem neuesten Werke des Herrn Mezger in Heidelberg „Der Rheinländische Weinbau" Heidelberg ig27. dargestellt. *") Siehe Anmerkung in der deutschen Uebersetzung der Abhandlung über den Weinbau von Chapral «. Wien. löoi. S. 6. 20 Plinius sagt in seiner Naturgeschichte: „Wir „sehen zu Populanium eine Statue des Jupiters, „die auS einem einzigen Stücke von diesem Holze „gemacht,- und an der nach mehreren Iahrhunder« „ten nicht die geringste Spur der Verwesung be, „merkbar ist. Die Tempel der Juno zu Patera, „Masiilia (Marseille) und zu Metapontum ruh- „ten auf Säulen von Rebenholz, und noch jetzt „ist daö Zimmerwerk deS Tempels der Diana zu „EphesuS auS ägyptischen Weinstocken gemächt." Chaptal ') führt noch als Beispiel neuerer Heit die großen Thore der Cathedral-Kirche zu Ra« venna an, die auS Dielen von Rebenholz, mehr älS 4MetreS hoch, und 3—4DecimetreS breit ge, zimmert sind. Daö Alter deS WeinstockS, daS sich übrigens nicht wie bei den Bäumen an den Holzringen er« kennen läßt, hängt ebenso, wie sein Wachs« thun, lind daS Gedeihen seiner Früchte, von seinem Standorte und von der mehr oder minder künst« lichen Pflege ab*'). Dasselbe ist übrigens auch bei den einzelnen Rebarten unter sich verschieden. In der angeführten Abhandlung S. 171. ") Strabo spricht von einem Weinstock, der schon seit 6vo Iahren grünte, nach Bidets Versicherung sollen tn der Champagne und der Picardie nicht selten Weinpflatizungen gefunden werden, die ioo —iso Jahre tragbar sind, und in Chiante bet Flore»», »o die Weinsttcke in Viden gebaut werden, die zum 2t Der Weinstock verträgt sich mit fast allen Erdgattungen, und jedem Clima in den oben an« gegebenen Graden, wenn es nur auf seine Fort» Pflanzung ankommt, und man trifft selbst noch in Neuschottland, inNordamerika, mithin biszumZvsten Grade der Breite wild» Weinstocke an '). Ueber Theil jn Felse» gehauen werden, ist bei guter Lage sine Dauer von Zoo Iahren nicht ungewöhnlich, während man in Süddeutschland nur einzelne an Geländern gepflanzte Sticke von sehr hohem Alter kennt, und Reben tu Weinbergen gezogen, je nach Beschaffenheit der Sorte und des BopeuS, kqupi ein Alter von zo-"6o Jahren erreichen. 5) Seine Hoheit, der Herzog Bernhard von Sachse,, Weimar-Cisenqch, bemerkt ln des Beschreibung sei, ner Reise durch Nordamerika in den Iahren 1825— 1828 S- 211 bei der interessanten Schilderung seines Aufenthalts in dem neue» uuweit des Ohio gelegenen Etablissement der unter der Leitung des Herrn Napp, eiuxs gebornen Würtembxsgers, stehenden Harmoniter - Gesellschaft, Economy genannt; man habe ihm dort einen sehr dunkeln und kräftigen Wein zu kosten gegeben, der aus wilden Trauben berettet werde, welche auf der Insel im Wabash wachsen. Dieser Wein sey wegen seiner Herbe in den ersten drei Jahren nicht zu trinken gewesen, fr habe sich aber seit seiner Cinkellerung vor L Jahren so verbessert, daß er jetzt an den alten, ungarischen Wein erinnere. Man würde übrigens irren, wenn man glaubte, die gute» Würtembergcr müßten sich hier iu ibrem merkwürdigen Verein blos mit Gewächs von wilden Reben laben, den» die weitere 22 diesen Grad hinaus reifen seine Samen, der Natur überlassen, nicht mehr, wogegen er durch Men« schenhand gepflegt, bis zum 51sten Grade der Breite noch trinkbare Weine liefert. - Die Länder Europens, welche in der gemäßig« ten Avne vom 35—ZV Grave liegen, insbesondere Frankreich, Spanien, Portugal!, Italien, Sicilien, Süddeutschland, die südlichen Gegenden der Schweiz, Ungarn und ein Theil Griechenlands erzeugen in der nördlichen Hemisphäre die vorzüglichsten Weine. In den zwischen dem 10—25sten Grade der Polhbhe liegenden heißen Ländern, namentlich Zlbes- sinien, Lybien, den innern Ebenen von Ost- und Westindien, Jamaika »c. wächst hingegen nur wenig und geringerer Wein, weil hier entweder anhaltende Hitze dem Weinstock den nöthigen Saft entzieht, oder zu gewißen Jahreszeiten lang andauernder Regen ihm im Gegentheil durch zu viele Nässe schadet. In Neuholland sind bis jetzt alle Versuche, den Weinstock zu pflanzen, wegen aus, Versicherung des hohen Reisende», daß ansscr altem Rheinwein auch noch über 2» Stückfässer von der Gesellschaft selbst in ihrem frühern Wohnorte am Wabasch, Neu Harnionv, gezogenen Weines in den schönen Keller» des Napp'schen HauscS gelegen seyen, . beweist wohl zur Genüge, daß die Harmoniter den Weinbau »nd den edlen deutschen Weln eben so wenig, wie ihre schwäbische Kleldertracht, welche sie bls jetzt noch nicht gewechselt haben, in der Ferne vergäße». zz nehmend trockener warmer Winde, die um di» Zeit deS AuSschlagenS wehen, gescheitert. Uebrigens äußern nicht die geringere oder grd« ßere Polhohe allein, sondern auch, besonders die Erhöhung über die Meeresfläche, die Natur deS BodenS, die Lage der Pflanzungen, die größere oder geringere Entfernung von Flüssen, dem Meere, von Gebirgen, Waldungen, einen sehr bedeuten« den Einfluß auf daö Gedeihen der cultivirten Rebe, und den grdßern oder geringern AeitigungSgrad ihrer Früchte. Sie gedeiht in der Regel besser in einer lockern und milden Erde, in einem mehr steinigten oder mit Kalk, Tonschiefer, Quarz und grobem Sand ver, mischten Boden, als in schweren feuchten Leimen» boden, und zu nasser Untergrund bereitet ihr un» permeidlich den baldigen Untergang. Auch ändert sich, wie Chaptal *) bemerkt, die dem Weinbau zuträgliche Erde mit den klimatischen Verhältnissen. „Die Erfahrung lehrt, sagt er, daß in den „mittäglichen Gegenden Frankreichs der Weinstock „am besten in vulkanischen Erden und in Sandstein „und Granitsand, gemischt mit Dammerde und „einigen Theilen Alaunerde gedeihe. Gegen die „Mitte Frankreichs geräth er am besten aufSchie« „ferschichten und besonders auf Kalkfelsen, welche ') A. a. 0. S. ZtU. 24 „bei der Berührung mit der Luft leicht verwittern. „Gegen Norden zieht man den groben Sstnd, mit „Kalkerde gemischt, vor." Ueberall anerkannt ist insbesondere die Treff» lichkeit des Thonschiefers, des schiefrigen Thon« mergels, des Gypses und Kalks für den Weinstock, Vor andern geeignet, Wasser und die atmosphäri« sche Luft an sich zu ziehen, werden diese Gebirgsi arten leicht zersetzt und in frpchtbqre Erde verwan« delt. Daher wachsen auch die besten spanischen, franzpsischen und süddeutschen Weine, wie z. B, dix Wxisie zu Prieure^ in Catalonien, der vor« züglichste Champagner, die edlen Rheingauer-, Main« und Neckarweine auf Thonschiefer, ThosU Mergel odxr Kalk-, Kpeide- und Gyps-Gebirgen. Einen wohlthätigen Einfluß auf den Wein« stock äußert auch ein mit vulkanischen oder bituminösen Materien vermischter Untergrund. In er« sterer Beziehung dürfen wir nur auf die vortreffliche , auf dem Lavagrpnde deS Veftivs wachsende liscrzmse Okristi hinweisen. In Usigarn findet man daS beste Gewächs iq Yen Umgehungen vpn Tokay und am Nensiedler See, auf einem sxhr magern Untergrund von Him- steinen und besonders von Perlsteinen, auch die Vorzüge der Weine der jetzt im Besitze des Herzogs. Nflssauischen Hauses handlichen Domdechanei« Rebgüter bei Hochheim, und der Liebfrauen-Milch bei WormS werden einem Untergrund von Steinkohlen beigemessen *). Unter der gemäßigten Zone ist die mittägliche Lage an nicht zu hohen Bergen entschieden die vor« *) Als Beweis für die vorzügliche Tauglichkeit des eigentlich vulkanischen Untergrundes selbst für Wein- pflanzungen in hohen Gebirgslagen verdient der a»> Hohentwieler Berge, einem Basalt-Kegel, erzeugte Wein, welcher, unerachtet er unsern dem Ufer des Bodensees 2100 Par.Fnß über dem Meere wachst, besser als die gewöhnlichen Seeweine ist, besonders aber der vortreffliche Wein erwähnt zu werden, der M Kajserstnhle im Preisgan wachst, und »vovon Mezger a. a. O. S. 86 sagt, dgß xr, wenn er aus lauter Mißlingen erzeugt würde, dem Nhein- ganer nicht nachstehen würde. Eine sehr interessante, durch Herrn Professor Geiger in Heidelberg angestellte Untersuchung der Bodenarten von 24 Weingärten in den verschiedenen Gegenden des piheinthales, enthält die ebengenannte Schrift von Mezger in einer besondern Tabelle. Ueber die Bodenarten von Weinbergen jn der Nähe pon Stuttgart hat Herr Professor Schübler in Tübingen einige Untersuchungen im 7ten Bande der neuern Neise von SchweiggerS Journal der Chemie S. 63—69 und tn dem Anhange zu dxr deutschen Uebersetzung von Chaptals Agrikultur-Chemie (Metzler I824) S. zzo uisd 347 mitgetheilt, auch wird man seine»; fortgesetzte,, Bemühungen ohne Zweifel später noch weitere Resultate der Untersuchung der Bodenarten von Weinbergen in andern Gegenden WürtembergS verdanken. 26 züglichste für den Weinstock, weil sie ihn die wohlthätigen Einwirkungen der Sonne und der Luft ganz genießen läßt, und mehr vor den Nachtheilen der kalten Winde, des FrostS und Nebels schützt, auch zu Abführung einer allzu großen Menge Wassers geeigneter ist, als die Ebene, wo alle jene Feinde des Weinstocks so leicht das Ge, deihen seiner edlen Frucht stören und diese öfters ganz zernichten. Die beste Figur eines Weinbergs, sagt Sprin, ger *), ist die: „wenn er unten rund ist, nach „und nach in die Hohe steigt, und zugleich übe« „all nach der Regel VirgilS: ^,ertus Lsokus „smst coUes — frei ist. Nach der mittaglichen Lage ist die Lage gegen Abend der gegen Morgen auS dem Grunde vorzu« ziehen, weil letztere die Sonnenstrahlen im Som, mer zu bald entbehrt, im Frühlinge aber zu leb» haft aufnimmt, und daher dem FrühlingSfrost, dem Brand und Mehlthau mehr als jene ausge, setzt ist. Die Lage gegen Mitternacht ist unstreitig die schlechteste. Der verschiedene Standpunkt der Rebe an den ihr günstig gelegenen Bergen und Hügeln ist ebenso sehr zu beackten. Der oberste Theil eines BergeS ist in der Re» gel allzu trocken, und je hoher solcher ist, desto Ll- a. o.'S. tZtw. 27 leichter verdicken sich die Dünst«, weil die obere Lust kälter ist. Der unterste Theil hingegen hat schon manche Nachtheile der Ebene. Daher wächst der beste Wein in der Ncgel in der Mitte des Berges. Ueber die Einwirkungen der Nachbarschaft von Flüssen und Landseen auf den Weinbau sind nach Chaptal*) die Meinungen der Oenologen getheilt; offenbar spricht aber die Lage der besten Weinberge in Frankreich, Süddeutschland, Ungarn, der Schweiz u. f. w. dafür, daß die Nachbarschaft von Flüssen und großen Landseen nur sehr vortheilhast seyn kann, besonders für solche Weinberge, welche hoch genug liegen, um nicht eher von den feuch- ten Ausdünstungen erreicht zu werden, bis sich solche großern Theils mit der atmosphärischen Luft verbunden haben. Ein nachtheiliger Einfluß derselben wäre daher nur dann möglich, wenn unterirdische Dünste den Weinpstanzungen bereits hinlängliche Nahrung, welche mit der Wirkung des Lichts und der Wärme auf den Nahrungssaft im Verhältnisse steht, verschafften, und die aus der Nachbarschaft der Flüsse kommende Feuchtigkeit somit für jene über» flüssig und schädlich wäre. Nach dieser kurzen Andeutung der Beschaffenheit des für den Weinstock geeigneten BodenS, Climas und der Lage, welche wir nicht umgehen ') A- a. 0. S. 512. 2S zu dürfen glaubten, weil sie bei der Auswahl der geeigneten Rebarten überhaupt sehr zu beachten, und im entgegengesetzten Falle häufig als eine mitwirkende Ursache bei der Ausartung derselben anzusehen ist, gehen, wir U. auf die einzelnen Bestandtheile der Weinrebe über. t.) Der Kern, (Tab. I. Fig. 1. 2. Z. 4.) öder daS Samenkorn der Weinrebe, wodurch diese durch die Natur fortgepflanzt wird, ist hornartig, und seine Gestalt bei einigen Varietären verschieden. Bei länglichen Beeren sind nämlich die Kerne «twaS länger, als bei jenen Rebsorten, die runde Beere haben. Ebenso wird ihre Dicke theils durch den großern ober geringern Umfang der Beeren, theils durch die in denselben befindliche Zahl be« dingt, welch letztere nicht, wie einige Botaniker behaupten, im gleichen Verhältnisse mit der Am zahl der Kelchzähne, der Blumenblätter, der Staub» fäden, regelmäßig auf 5 bestimmt bleibt, sondern nach den verschiedenen Rebarten manchmal auch als Folge einer mehr oder weniger vollkommenen Ausbildung des Kerns von t bis 5 wechselt. , Ganz kernlose Trauben gibt es bei wilden Reben eben fo wenig, als bei cultivirten, wenn die Beeren den erforderlichen ZeitigungSgrad erlangen. 2S Auch in der TraubewVarietät, viti» vinifers sp^ron», der Corinther Traube, deren Benennung sparen» den gänzlichen Mangel an Kernen andeutet, bilden sich in der Regel bei vollkommener Entwicklung Saamenkbrner auS, nur sind sie im gleichen Verhältnisse mit den kleinen Beeren der Traube so unbemerkbar, daß dadurch leicht die Meinung, dieselbe sey ganz kernlos, entstehen tonnte. Jeder Traubenkern hat drei Decken, die äussere ist etwas fleischig, so lange die Beere unreif ist, und häutig in der zeitigen Beere. Seine Aussenseite ist bei einigen Varietäten braun, bei andern bunt, bei einigen braungelb. Die mittlere Decke ist beinartig und zerbrech, lich, im innern Theile bildet sie hockerartige Fal, ten, die durch die zwei tiefen Furchen des Bau, cheS entstanden sind , welche zur Hälfte die drei Zellchen der Höhlung theilen, worin sich das Mark befindet, so wie gegenüber in der Mitte der an» dern Seite die Nabeldffnung sich zeigt. Die innere Decke ist eine sehr dünne Haut, welche unmittelbar das Mark einschließt. DaS Mark besteht ») auS der Keimdecke, welche die ganze Höhlung ra». i. der innern Haut einnimmt, von der Form des T'«- KernS, fleischig und weiß ist. Theilt man sie nach der Länge, so sieht man jn ihrem innern Theil 30 Tab.1. !>) einen kleinen aufrechten, milchweißen Körper, den Keim. Dieser ist aus lanzetformigen, im innern Theile vereinten, und im äussern sehr stumpf auf, gerichteten Samenlappen, und dem runden unten etwaS gedehnten Würzelchen zusammengesetzt. Wenn die wohlthätige Einwirkung der Früh, lings-Sonne und der erwärmten Feuchtigkeit deS Bodens den zarten Keim entfaltet und seine Decke sprengt, so treten zuerst zwei Würzelchen, genährt von dem milchigten — bei der Keimung im Kern sich bildenden Safte hervor, senken sich hinah in öie Erde, und treiben den kleinen Stamm mit den Samenlappen und Stämmchen hervor, von welchen erstere in Farbe und Form von letzterem sehr verschieden, nur dazu bestimmt zu seyn scheinen, dem zarten Pflänzchen so lange zum Schutze, und wie die Mut« terbrust dem Säugling, zur feinern Nahrung zu dienen, bis solches erstarkt ist. T-b.I. So entwickelt sich nach und nach die junge s>«. 9. Pflanze, wie sie die nach der Natur gegebene Zeichnung darstellt, worin wir a) die Wurzel, 1i) die Saamenlappen, , e) die Knospe, . daS unmittelbar hieraus wachsende tragbare Holz oder daS Gefcheer (Zuaäsie); p. die aus dem Kopfe hervorkommenoen jungen Zweige pder Bodenholzer, welche später sich zu neuen Schenkeln bilden; «I. Zweige, die aus den Knoten der Schenkel wachsen, nennt man Hinterzapfen, welche gewöhnlich daS folgende Jahr auf 2^3 Augen geschnitten werden; die oben am Schenkel wachsenden Zweige, Rebenkanken oder Ruthen, sind je nach der Behandlung des Schnitts, Bogen-Reben, wenn die Ruthe in einem Bogen an den Pfahl geheftet wird; Zapfen, Knoten, wenn solche auf 3—5 Augen geschnitten werden; Stelzen, (Slbrzel) wenn sich der Schnitt auf 2 Augen beschränkt; «16. wenn ein zum Biegen bestimmtes Holz ent, zweibricht, und gerade an den Stamm gebunden wird, wird solches Kunkel genannt; -e. die Schoße, die aus einem oder zwei der letztern Augen deS BogenS ss., oder Kunkel hervorwachsen, nennt der Winzer die Schna- belholzer; ts. Gelaische, Gelenke, sind die, zwischen 2 Augen oder den Knoten befindlichen Theile deö 32 Rebhvlzes, welche den Knoten«Abstand be< zeichnen. Auf die Menge und Länge deö Rebhvlzes hat der Bau und Boden sehr viel Einfluß, doch un« terscheiden sich manche Rebarten, auch abgesehen hievon, durch größeren oder geringeren Holztrieb, und längeres oder kürzeres Rebholz. Man sagt im ersten Fall, die Rebe ist groß, weil sie dann zur Pflanzung an hohen Geländern geeignet ist, im entgegengesetzten Falle ist sie klein, oder sie ist mittelmäßig, wenn man sie sowohl als Weingart« stock, als an hohen Lauben erziehen kann. Bei -den meisten Rebanen ist daS Rebholz in Ermanglung von Körpern, an welche eS sich, ver« möge seiner Ranken (siehe hienach 6) hängt, krie« chend, bei andern behält eS eine wagerechte, — bei einigen eine fast senkrechte Richtung. Die Dicke desselben ist gewöhnlich im Verhält« niße zu jener deS Stocks. Der Knoten - Abstand (oben i?.) hingegen ist charakteristisch verschieden, indem eS Arten gibt mit kurzem Rebholze, dessen Knoten entfernter stehen, als bei anderen, die viel längeres haben. Der Gestalt nach ist das Rebholz rund und etwas glatt, und am untern Theile gedrückt, welches besonders bei gablichtem Holze bemerkbar ist. Seine gewöhnliche Farbe ist braunrothlich, im holzigen Theile, und grün im krautartigen Theile. In einigen Varietäten trifft man sie braun« weißlich, weißbräunlich und sast gelb. 36 Alle diese Farben erstrecken sich gewohnlich in Streifen^ »reiche der Länge nach bis an die Spitze fortlaufen, vorzüglich das Rothe und Braunrothe. Der untere Theil des Rebholzes hat kleine, schwärzlich runde Flecken, die Sctiattirung an dem» selben, so wie die Farben selbst, ändern sich manch, mal nach dem Alter des Weinstocks, dem Boden, der Lage u. s. w. übrigens zeigt sich bei genauer Beobachtung, besonders zur Zeit der Traubenreife, daß sie bei ganzen Familien charakteristisch sind. Dem jungen Rebholze und dem Knoten der Rebe entsprossen 5) die Augen oder die Knospen. Sie sind eine Fortsetzung der Rinde, des Holzes und deS MarkeS. Während des WinterS sind sie in drei oder vier lederartige Blättchen einge» hüllt, deren Farbe auf der Oberfläche der Farbe der Rebe gleicht, auf der innern Seite aber in's Grünlichte fällt. Unter dieser ersten Hülle befindet sich noch eine zweite, die aus einem wollcgten Stoffe gebildet ist, lichtrrth von Farbe, und besonders dicht in dem obern Theile der KnoSpe. Bei der ersten Frühlingswärme fängt diese Blatthülle, die man oft uneigentlich Knospenkelch nennt, an, sich zu offnen, und fällt ab, sobald die Knospe zu treiben beginnt. Die KnoSpe, die sich das folgende Jahr entwickelt, sitzt immer an der Basis eines Blattes. Ist die Knospe vor ihrer Entwicklung zugespitzt, so bringt sie blos Holz 37 und Blätter, nimmt sie im Gegentheil eine f.ist viereckigte Gestalt an, oder ist sie zweien sich berührenden Ol) ähnlich, so ist es eine fruchttragende KnoSpe. Die Knospe ist die Grundlage des jungen Holzes, der Blätter, der Reben, der Blumen und der Früchte, sie enthält alle Theile der neuen Pflanze. Sie ist in einigen Varietäten länglicht «nd mehr zugespitzt als an andern. Ein anderer Unterschied besteht in der Menge deS FilzeS, der sie bedeckt, und der nicht bei allen Varietäten der nämliche ist. 6. Eine Ranke ist, nach Elemente'S ') Ansicht, nnr eine unausgebildete Traube, der es am geho« rigen Saste fehlte, um an Körper mehr zuzunehmen, und sich mit Blüthen zu bedecken. Dieser Ansicht ficht die Beobachtung zur Seite, daß bereits entwickelte Trauben, in Folge ungünstiger Witterung nicht selten in Ranken ausarten, oder wie sich der Winzer ausdrückt, „vergabeln". Hieraus folgt aber, wie Chaptal (->». o. S. 280.) richtig bemerkt, nicht, daß alle Ranken hei gehöriger Entwicklung fähig wären, sich in Trauben auszubilden. Denn in der Regel treibt nur der obere Theil der Reben, Ranken, wo sich selten eine Frucht Zeigt,, weil der starke Zufluß deS Pflanzensafts ge- Rvras Äuncnte, S. 6Z, ZS gen das Ende des Stocks zu wenig verarbeitet, unfähig zur Erzeugung von Trauben, und nur geeignet ist, in Holz verwandelt zu werden. Die Ranken, theils einfach, theils zweitheilig gebildet, krümmen sich spiralförmig an ihrem Ende zusammen' und dienen blos dazu, dem zarten Holze der Reben das Vermögen zu geben, sich an die zunächst stehenden Korper anzuklammern. RoxaS Elemente (am all. O.) sagt: Man finde sie nur an wenigen Rebarben den Blättern entgegengesetzt, an den meisten aber an dem Rebholze zerstreut und unordentlich gestellt; wir beobachteten aber ge« rade daS Gegentheil, wenigstens zeigten sich an den von unS bisher untersuchten Rebsorten die Ranken in der Regel den Blättern oder Augen gegenüber, und nur selten fanden wir solche an dem Stiele einer Traube. Möglich wäre eS, daß der üppigere — durch daS Elima Spaniens begünstigte Wuchs der Re» den, eine Veränderung hervorbrächte, aber jeden« falls scheint unS die größere oder geringere Zahl der Ranken, noch eher als die Stellung derselben, ein bcachtungswertheS Merkmal zu seyn. 7) Die Blätter Hilden sich durch die Entfaltung und Ausbreitung der Enden des Blattstiels. Der Blattstiel, bei einigen Abarten rundlich, schlank, bei andern stärker und dicker, bald länger, bald kürzer als das Blatt, bald grünlich, bald 39 ganz oder zum Theil rdthlich, und bei einigen Reb< arten wie das Blatt, glänzend glatt, bei andern filzig oder haarig, theilt sich da, wo er in der Mitte der von rückwärts verlängerten Blaltseiten gebildeten Grundbucht deS Blatts eintritt, in fünf Aeste. Der mittlere lanft gerade zur Spitze fort, der nächste Ast wendet sich nach dem Rande, um dort wieder eine vorspringende Spitze zu bilden, und der dem Rande zunächst liegende, der sich fast unter einem rechten Winkel, von den Rücken «Nerven abwendet, theilt sich nahe an seinem Ursprünge in zwei Aeste, deren jeder in ein Eck ausläuft. Der Rücken-Nerve gibt oberhalb in der Haupt» Nertheilung in die fünf auseinander gehenden Ner< ven wieder beiderseits, drei oder vier Paar kleine Nerven ab, welche in kleinen Spitzen oder Ecken sich enden. Von jeder Seitenecke senkt sich ein Winkel, oder eine Spalte, tiefer in das Blatt hinein, und durch diese einspringende Winkel wird daS Blatt in die sogenannten Lappen getheilt. Die Anzahl der Lappen ist gewohnlich fünf seltener drei oder zwei. Bei einigen Varietäten sind sie wieder in viel kleinere Lappen durch wenig vertiefte Buchten um jkrgetheilt; sie sind gewohnlich um so zugespitzter, als sie länger sind; übrigens ändert sich die Tiefe der Buchten, der Einschnitte oder der seitenständigen Eingänge auffallend an der nämlichen Rebart, da> 40 her gibt uns die Zahl der Lappen nie ganz bestimmte Merkmale für die verschiedenen Arten. Ein etwaS zuverläßigereS Kennzeichen gewährt dagegen der Ausgang deS BlatteS im untern Theile. Verengt sich nämlich die Bucht gegen die Scheibe, indem sie einen Winkel bildet, so heißt sie eine spitze Bucht, erweitert oder rundet sie sich oft zu Herzgestalt, so wird sie herzförmige gerun» dete Bucht genannt. Im ersten Falle dringt sehr selten die Bucht bis zu einem Drittel der Blattscheibe, und sehr oft verschwindet sie ganz, dann sagt man, das Blatt rab.ll. ist etwas gelappt oder fast ganz. Sig. ». Hm zweiten Falle sind die Buchten gewöhnlich viel tiefer im Verhältnisse zu ihrer Ausdehnung, und wenn diese bedeutend ist, so kreuzen sich die Lappen , d.. h. sie berühren sich nicht allein an ihren Ränden, sodern legen sich selbst übereinander; ein solches Blatt wird r-b.tl. gebuchtet s>g. 2. genannt. Durchschneiden eS die Buchten bis zur Hälfte, oder noch tiefer, sind sie mehr senkrecht als wagrecht, und haben sie ihre Richtung gegen den Grund deS Blattes, nicht aber gegen seine Haupt, nerven, so nennt man das Blatt rad.II. handformig. Slc. z. Sitzen mehrere kleine Blättchen , abgetheilt auf einem gemeinschaftlichen Blattstiele, an dessen Ende sie mittelst besonderer kleinen Blattstiele ausgehen, 41 wie z. B. bei der Petersilien-Rebe, so ist das Blatt zusammengesetzt*). Tab .il. Die Ducht am Grunde des Blattes unter-^ scheidet sich ebenfalls durch den Winkel, den ihre zwei Seiten machen, und durch den Grad ihrer Ausdehnung; aber auch diese wechselt nach unsern Beobachtungen, ebenso wie die Zahl der Lappen bei vielen Arten an einem und demselben Stock, und die Form der Grundbucht ist daher ebensowenig, wie jene der Lappen ein konstantes Merkmal. Der Rand der Blätter ist in der Regel eingefaßt, mit einerlei oder zweierlei Reihen Zähne, die sich mit einer etwas knorpeligen Spitze enden. Bei einigen Varietäten sind die Zähne kurz, breit und abgestumpft. Bei andern mittelmägig und gespitzt, bei einigen sehr schmal und zugespitzt. Bei zweierlei Zahnreihen sind die einen Zähne kleiner, in geringerer Zahl und wechseln mit einander. Die Länge der Zähne ist gewöhnlich im Verhältnisse zu jener der Lappen. Die Oberfläche deS Blattes gibt in gewisser Beziehung wichtigere Charaktere als sein Rand. «) Es ist auffallend, daß Elemente diese Blattform, die doch verschieden von der blos handfirmigen ist, nicht berührt, obgleich er die vitis Iscinioss l^in. (Petersilien-Rebe) sS. 66- Anm.Z als Beispiel des Wechsels der Vlattsorm an einer Neben-Sorte angeführt. 4? Die obere, dem Licht mehr ausgesetzte Seite ist gewöhnlich ganz glatt und ein wenig glänzend, öfters ungleich, nur selten mit Bläschen bedeckt, oder etwas wollig. Die Unterfläche hingegen ist nie ganz nackt, bei einigen Varietäten sind die Haare sehr kurz und sehr weitstehend, (wenig wolligtes, haa« rigteS Blatt) , bei andern findet man nur einig« Haare am Blattgrunde, (fast nackt), bei mehreren sind sie dichter und länger, (sehr wolligt, haarigt), oder sind sie durchschlungen, und bilden einen mehr oder minder dichten Filz, (filziges Blatt), der sich bei einigen Arten sehr leicht, bei andern nur durch starkes Reiben vom Blatt trennt. Die Große und Länge der Blätter, steht in der Regel mit der Große und Form der Traube in einigem Verhält« niß. Doch sind die untern Blätter meistens größer als jene aus der Mitte des Rebholzes; nur bei einigen Arten ist dieser Unterschied nicht bemerkbar. Selten trifft man «ine Rebe, woran alle Blät« ter von der nämlichen Farbe sind. Bei einigen Varietäten ist das Grün fast rein und lebhaft. Bei einer großen Zahl ist es Heller und hat «inen leichten, gelben Anflug, bei andern herrscht das Gelbe über das Grüne, bei einigen schmelzen diese beiden Farben so ineinander, daß sie schil» lern. bei ander», wird die eine immer von der an, dern bemackelt. Die Farbe deS FilzeS, der (siehe oben) eini- -N gen Rebarten, besonders auf der Unterseite eigen ist, ist gewohnlich weiß, bei einigen weißgelblickt, bei andern rostfarbig oder ockergelb. Gegen die Zeitigungs»Periode der Traube zei, gen sich gewöhnlich am Blatte mehrerer Rebarten, Flecken von schmutziggelber Farbe, bei andeln eine schone und lebhafte Rothe, die manchmal die ganze Scheibe des Blattes einnimmt, oder nur demsel« ben zur Einfassung dient. Ebenso ist die Farbe der Blätter zur Zeit, wo sie sich aus den Knospen entwickeln, bei einigen Rebarten verschieden. Bei einigen scheint das ganze Blatt am Rande mit ei» nem angenehmen Roth eingefaßt, andere sind mit einem weißen Filze bedeckt. Auch das Abfallen der Blätter im Herbste be» merkt man bei einigen Arten früher als bei andern, was auf die Zeitigung der Frucht bedeutenden Ein» siuß hat. 6) Die Blüthen '). r-b.nl Die Blüthe des WeinstockS besteht aus vier^' ^ Haupttheilen, ^ ^ «. dem Kelch, b. der Blumenkrone, *) Fig. i. ist die ganze Traubenblüthe, nach der Natur gezeichnet. „ 2. Die einzelne geschlossene Blüthe. „ Z. Dieselbe in vergrößertem Maßstab. „ 4. Die offene Blume. ,, s. Dieselbe in vergrößertem Maßstab. 44 e. den Staubfäden, 6. dem Stempel (Pistill), und zwei minder wichtigen Theilen e. der Scheibe, und k» den Drüsen. Der Kelch ist die äussere Decke, die am Grunde alle übrigen Blüthentheile umgibt, er ist von so geringer Bedeutung, daß er kaum eine halbe Linie einnimmt, als ob er keine weitere Bestimmung hätte, als die Blumenkrone zu unterstützen, daß sie nicht vor der BefruchtungS-Periode aufbreche. Er hat die Form einer gewohnlichen Trinkschale, ist krautartig und grün im unteren Theile, etwaS häutig und weiß am Rande. Man beobachtet an ihm fünf unregelmäßige Zähne, die fast unbemerkbar sind. Der Kelch erhält sich entstellt am Blüthentheile, bis auch dieser zu Grunde gehet. Unmittelbar auf den Kelch folgt die Blumen- kröne. Diese ist eine viel größere Decke von einer bis anderthalb Linien in der Länge, sie umhüllet die Staubfäden und den Stempel, und nachdem sie beide so lange vollkommen decket, bis die Befruchtung vor sich gegangen ist, öffnet und entfaltet sie sich. . Sie scheint in dieser Zwischenzeit auS einem einzigen Stücke zu bestehen, das in seiner Länge mit fünf gegen die Spitze vertieften Furchen bezeichnet ist, welche sich in eben so viele Lappen theilen. Ihre Gestalt läßt schon auf jene der 45 Frucht schliessen, indem sie kugelig bei den Varie> täten mit runden Beeren, und kreisclfvrmig, birnförmig, bei jenen mit länglichen oder eyformigen Früchten erscheint. Die Furchen, die man an der geschlossenen Dlumenkrvne bemerkt, sind die Trennungslinien zwischen den Blumenblättern, die sie bilden. Die Art, womit jene sich bei der Blüthe der Rebe bff- net, ist ganz sonderbar. Ein Blumenblatt fängt sich am Grunde zu losen an, und unmittelbar dar» auf trennt eS sich von dem andern, und rollt sich bis fast zur Spitze auf; bald darnach thut das nächste Blatt daS nämliche, und so trennen sich nach und nach alle, eines nach dem andern, von dem übrigen Theile der Blüthe, darauf fallen sie zur Erde; doch immer noch an der Spitze vereinigt, bilden sie einen Stern, dessen Strahlen mehr oder minder verkürzt sind. Nach Elemente gibt es Varietäten, an welchen mehrere Blumenkronen am Fruchtboden mit dem äussersten untern Ende eines Blumenblattes, bis nach der Traubenreife geheftet bleiben. Solche nennt er bleibende, oder doch verwelkend bleibende Blumenkronen, um sie von ersteren zu unterscheiden, die wirklich abfallen'). *) Die von Elemente beobachtete Verschiedenheit einzelner Bestandtheile der Blüthe rühren ohne Zweifel öfters von reinzufälligcn Einwirkungen her. Da man solche demnach als konstante Unter- 46 Die Gestalt der Blumenblätter ist fast länglicht; denn sie verengen sich gegen ihren Vereinigungspunkt; am Grunde, der etwas hellgrüner als der. übrige Theil ist, sind sie abgestumpft. So wie die Blüthe ihre Blumenkrone öffnet, sieht man den Act der Zeugung zwischen dem Weibchen und den fünf, oder auch mehreren Männchen aufgedeckt, die es umgeben, und fast allen ihren Samenstaub über dasselbe verbreitet haben. Die Männchen oderStaubfäden sind zusammengesetzt, aus einem kleinen, weißgelblichen, gegen die Spitze verdünnten Faden, von einer Linie Länge, und dem, an dessen äussersten Ende befestigten Staubbeutel. Letzterer, ein gelber Körper von der Form eines stumpfen Pfeils, besteht aus zwei kleinen Fächern oder Kapseln, die sich der Länge nach in dem Theile offnen, der nach dem Mittelpunkte der Blüthe gerichtet steht, indem er den Staub oder das gelbe Pulver, womit er gefüllt ist, ausschüttet, welches den männlichen Samen, oder den scheidungs - Merkmale elnzelner Varietäten ulcht unbedingt annehmen kann, so wird der Verfasser dieselbe noch längere Zeit prüfen, und später das Resultat der fortgesetzten Beobachtungen mittheilen. Wichtiger als diese Verschiedenheit ist für den Oekonomen jedenfalls die Zeit und Dauer der Blüthe, und die größere oder geringere Ciiipsind- lickkeit einer Neben - Varietät gegen die Einwirkungen der Witterung, während der Blüthejett. 47 befruchtenden Stoff enthält. In der ganzen Zeit, als diese Ausschüttung des Staubes währet, halten sich die Staubfäden aufrecht, und ihre Staubbeutel verweilen gegen den Griffel gruppirt. Das Weibchen oder der Stempel, nimmt den Mittelpunkt der Blüthe ein, es ist zusammengesetzt auS dem Fruchtknoten und einem Punkte oder runden und gelben Korper, der sich an seiner Spitze befindet, und die Narbe genannt wird. Daran hänget sich vermöge deS Saftes, den jene ausschwitzt, der Staub, welchen die Staubbeutel der Männchen von sich schnellen; und durch sie wird die erzeugende Flüßigkeit in den Fruchtknoten gebracht, um da« mit die Eyer zu befruchten. Da der Fruchtknoten der Uranfang der Frucht ist, so bemerkt man schon daran die Gestalt, die mit dem Reifen der Frucht deutlicher wird. Die Narbe bleibt welk, und verhärtet an der kleinen befruchteten Beere, und zwar nach den Varietäten durch längere oder kürzere Zeit. Bei einigen ist sie nicht in der Mitte, oder sie nimmt ganz genau die Mitte oder das Centrum der Beerenspitze ein; zuweilen ist sie an die eine Seite gestellt, oder sie ist ausser dem Mittelpunkte. Dem Samenstaube verdankt man den herrlichen, dein Duft der Reseda ähnlichen Geruch, der während der BefruchtungS - Periode, oder der Blüthezeit, aus den Weinpslanznngen duftet. Die übrigen Theile der Weinrebe sind ohne Geruch. Die Staubfäden haben nach der Befruchtung ihren Dienst erfüllt; sie verwelken und fallen 48 bei den meisten Varietäten schnell ab. Nur bei einigen bleiben sie, bis sich die Beere färbt; bei andern sogar bis nach der Beerenreife. Der Stempel ist mit einem angeschwollenen, zirkelformigen Randstreifen umgeben, welcher mit dem Fruchlboden, oder der Verlängerung deS Holztheiles des kleinen Beerenstiels, einen Korpfr bildet. In dem Randstreifen befindet sich jener Theil, den man die Scheibe nennt, und sehr nahe bei seiner Vereinigung mit den Fruchtknoten, ent, stehen die Staubfäden, jeder einem Blumenblatt, stiele gegenüber. An den meisten Rebenarten findet man am Grunde des Fruchtknotens, und scheinbar verei- nigt mit der Scheibe, kleine Drüsen, die bald hart werden, und jenen Theil bilden, der an der Beere, die Franse (den Ring) bildet, d. h. jenen mehr oder minder auffallenden Zirkel, der gewöhnlich den Punkt umgibt, in welchen die, an dem kleinen Stiele befestigte Deere eingesenkt ist. Man hat die Zahl der Drüsen zu bemerken, die sich gewöhnlich auf fünf beläuft, und mit der Anzahl der Staubfäden, mit welchen sie wechselweise stehen, oft bis zu acht anwachsen. Zuweilen bilden sie am untern Theile einen Korper; in diesem Falle ist jener Kreis, der sie vereiniget, von einer helleren Farbe. Ihre Gestalt ist gewöhnlich länglich, oder fast kreisförmig, oft viercckigt, und zuweilen unregelmäßig. Ihr Korper ist bei vielen Varietäten so klein, daß.man ihn ohne Vergrößerungsglas 49 nicht sehen kann, bei andern sind sie sehr sichtbar. Ihre Farbe ist eygelb, zuweilen braungelb, grün, oder weißlichgelb. ES scheint, daß die Varietäten in eben jener Ordnung, als sie früher oder später Knospen treiben, auch früher oder später blühen. Allein, so lange wir nicht erfahren haben, ob dieses Gesetz auch allgemein und standhaft sey, haben wir an jeder Varietät nur zu bemerken, ob ihre Blüthen früh oder spät erscheinen. Zugleich hat man zu beobachten, ob sich die Blüthen schnell oder langsam öffnen. Die Ordnung, der Bau und die Vereinigung, die man in den Blüthentheilen bemerket, lassen fast keinen Zweifel übrig, daß der Kelch eine kleine Verlängerung der Oberhaut oder äusseren Rinde, so wie der Balg die innere grüne Rinde sey, welche, nachdem sie sich verlängert, und mit der ersten äusseren Rinde, bis zur Spitze des Blüthenstiels, d. i. bis zu dem Entstehungspunkte des Kelchs, sich bedeckt hat, nun nackt erscheint, und die Substanz der Scheibe, während sie sich ihrer Erhabenheit anpaßt, umhüllt, dann zum Grunde deS Fruchtknotens kommt und sich erweitert, um einen Sack oder den Balg zu bilden, welcher den Saft und die Kerne einschließt. Da die Staubfäden an dem inneren Theile befestiget sind, so wie die Drüsen am Grunde des Fruchtbodens am Balge angeheftet sich befinden, und in ziemlich starkem Zusammenhange mit den 50 verschiedenen , eben genannten Theilen, die sich zugleich berühren, stehen; so ist es kein Wunder, wenn bet dem Abreißen einer Beere von einer rei, fen oder unreifen Traube, ein Stückchen der Scheibe mit ihren Staubfäden mitgerissen wird, indessen bei einer andern ein Theil ihreS Balgeö und ihrer Drüsen, und zuweilen selbst ihreS Fleisches, an ihr angeheftet bleiben. 9) Die Trauben. Die Traube ist auö dem Traubenstiele, dem Kamme, dem Beerenstiele, und den Beeren zu« sammengesetzt. Man nennet Traubenstiel jenen kleinen Zweig, der ohne Beeren am Rebholze, mittelst deS oberen Ausgangs der Traube, befestiget ist; die Spindel ist die Fortsetzung, oder jener Theil deS Traubenstiels, der sich verborgen unter den Beeren der Traube, bis zu ihrer Spitze verlängert. Die klei- nen Beerenstiele oder zweiten Stiele sind jene klei, nen Aestchen, die längs der Spindel wachsend, eine einzige Beere unterstützen, und sich öfters in dritte Beerenstiele theilen. Die Vereinigung des großen Traubenstiels und der kleinen Beerenstiele, heißt der Kamm. Die Vereinigung eines Beerenstiels mit den zweiten Beerenstiele», sie mögen nun dritte Beerenstiele, oder auch keine haben, so wie jene der dritten Beerenstiele, die an einem zweiten angeheftet sind, nennt man Träubchen, so lange sie ihre 2l Beeren behalten. Die ausgepreßte Beere, oder di« Vereinigung ihres Balges und ihrer Kerne heißt die Träber. Obgleich die Traubenzahl sich ungemein ändert, nicht allein durch Verschiedenheit der Kultur, durch jene des BodenS und deS AlterS deS Wein» stocks, sondern auch durch jene der Climate; so muß man sie dennoch in den Beschreibungen aus, drücken, wenn gleich der Stock selbst in andern Verhältnissen stehet. Sie ist gewohnlich sehr charak? teristisch in einem bestimmten Lande, und sie bildet den Hauptgegenstand der Sorgsalt deS Pflanzers. Man bezeichnet diese Eigenschaft der Weinreben» Arten mit dem Ausdruck: „Eine ergiebige Rebe, ziemlich ergiebig, we, nig ergiebig." In der Regel sind die schwarzen Gattungen ergiebiger als die weißen. Der Umfang der Traube ist ebenfalls sehr der Veränderung unterworfen, indessen doch nicht so, daß er nicht bei einigen Arten als Unterschei, dungsmerkmal dienen dürste. Er ist nicht immer im Verhältnisse zu jenem der Beere. Ihre Gestalt ist fast unveränderlich, und ziemlich verschieden. MeistentheilS nähert sie sich der cvlindrischen Form, d. h. die Traube ist in ihrer ganzen Länge fast gleich dick (cylindrische Traube), zuweilen eycylindrisch, d. h. im untern Theile cylindrisch, und dicker gegen den Traubenstiel, (eycvlindrische Traube). Ein anderömal ist sie cylindrisch im 52 oberen Theile und verengt sich gegen die Spitze (cylindrisch kegelförmige Traube), andere sind dick gegen den Traubenstiel, und nehmen gegen die Spitze ab, (eykegelformige Traube). Andere sind unregelmäßig, ungestaltet. Sehr wenige sind tu» gelig oder rund (fast kugelige Traube). Man sagt, die Trauben sind einfach, wenn sie nur einfache Beerenstiele enthalten, oder wenn jeder Stiel nur eine Beere trägt, sie sind zufam« mengesetzt, wenn sie zweite Beerenstiele haben, und doppelt zusammengesetzt, wenn diese noch dritte, kleine Deerenstiele haben. Elemente') ist der Meinung, daß die ge, drängten (engbeerigten) Trauben keinen constan, ten Unterschied bilden, sondern der engere oder weitere Stand der Beeren blos von der größeren oder geringeren Anzahl der getriebenen und ausge« bildeten Blüthen abhänge. Nun beobachten wir zwar nicht selten, daß wenn anhaltender Regen, Wind, oder zu starke Hitze, die zarten Blüthen zerstören i entweder diese, oder auch noch später die kleinen bereits befruchteten Beerchen theilweise ausfallen (ausrohren) und dann Lücken in der ausgebildeten Traube entstehen. Allein, wenn gleich manche Rebarten dieser zufälligen Einwirkung mehr als andere ausgesetzt sind; so wird es doch keinem Winzer einfallen, nach dieser von der Witterung abhängenden Ent< ») A. a. Ort S. 84. 5Z Wicklung der Traube eine Art als engbeerig und die andere als weitbeerig zu bezeichnen. Vielmehr ist für ihn der gedrängte oder etwas weitere Stand der Beeren an dem Kamm «in ebenso beobachlungSwertheö Kennzeichen einer oder der andern Sorte, als die Beschaffenheit d«S TlatteS auf der Unterfläche deS RebholzeS ic. So wird man B. unter übrigens gleichen Verhältnissen, die Traube deS kleinen RißlingS nie weitbeerig, und die deS GutedelS engbeerig, im eigentlichen Sinn« deS Worts, antreffen. Wird manchmal eine sonst sehr engbeerige Traube durch das Ausfallen der Beeren etwas lockerer, und eine weitbeerige Traube durch die Fülle ihrer Beeren etwas gedrängter, so kann dieß in der Hauptsache für die Meinung deS Elemente, der auch Best gefolgt ist, nicht entscheiden, auch bürgt daS Urtheil eines der bewährtesten Oenologen dafür, daß man keineswegs irrt, wenn man die Stellung der Beeren an dem Kamme zur Clasjification der Rebsorten benützt, wornach sich diese eintheilen lassen in Reben mit s) dichten, — d) lockeren Trauben, und v ) zottigen — daS heißt solchen Trauben, bei welchen die Beeren an sehr verlängerten Bee- *) Springer, a. a. O. I. Thl. S- 154. 5. C. 54 renstielchen hängen, wie z. B. die roth und schwarz Urban. Der Traubenstiel ist um so grüner als er zarter, und Um so brauner, als er härter ist. Bei schwarzblauen Trauben ist er gewohnlich schwärz» lich. Seine Länge steht gewöhnlich im gleichen Ver« hältniß zu dem großer» oder mindern Druck der Traubenbeeren. Seine Stärke ist nicht immer seiner Länge angemessen. Der an dem Traubenstiele befindliche Knoten ist eine kleine rundliche Erhöhung, wovon man den Stiel gewöhnlich mit Leichtigkeit abschneidet. Vom Knoten bis zur Rebe ist der Traubenstiel gewöhnlich holzig und hart, bei einigen Arten ver« härtet sich der Knoten ebenfalls, bei andern bleibt er biegsam oder geschmeidig. Bei einigen Varietäten entspringt aus denKno, ten ein Träubchen, eine Ranke oder ein Blatt. Mährend der Zunahme der Beeren wachsen am klei« nen Beerenstiele kleine Warzen, die nach Zahl, Stärke und Farbe verschieden sind. Auch der Wulst, welchen der Beerenstiel qn seinem obern Ausgang an demjenigen Punkte bil« det, an welchem er mit dem Kelche gekrönt ist, ist bald mehr bald weniger angeschwollen. 10) Die Trauben-Beeren find bei den meisten Trauben-Sorten unter sich von gleichem Umfang, doch gibt eS Arten, bei welchen 55 die Ungleichheit auffallend ist. Um den Umfang und die Form der regelmäßigen Beerbn zum rve» nigsten relativ bestimmen zu können, scheint eS angemessen, die von Metzger *) angenommenen Gro« ßen beizubehalten, welche ausgemittelt werden, wenn man die länglichten Beeren von der Einfügung deS Beerenstiels bis zur Narbe, die runden aber entweder ebenso, oder von einer Seite zur andern mißt. Kleine Beeren kann man bann solche nen« nen, deren Durchmesser in der Regel nicht über 4Linien, Würtemb. Decimalmaaßes *'), mittlere, wenn diese 5—5j Linien, große, wenn solche 6—6j Linien, und sehr große, wenn er 7 Linien und darüber beträgt. UebrigenS ist eS vergebliche Mühe, wenn man die Große der Beeren von jeder einzelnen Rebenart genau nach Linien bestimmen will, denn bekannt» lich bringt die Witterung und der Standort der Rebe bedeutende Veränderungen in dem gewöhnlichen Umfange der einzelnen Trauben-Sorten hervor. Wenn aber gleich dieser Charakter nicht mit mathe« matischer Gewißheit bestimmt werden kann, so ist er wenigstens relativ immerhin wichtig, weil die Große der Frucht auch in Beziehung auf die Güte und Menge ihres ProductS sehr zu berücksichtigen ist. Der Rheinische Weinbau von Johann Metzger. S. oben. ") Der Würtemberg. Decimal-?»ß zu «o Zollen, verhält sich zu dem alten Pariser Fuß wie 1Z7 »u 144. SS Unreife Beeren (äZrest) nennt man solche, welche nicht dick werden, nie reifen, und keine Kerne bekommen. Einige Arten haben zugleich neben den gewöhn» lichen Beeren mehr oder minder kleine Beeren, die sich vom Agrest dadurch unterscheiden, daß sie vollkommen zur nämlichen Zeit, wie die großen Bee« ren der Trauben reifen» und sie an Feinheit deS Geschmacks noch übertreffen. Beiderlei Eigenschaften sind übrigens nur Folgen der Einwirkungen der Witterung zur Zeit der Blüthe und Zeitigung der Frucht, gegen welche eine Traubenart mehr oder weniger empfindlich ist. Tab.l. Der Form nach sind die Traubenbeeren Ztg-io. s) rund oder kugelförmig, — 11. I>) länglich, ^ 12- e) eyformig. Ferner gibt es solche, welche cl) eyformig länglicht, s) eykugelformig, k) unregelmäßig, x) am Grunde angeschwollen, !>) an beiden Enden verdünnt, oder i) gefurcht, sind. Zig.12. 2h> e Spitze ist zuweilen sehr stumpf, sogar abgeplattet, endlich ist sie nabelformig, wenn sie «ine kleine mehr oder minder bezeichnete Vertiefung hat, welche man Nabel nennt, worin die Narbe den Mittelpunkt einnimmt. Die Farbe der Beeren wurde bis 57 jetzt meistens gegen alle Regeln der Farbenlehre bezeichnet. So gibt es z. B. gewiß weder ganz weiße noch ganz schwarze Beeren. Wir werden, um wenigstens für die Hauptfarben eine richtige Ansicht zu geben, die in den obigen verschiedenen Formen abgezeichneten Beeren, in den colorirten Exemplaren der Ab« bildungen mit den vorherrschenden Farben bezeich, nen lassen, diese sind ») grün, 1») weißlicht gelb, e) citrongelb, l!) fahlgelb, e) roth, t) violet, k) schwarzblau, 5) kupferfarbig. Alle Farbenmischungen der Beeren zu bestimmen, ist kaum möglich, doch bemerken wir hier noch ->) das weißlich grüne, l») das weißlich goldartige, c) bräunlich goldartige, «!) rdlhlich violette. Es gibt Varietäten, deren Beeren an der nämlichen Traube verschiedene Farben zeigen, andere, wo jede Beere zwei quer vertheilte Farben hat, auch bringt manchmal daS Spiel der Natur, an einerRebe, Trauben undBeeren von verschiedener, z. B. rother und weißer Farbe hervor, ohne daß 58 sich dieses Farbenspiel in der Folge an demselben Weinstok wiederholt. Der Duft, (Anlauf) der die Beeren bedeckt, so wie sie reifen, ist sowohl in der Menge als in der Farbe bei einigen Arten ebenso verschieden, wie die Durchsichtigkeit bei den Beeren von hellerer Farbe. ES gibt Varietäten, die sich freiwillig gleich nach der Reife abbeeren. Auch daS Maas der Vertiefung, die nach der Trennung der Beere vom Stiele entsteht, ist cha, rakteristisch. Der kleine Ring, die Franse, zeichnet sich bestimmter an den reifen Beeren, alö an der Blüthe, aus, wenn man sie mit Gewalt von ihrem Stiele trennt. Sehr an der Beere befestigt, eigentlich nur ei, nen Korper mit ihr bildend, sind die Drüsen, wor« aus die Franse zusammengesetzt ist, entweder im Kreise oder im Vielecke um das kleine Grübchen vertheilt, welches der Beerenstiel nach sich läßt, als ob sie so gestellt wären, um den Punkt der Einsen, kung zu verstärken. Durch das Kauen einer Beere kann man besser als durch jedes andere Mittel 1) ihre Härte, 2) ihre Fleischigkeit, 3) ihre Saftigkeit, 4) die Dicke oder Zartheit ihres BalgeS, 5) den mehr oder minder herben, vorzüglich in dem Balge vorherrschenden Geschmack, oder 50 6) daö Süße und Klebende kennen leinen. Die Beere ist um so sieischigter, als sie we« niger Most enthält, daö Süße und Klebende zeigt den Ueberfluß an Zucker ak, daS Herbe einen Ue» berstuß an zusammenziehendem Stoffe, dessen Herbe in den Wein übergehet. Geschmackloßigkeit weiset fast immer auf ein Uebermaaß wässeriger Theile, besonders in etwaS festen Beeren. Ueberstuß an Wasser und SäUre sind unvereinbar mit dem zu gutem Wein nöthigen Zucker-Verhältniß. Nicht so ist es mit dem zusam« menziehenden Stoffe, der häufig vorhanden ist, in der dickbalgigen, und auch in der schwarzen Beere. Trauben mit etwas minder gedrängten Beeren, dickern Bälgen und einer spätern Reife, lassen sich besser aufbewahren. Ebenso die sehr fleischigen, selbst wenn sie fein, balgig sind. Die -Zeit der Reife, oder der Zeitraum, dessen einzelne Trauben«Sorten von der Befruchtung an zu ihrer vollkommenen Reife bedürfen, liefert einen ganz sichern Charakter. Bei der Verschiedenheit der Einwirkung deS ClimaS und der IahreS-Witterung kann übrigens die Reifezeit nicht wohl nach den Monaten, wo solche eintritt, bestimmt werden, sondern eS ist an» gemessener, die Traubensorten in dieser Bezi bloö einzutheilen: 60 ») in frühreife, -1') zur gewöhnlichen Zeit reife, e) spätreife. Die specifische Schwere des MosteS, wie er auS der Traube stießt, hat schon üox«» ciemvnto als ein wichtiges Unterscheidungs-Zeichen der Reb« Asten beobachtet, und daraus die Folgerung gezogen: ' t) daß im Allgemeinen die Güte teS besten WeinmosteS im geraden Verhältnisse zu seinem Gewichte stehe; 2) daß daS Gewicht im geraden Verhältnisse zu der Menge deS Saftes, und im umgekehrten, zu dem wäßrigen Theile der Traube stehe; endlich 3) daß eS Traubenarten gebe, in welchen der wäs- serigte Theil häufiger ist, als in andern. Ueberzeugt von derWichtigkeit dieses Gegenstandes für die Kenntniß der relativen Vorzüge der Rebar- ten hat sich die Gesellschaft für die Weinverbesserung in Würtemberg die Untersuchung der Weintrauben- Arten zur Bestimmung deS specifischen GewichtS und deS Säure-GehaltS deS Mostes zur besondern Aufgabe gemacht. Bereits ist diese Untersuchung von Herrn Ehe, miker Berg in Stuttgart in den Jahren tk25 und 4826 auf 46 in Würtemberg gebaute Weintrauben, Arten ausgedehnt, und die Resultate sind in einer Schrift, betitelt: „Untersuchungen über Obst uud „Weintrauben-Arten WürtembergS nnd der richtigen Leitung der Gährung ihres MosteS vvn kloä. 61 „vl. F. Berg, Stuttgart bei Löflund n. Sohn „1827" dargestellt worden. Da daS specifischeGe, wicht deS Mostes einen ziemlich richtigen Maßstab zur Beurtheilung der relativen Vorzüge der einzelnen Trauben-Sorten gibt, so haben wir nach den eben- dieser Schrift angehängten Tabellen, und der im Jahr 1627 fortgesetzten Untersuchung daS specifische Gewicht deS SafteS von den in guter Lage in der Gegend von Stuttgart erzeugten Trauben nach dem Durchschnitt in den 3 Iahren 1825, 1826, 1627, in dem ClassificationS-Entwurf (Beil. VI») bei jeder Hauptsorte bemerkt, übrigens wird, in Betracht , daß verschiedene Verhältnisse auf die Güte des Mostes einzelner Trauben-Arten einwirken, und die Erfahrung einiger Jahre einen vollkommenen sichern Maßstab nicht geben kann; jene Untersuchung noch einige Zeit fortgesetzt werden. Indessen heben wir aus jener Schrift S. 5 die allgemeinen Resultate auS, welche Herr Berg schon auS den bisherigen Untersuchungen folgert. 1) Je kleiner die Beeren der einzelnen Trauben- Arten sind, oder je dunkler ihre Farbe ist, um so besser wird ihr Most unter übrigens gleichen Ver, Hältnissen. 2) Weintrauben-Arten mit sehr^ großen Beeren werden oft später reif; mehrere ANei§^ü'cher^e, genden eignen sich auS diesem^ Grunde we>"" -5^ unser Clima. 3) Der Gehalt an freier Säure steht m / »/ 02 specifischen Gewicht deS Mostes der verschiedenen Trauben- Arten in keinen» bestimmten Verhältniß, Weintrauben von vielem Zuckergehalt, mit sehr ge- wichtiges Most, können demungeachlet mehr freie Säure enthalten, als andere in einem geringeren Zuckergehalt. Noch verdienen einige Eigenschaften einzelner Nebarten, nämlich die Blume (daS Bouquct), und die Farbe deS Traubensafts als constanteMerkmale um so mehr hier ausgehoben zu werden, da sie bei der Weinbereitung selbst eine nicht unbedeutende Rolle spielen. Sehr zu unterscheiden ist die eigentliche Blume deS Weins von mancher Trauben-Art, von dem sogenannten Bodengefährt, oder dem besondern anfänglich in der Regel unangenehmen Beigeschmack, welcher sich in Folge desEinflußes des BodenS und der Düngung der Weinpflanzungen, oder der Ausdünstungen ihrer Umgebungen dem Beeren-Safte mittheilt. Für daS Einsaugen der fremdartigen Substanzen auS dem Boden oder der Atmosphäre ist eine Rebensorte empfänglicher als die andere, bei allen aber ist der Beigeschmack weit nicht so dauernd, wie die Blume, indem sich jener in de> Regel schon nach einigen Jahren nach dem Einkellern, oft schon nach dem ersten Ablaß deS WeinS wieder verliert. Der natürliche, einzelnen Traubensorten eigenthümliche Geschmack, oder die sogenannte Blume liegt — ebenso wie der angenehme Geschmack mehrerer Obst- KZ arten — mehr im innern Theile der Beeren« haut. Er geht durch den Druck der Kelter, noch stär« ker aber durch die Gährung des Weins mit den Häuten in den ausgepreßten Saft über. Daher bekommen die Weine, welche man mit den Beeren« häuten gähren läßt, immer «in stärkeres und dauer« haftereSBouquet, als diejenigen, welche man gleich nach dem Keltern süß einkellert. Die Blume ist übrigens bei einzelnen Trauben« Sorten bald stärker bald schwächer, bei manchen fast ganz unmerklich. Die stärkst« und gewürzigste besitzt die Musca« teller«Traube und der Muscqt, Gutedel. Bei einigen, namentlich bei dem Rißling und Clevner, wird solche als «ine vorzügliche Eigenschaft deS Weins gepriesen, bei andern ist sie anfänglich weniger angenthm, wie z. B. bei der Velteliner und schwarzen welschen Traube (Trollinger). Die Farbe des TraubensafteS ist in der Regel weiß, selbst bei säiwarzblauen Trauben, von welchen — namentlich von Clevnern, den edleren schwarzblauen Burgunder Trauben ,c. der feinste weiss« Wein he, reitet werden kann, wenn man di« zeitigen Trauben ohne sie zu treten, sogleich auf die Keller bringt, und dann nur den von dem ersten Druck der K«lt«r abfließenden Most sammelt, und süß einkellert. Denn bei den meisten Traubensorten enthält bloS die äussere Haut, welche die Beere umgibt, den Farbestoff, der wie all« natürlichen Farben an den Oberflächc 64 der Korper von der Einwirkung deS Sonnenlichts auf dieselben entsteht. ^ AuS eben diesem Grunde mangelt auch in un- günstigen Weinjahren den gefärbten Traubensorten jene lebhafte Farbe, mit der sie sonst die wohlthätige Einwirkung deö Sonnenlichts schmückt, so wie dasselbe im entgegengesetzten Falle selbst die Farbe der weißlichten Trauben an der Stelle, wo sie der Sonne ausgesetzt sind, durch rbthlich braune Flecken erhöht, welche die Winzer „Kappen" nennen; in andern Gegenden werden die so bezeichneten Beeren „fuchsgeleckte" genannt. Nur bei wenigen Sorten ist nicht nur die Beerenhaut, sondern auch der Saft selbst roth gefärbt, und da dieser Charakter konstant ist, so hat solchen Best *) mit Grund als ein UnterscheidungS-Merk» mal ausgenommen, wenn gleich unter den von ihm classisicirten Reben-Sortsn von der unter dem Namen Fäl ber, ('t inturiei') bekannten Reben-Sorte in der ll. Claße II. Ord. jste Abthl. Nr. 6. nur 2 Ar, ten, die feinhaarige und die italienische Färbertraube unter dem generischen Namen Bluttrauben vorkommen. Diese Darstellung wird genügen, um eine möglichst sichere Grundlage nicht nur zur Kenntniß der wesentlichen Eigenschaften der Weinrebe überhaupt, sondern auch -) A. a. O. S. Sl. 65 e.) für die Classification der culti» virten Rebarten selbst zu bilden. DaS Bedürfniß und die Nützlichkeit einer voll» ständigen Classification und systematischen Beschrei» bung der zahllosen Menge von Reben-Aarietäten ist von den vorzüglichsten Oenologen neuerer Zeit, namentlich Rozier, Chaptal, Iullien, Christ, Spren, ger,c. längst anerkannt, auch fehlt eS nicht anBe« schreibungen und Abbildungen einzelner Rebarten in verschiedenen ältern und neuern Schriften. Elemente hat der Critik dieser Abhandlungen in seinem Werke ein eigenes Kapitel gewidmet, auf welches wir verweisen, indem wir nur die interes, sanieren deutschen Schriften hier anführen, welche in jenem Werke nicht genannt wurden. Diese sind 1) Die nach dem Alphabet geordnete Beschrei, bung deö geschätzten Oenologen, Prälaten Sprenger in Maulbronn, in seiner Abhandlung deö gesamm» ten Weinbaues. Frankfurt und Leipzig bei Mezler 1766. (jetzt Stuttgart) I. Band S. 299-382. (siehe auch IN. „ S. 56—74.) 2) Walters Traubentabelle, in BekmannS Bei, trägen XI. und XII. Heft. 3) Salzmann, Pomologie der Früchten in San» »outzi. Potsdam 1774. 4) Fränkische Sammlung. 2 Bände. 10 St. Pag. 213-219. 5) Suckows Anfangsgründe der theoretischen und praktischen Botanik. v) Corthum Verzeichniß der bei ihm (in Zerbst) ftil stehenden Weinsorten. 7) Fischer, I. E., in Markbreit. Der Fränkische Weinbau auf dem Felde und in dem Keller. Würzburg 1791. 8) Christ, vom Weinbau und Behandlung des WeinS. Frankfurt, Herrmann 1600. S. 18. 9) Sickler, deutscher Obstgarten, worin unter andern im XII. H,st von 1802 ein Reben,Berzeich« nig. nebst einer Abhandlung von Paul Knohl von 166? im AuSzuge gegeben ist, und den Beschrei, bungen einzelner Trauben-Sorten in andern Heften einige übrigens wenig gelungene tvlvrirteAbbilduu, gen beigefügt sind. 10) Christ, F. C., vollständige Pomvlogif. Frankfurt 1809. II. T. 11) Kalb, Anleitung die Weine zu veredeln. 4810. Stuttgart, Sattler. 12) G. St. Ritter, die Weinlehre oder Grund, Sätze des Weinbaues ,c. Mainz 1817. 13) Sebastian Hblbling, Beschreibung der in der Wiener Gegend wachsenden gemeinen Wein, trauben-Arten, aufgenommen in der oben angeführ, ten deutschen Uebersetzung der Abhandlung über den Weinbau von Chaptal, Rozier, Wien bei Degen 1804. S. 237—202. 44) Heintl, F., der Weinbau deS Oesterreich!, schen Kaiserthums. Wien 1821. 67 15) SchmidS Untcrhallungcn auS dem Pflan» zenreiche 17. Bd. S. 334—346. 16) Hbrter, Rheinländischer Weinbau, Coblenz I8Z2. I. Theil S. 63—63. II. Theil S. 60-86. M. Theil 8-12. 17) Franz X. Math, praktische Abhandlung über den steyermarkischen Weinbau. Gräz bei Chr. Penz 1824. Alle diese Schriften enthalten mehr oder we» Niger vollständige Beschreibungen einzelner Rebar» ten, man vermißt aber in den meisten jene gründ» liche und übereinstimmende Darstellung der Cha, rattere, welche, verbunden mit einer bestimmten Nomenklatur, allein einen sichern Leitfaden zu einer richtigen systematischen Zusammenstellung der sich verwandten Varietäten geben kann. Einen umfassenderen Versuch einer systemati, schen Classification der Weinsvrten haben wir dem als Botaniker rühmlich bekannten Herrn Pastor Frege*) zu danken. Diese Schrift unterscheidet sich von den an« geführten einzelnen Abhandlungen dadurch, daß darin die Grundsätze einer künstlichen Classification der Weinreben, wozu der Verfasser nach der Vor, rede S. VI zuerst bei Sukow den Hauptgedanken angetroffen hat, aufgestellt, und hienach 205 Va« *) S. oben angeführte» Werk. K8 rietäten, nach Größe, Form und Farbe der Beeren abgetheilt, beschrieben sind. Wie wir oben schon bemerkten, sind die Große und Form der Beexn zu einer Classification nur in so weit geeignet, als man aussei ordentliche Formen und Großen von gewohnlichen und mit!» leren unterscheidet; durch die Abtheilung nach der Farbe der Beeren werden aber offenbar ganz verwandte Arten getrennt; man wird sich daher über, zeugen, daß dieses ClassisicationS-System noch einer Vervollständigung bedarf. Ueberdieß scheint der würdige Herr Verfasser jener Schrift wenig Gelegenheit gehabt zu haben, die von ihm classi- ficirten Reben-Varietäten selbst kennen zu lernen, und da auch in den von ihm angeführten frühern Beschreibungen die Namen und Charaktere ofterS nicht ganz richtig bestimmt sind, so konnte e» nicht fehlen, daß mehrere Reben, die nur verschiedene Provinzlal-Namen haben, aber eine und dieselbe Varietät sind, als besondere Sorten vorkommen. Einem genialen Spanier, v». NoxaS Elemente ist eS, wie sich der Uebersetzer deS oft angeführten Werkes, Freiherr von MaScon, ausdrückt, besser gelungen „mit zauberischer Hand das Reben-La- „byrinth zu lichten." Unsere Leser, welche seine Schrift nicht besitzen, erhalten schon durch das, was wir oben bei den Charakteren der Rebe aus derselben aufgenommen haben, das gemeinnützigste seines In- 69 haltS, und wir dürfen nur die demselben angehäng» ten synoptischen Tabellen beifügen, um eine klare und vollständige Uebersicht über daS System die« ses Schriftstellers zu geben. So gründlich übrigens Elemente alle zur Kennt» nig der Rebarten dienenden Merkmale dargestellt hat, so beschränkte er sich doch bei der Classisica» tion selbst mehr auf die natürliche Verwandtschaft, indem er die von ihm beschriebenen IW Rebenar« ten Andalusiens nur in zwei Haupt-Abtheilungen: I. Reben mit filzigen Blättern, und II. „ „ haarigen oder fast nackten Blät« tern in 15 Zünften abgetheilt, mit den Unterschei« dungS-Merkmalen jeder Zunft und jeder einzelnen Varietät beschrieb. Ha zugleich jeder Zunft ein generischer Name in spanischer oder lateinischer Sprache gegeben und diesem die übrigen in Spanien gewohnlichen Pro, vinzial-Namen bei mehreren auch die in andern Beschreibungen aufgenommenen Benennungen, so weit sich eine klare Uebereinstimmung der Charak« tere vermuthen ließ, beigesetzt worden sind; so mag eS wohl jedem verständigen Weinpflanzer Andalu« fienS leicht seyn, nach der Anleitung seines gelehr« ten LandSmannS die meisten Rebensorten seiner Provinz nnd vielleicht auch die verwandten Reben anderer Provinzen zu erkennen, und sie der Zunft, zu der sie nach jenem System gehören, zuzutheilen. Für jeden Fremden hingegen bleibt diese für Elementes Vaterland gewiß sehr interessante Re« 70 benbeschreibung in einen undurchdringlichen Schleier gehüllt, und man ist ausser Stande, die in Süd» deutschland gepflanzten Traubensorten darin aufzu, finde», mit Aufnahme einiger überall besonders auSgezeichnetek — z. B. deS MuScatellerS und der GeiSdutte, wovon ersterer unter der t5ten Junft Moscateles, und letztere unter der tüten Zunft TetaS de Vaca vorkommt. Selbst für die L3ste Varietät Zimenensia, welche nach Elemente vom Ufer des Rheins und der Mosel durch Pater Si, mon gebracht worden seyn soll, und die nun als ein« der vorzüglichsten Reben von den Grenzen PortugallS bis zu den Anhohen zu Folucar ver, breitet ist, können wir eine gleichartige Rebenart unter den doch nicht sehr zahlreichen Rebensorten der Rhein« und Mosel-Weinpflanzungen nicht mit Sicherheit erkennen. Elemente's Classifications-System, so trefflich die Grundlagen dazu sind, setzt daher, wie alle natür, lichen botanischen Systeme nähere Kenntniß der be« schriebenen Arten schon voraus, statt das Erwerben dieser Kenntnisse zu erleichtern. Diesem Mangel suchten einige neuere Schriftsteller durch eine künst« kichere Eintheilung abzuhelfen. Giuseppe Acerbi, Direktor der italienischen Bibliothek in Eastel Goffredo (später kaiserl. östreichischer General-Eonsul in Egypten) benützte theils das oben erwähnte Werk von Elemente, theils Frege's Schrift zu einem Versuche der Elassifica» tipn der italienischen Weinreben, dessen Resultat 7l seine neueste Schrift: «llvllo viU il»Iiun« o,i» mate>i»Ii ^ior «erviie slla c.Ia5»itiea«!iu»v inuiiogi a- t!s e »inoiiünii» ^lecvcluti clsl tl:»t«livo lli uua il«-«» 5ilics^io»e gco^ouica äelle viti eto. ^i>i»ilu Giovanni ßilsestii 1825.^ enthält. Mehr dein Frege'schen Plane sich annähernd, wählte er bei seinem System die Farbe, den Geschmack und die Form der Beeren für die Einlhei» lung in Classen und Ordnungen, und die Form der Blätter für die Unterabiheilungen in Gattun« gen, wie die beigefügte Tabelle zeigt, worin bei-r,b.lv fpielSweise die Namen von VA Traubensorten aus dem Gebiete von Valenza in Piemont nach jenem System classificirt, und mit einigen andern Ei, genschaften beschrieben sind, Ausserdem enthält diese Schrift noch andere mehr oder minder vollständig« Beschreibungen von Reben-Varietäten anderer italienischen Provinzen, zum Theil auch bloße Namens , Verzeichnisse pon italienischen und auswärtigen Mebenarten, ohne daß diese im Ganzen gleichförmig nach dem an« gegebenen System und den einzelnen Familien zusammengestellt sind. So verdienstlich dieser Versuch Acerbiö an sich seyn mag, so gibt er unS doch nur den Beweis, daß auch in Italien, wie überall, noch eine grenzenlose Verwirrung in der Nomenklatur der Nebenarten herrscht, und daß, wenn auch sein dem Frege'schen Versuch nachgebildetes System 72 vollständig durchgeführt worden wäre, dasselbe doch, eben so wenig, wie dieses, geeignet seyn würde, die unter verschiedenen Benennungen be» kannten, unverkennbar verwandten Rebenarten ge« hörig zu vereinigen. Unstreitig vollständiger ist daS von Lorenz von Best, Professor der Botanik und Chemie am Joanneum zu Gräz in dem „Versuch einer Ausammenstellung der in Sleyermark cultivirten Weinreben »c. Gräz j8Z6 bei Leykam" in Vorschlag gebrachte Classifications-System. «etta,e Bei diesem System, wovon die Beilage eine nähere Uebersicht nebst den Namen der von Best beschriebenen Steyermarkischen Rebsorten enthält, möchte nur folgendes zu erinnern seyn. Die erste Haupt-Eiutheilung nach der Form der Blätter I. Reben mit zusammengesetzten Blättern, II. „ „ einfache» Blättern, obgleich dem oben angezeigten botanischen Systeme sich annähernd, scheint für die cultivirten Reben keinen praktischen Zweck zu haben. Denn ebenso, wie in Steyermark, ist auch in andern Weinbau« treibend/n Staaten der Petersilien«Weinstock die einzige cultivirte Rebe, welche zusammengesetzte Blätter hat; eS scheint daher nicht nothwendig zu seyn, wegen dieser in der Frucht dem Gutedel fast ganz ähnlichen, nur selten gebauten Trauben« forte, die sich schon durch ihre Blätter von allen 7Z andern Rebarten auszeichnet, eine besondere Haupt, klaffe zu bilden. Die auf jene Haupt-Eintheilung folgende Ord« nung nach der Form der Beeren ist an sich ange, messen, nur hätte zugleich auf die relative Große derselben mehr Rücksicht genommen werden sollen. Auch die in der 2ten Ordnung tsien Abtheilung bezeichneten Charaktere verdienen allerdings besonders beobachtet zu werden. Weniger geeignet aber ist das für die 2te, 3te und 4te Abtheilung angenommenen ^nterschcidungs, zeichen, nämlich die Farbe der Beeren, aus dem schon oben angezeigten Grunde. Ueberdig vermissen wir bei der Beschreibung der einzelnen Sorten neben einigen minder bedeutenden, mehrere andere Merkmale, die gewiß ebenso wichtig, und jeden« falls constanter sind, wie die für die Unter-Abthei, lungen angenommene Blattform, nämlich die Beschaffenheit des Rebholzeö, den Stand der Beeren an der Traube, und die Form der Trauben. Die» sem Mangel vermag die nach dem Vorbild Cle» mentes neugeschaffene Nomenklatur nicht genügend abzuhelfen, welche Best deßwegen für nothwendig hielt, weil man nicht „bei jeder Abtheilung alle „daS GenuS bezeichnenden Merkmale angeben „könne." Allerdings wäre es sehr wünschenswerth, wenn man sich endlich vereinigen konnte, den gleichartig gen Rebensorten neben dem passendsten Provinzial, Namen, einen entsprechenden genetischen Ngmen 74 beizulegen, weil nur auf diesem Wege eine gemeinnützige und bestimmte Nomenclatnr begründet werden kann. Man wird sich aber überzeugen, daß dieß noch zwei sehr wesentliche Erfordernisse voraussetzt. Einmal müßte man sich vorher über ein allgemeines Classificationö - System, so wie dar, über verständigt haben, welche verwandte Rebenarten nach genauer Bestimmung ihrer Charaktere auS dem Reben-ChaoS gesondert, und in einzelne Familien oder Ordnungen vereinigt werden müssen; dann kann eS nicht daS Werk eineS einzelnen Schriftstellers oder einer einzelnen vaterländischen Gesellschaft seyn, die neuen generi- schen Namen zu bestimme»; sondern eS sollten, damit nicht auS der seitherigen Verwirrung eine noch größere entstehe, die geachtetsten Oenologen mehrerer Staaten für jenen Zweck zusammen wirken. Ein solcher für die Vervollkommnung der Am- pelographie gewiß sehr wichtiger Verein sollte sich übrigens zum Grundsätze machen, in einem Fache, daS so ganz der nicht gelehrten Classe der Staatsbürger angehört, wie der Weinbau, jede zu künstliche Terminologie, mithin auch die zur Mode gewordene Erschaffung von Namen, die bestimmt seyn sollen, daS Andenken verdienter Männer zu ehren, zu vermeiden; vielmehr sollte man sich bei der Bestimmung der Namen von Nebenarten mehr an die Natur und den gewöhnlichen einfachen Sprachgebrauch halten, der immer Mittel findet, etwas so zu bezeichnen, daß der gesunde Menschenverstand die Benennung leicht begreifen, und im Gedacht» nisse behalten kann. Einen sehr wichtigen Beitrag hat die Ampelo« graphie durch daö schon berührte neueste Werk deS Herrn Mezger in Heidelberg, betitelt „der rheinische Weinbau" kürzlich erhalten. So wie das Ganze die gediegenen Kenntnisse deS Verfassers im Weinbau überhaupt, und die richtige Beobachtung der verschiedenen ErziehungS, arten der Weinrebe insbesondere beurkundet, so ist auch die hierin enthaltene Beschreibung der rheini, schen Trauben-Varietäten gewiß die vollständigste, welche wir bis jetzt besitzen, nnd dieselbe mußte daher in mannigfaltiger Beziehung auch für den Verfasser dieser Abhandlung um so willkommener seyn, da die freundschaftlichen Verhältnisse, in welche er mit Herrn Mezger zu treten daS Ver, qnügen hatte, ihn zu der Hoffnung berechtigen, daß durch gegenseitigen Austausch fortgesetzter Beob» achtungen der gemeinschaftliche Zweck nur um so früher und vollständiger werde erreicht werden. Wenn übrigens bei dem nachfolgenden Entwurfeiner systematischen Classisication, für welche Hr. Mezger in der Hauptabtheilung nur die Form und Große der Beeren, im übrigen aber daS System des Cle« mente vorzugsweise zur Richtschnur nahm, einige abweichende Ansichten statt finden, so werden diese 76 schon durch die oben angeführten Gründe gerechtfertigt erscheinen. Endlich verdient noch der neueste Versuch einer systematischen Anordnung der vorzüglichsten in den Rheingegenden cultivirten Varietäten deS Wein« stockS von Herrn Professor Dierbach in Heidelberg, welchen ein von vr. Schlechtendal herausgegebenes Journal für die Botanik „die im III. Bd. S. 142 u. f. f. enthält, einer besondern Erwähnung. Der Herr Verfasser theilt die Formen der Weinrebe zuvorderst nach der Größe und Höhe deS Wachsthums in 2 Sectionen: a) niedrige (kumiliore»), d) hohe (elstiores). Zum weitern Unterscheidungszeichen wählt er, wie Mezger, die Form der Beeren, und als letztes Trennungsmittel nimmt er die Güte deS WeinS an. In letzterer Beziehuug bemerkt er selbst ganz richtig, daß daS, »vaS davon in seiner Abhandlung vorkomme, als rein brtlich betrachtet werden müsse, weil Trauben-Sorten, die am Rhein ein sehr schlechtes Getränk liefern, in wärmeren Gegenden ein ganz vorzügliches gewähren können. Denselben bedeutenden Einfluß, welchen cli- matische Verhältnisse auf daS Produkt deS Wem» stockS ausüben, äußern aber auch nach bewährten Erfahrungen, Lage, Bvdenbeschaffenheit und Er- jiehungsart auf dessen Wachsthum. 77 So geHort z. B. der Rißling in den meisten Weinpflanzungen am Rhein, nach jener Einthei» lung, allerdings unter die erste Sectivn der nie» drigen Reben. Aber welch ein bedeutender Unterschied ist da« gegen nach der Versicherung eineS sachverständigen Beobachters *) schon in den vom Rheinthal nicht weit entfernten Rißling-Pflanzungen an der Mosel wahrzunehmen. Dieselbe Rißlingrebe, welche an den Gebir» gen deS RheingaueS arm an Holz und starken Wurzeln ist, und deßwegen beim Schnitt überall kurz gehalten werden muß, wächst an der Mosel so üppig, daß ein gewöhnlicher Stock 7 Bogen» reben und, wo möglich auch noch 7 Zapfen dazu erhält, und in manchen Orten, z. B. in Graach, dfterS eine Hohe von 14—15 Fuß erreicht, so daß man genöthigt ist, bei der Leese hohe Stühle oder Bockleitern zu gebrauchen, um die hochhängenden Trauben herabholen zu tonnen. Auch in dem Mergelboden der Rißlingpslan» jungen am Neckar wächst diese edle Rebe weit kräftiger, als am Rhein, und nicht selten findet man schon an dreijährigen Stocken 6—7schühige Ruthen. Noch üppiger als der Rißling treibt der Ort, lieber, welchen der gedachte Entwurf ebenfalls Stehe den kleinen Rlßllng von Carl Girlz S. 2Z. 78 unter die niedrigen Reben ^hlt, in den Neckar» gegenden in das Holz, und welch schöne hohe Lauben die Rebe deS ebenso classificirten Silva» ners (besonders deS schwarzen) in humusreichen Boden bildet, davon zeugen manche Pflanzungen an Wohnungen und Gärten, selbst in den Umge» bungen von Heidelberg und Mannheim. Diese Beispiele werden die Ueberzeugung ge» währen, daß die Große und Hohe deS Wachsthums der Weinrebe kaum mit Sicherheit als Ab» theilungSart für eine nur auf einen kleinen Bezirk beschränkte Beschreibung der Varietäten benützt; für eine allgemeinere Classisikation hingegen, und als erstes UnterscheidungS,Zeichen noch weniger als die Form der Beeren gewählt werden kann, hin» sichtlich welcher wir unS auf das oben Gesagte be, ziehen. Wir gehen nun, nachdem wir die bisherigen Versuche einer Classification der Rebarten, welche wir mehreren achtungSwerthen Schriftstellern ver» schiedener Staaten verdanken, beleuchtet haben, auf unsere eigene Ansichten über diesen Gegenstand über. Weit entfernt, für dieselbe die Anerkennung irgend eineS besondern Vorzugs vor jenen in An» spruch nehmen zu wollen, bitten wir unsern Plan als einen ebenfalls noch nicht vollendeten Versuch zu betrachten, der im wesentlichen sich auf die Grundlage der oben angeführten, zum Theil sich verwandten, Systeme stützt, und nur daö einzige 7S Verdienst haben soll, die Lücken auszufüllen, die wir oben bemerkten. Wir glauben die Abände, rungen, die wir vorschlagen, durch einige Motiv« rechtfertigen zu müssen. Die Wahl der Mittel, die zur Erweiterung der Kenntnisse der Rebarten dienen, muß Haupt, sächlich auf den rein praktischen Zweck gerichtet werden, diese Mittel sollten daher ebenso untrüg, lich, als einfach und für jeden auch nicht wissenschaftlich gebildeten Mann von natürlichem Wer, stände, leicht faßlich seyn. Wir müssen demnach, so viel möglich, denselben einfachen Weg wählen, auf welchem der gewöhn, liche Weingärtner ohne botanische Kenntnisse sich in den Besitz der Kunst gesetzt hat, seine Pfleg, linge, mit denen er sich durch lange Bekanntschaft vertraut machte, fast zu jeder JahrSzeit wieder zu erkennen; indem wir die anerkannt konstanten auf, fallenden, und die Mehrheit der Rebarten umsas, senden Charaktere voranstellen, und wenn wir auf diese Weise die verwandten Rebsorten in Classen und dann in Zünften oder Ordnnngen vereinigt haben, erst bei diesen die minder auffallenden und minder konstanten Merkmale beschreiben. Wir müssen ferner, so lange sich die Oenologen noch nicht über eine bestimmte Nomenklatur vereinigt haben, denjenigen Namen sür die einzelnen Arten und Abarten wählen, welche da, wo sie die vor, herrschenden Traubensorten sind, der gangbarste, und nach dem Urtheil sachverständiger Weinpflan» «0 zer der passendste ist, dabei dürfen wir aber nicht versäumen, die Provinzial-Namen, so weit eS immer möglich , ist, unter Benennung des LandeS, wo solche gebräuchlich sind, und unter Himveisung auf die in andern Schriften vorkommenden Redende- schreibungen beizufügen, auch kann eS nur zu dem oben angedeuteten wünschenSwerthen Ziele führen, wenn etwa auch die lateinischen Namen, die andere Schriftsteller schon früher gewählt haben, denjenigen Rebarten beigesetzt werden, über deren Identität kein Zweifel mehr vorwaltet. Nach diesen Prämissen entwickeln wir nun daS von den bisherigen Entwürfen in einigen Beziehungen abweichende, aber an sich sehr einfache ClassificationöSystem. Für die I. Haupt-Abtheilung dürfte mit Grund nach dem nachahmungswerthen Beispiele des Elemente die Beschaffenheit deS Blattes auf der Oberfläche und der Unterseite als ein nach ^Seite4l) meistens constanter Charakter, der sich in seiner verschiedenen Eigenschaft bei jeder Rebsorte leicht erkennen läßt, gewählt werden, nur wären der bestimmteren Bezeich, nung wegen statt 2, 4 Classen, nämlich: I. Blätter, oben fein behaart, II. Blätter unten wolligt (behaart), !U. Blätter fast nackt, oder solche, wo di» Här« kt chcn nur an dem Blattgrunde oder den Ner« ven sitzen, IV. Blätter unten filzig, anjunehmen. Jede Reben - Varietät hat nun, wie wir aus der obigen Beschreibung der Bestandtheile ersehen, ausser den oben angezeigten noch andere mehr oder minder konstante Merkmale, durch welche sie sich von den übrigen Arten unterscheidet. Vermögen wir nun diese Merkmale richtig auf, zufassen und darzustellen; so muß eS auch möglich seyn, die Classen in Ordnungen (nach andern in Zünfte oder Familien) die Ordnungen in Arten und Abarten einzutheilen, ohne daß man, wie dieß bei mehreren der obengedachten Classifications-System» geschah, immer nur ein und dasselbe Merkmal, wie z.B. die verschiedene Form, Größe oder Farbe der Beeren zur Unterabteilung benützt, wodurch häufig eine Trennung offenbar verwandter Rebarten in verschiedenen Unterabtheilungen veranlaßt wird, statt daß jede besondere Abtheilung alle Varietäten ent» halten sollte, die ihr nach ihren allgemeinen und besondern Kennzeichen angehören. UebrigenS kommt hier sehr in Betracht, daß man bei bloßen Varie, täten nicht die gleiche Auswahl von einzelnen auS< gezeichneten Merkmalen, wie innerhalb der umfassenderen Grenze natürlicher Gattungen findet; da, her sind bei jener in der Negel mehrere oft an ver, schiedenen Theilen eines Gewächses befindliche Merk» male zu ihrer systematischen Classification noth. ß2 wendig, und man muß öfters an scheinbar unbe< deutende Kennzeichen sich halten, um die Trem nungslinien genau zu bezeichnen. Die UnterscheidungS-Merkmale, nach welchen die Unter «Abtheilungen der Rebarten bestimmt werden können, begreifen nach den Resultaten der oben entwickelten Beschreibung der Bestandtheile deS WeinstockS, theils ») wesentliche und konstantere Verschiedenheiten, nämlich t) die Form der Traube, und die Stellung der Beeren an derselben, 2) die Form und Große der Beeren und deS TraubenstielS, 3) die ausgezeichnete Eigenschaft deS Bee, rensafteS, 4) die verschiedene Zeitigung der Traube; theils haben sie b) minder wesentliche, oder weniger konstante Verschiedenheiten, nämlich die Beschaffenheit des RebstockS, 2) den Knoten-Abstand an dem Rebholze, 3) die Oberfläche und die mehr oder weniger wechselnde Form des Blattes, und deö Blattstiels, 4) die Dauerhaftigkeit der Blüthe, 5) die übrigen Eigenschaften der Traube, und 6) die übrigen Eigenschaften der Beeren zum Gegenstand. ' Erstere, die wesentlichen Verschiedenheiten, die- 6Z nen ihrer Natur nach, zu der Abtheilung der Classen in Ordnungen, letztere aber zur Unter, Abtheilung der Arten und Abarten, und ans diese Weise wird, wie wir uns in der Anwendung überzeugen werden, die Vereinigung der unter sich verwandte» Arten, von selbst sich bilden, ohne daß eS noch weiterer Abtheilungen bedürfte, die daS Ganze nur verwickelter machen würden. Um den Forderungen einer systematischen Voll» ständigkeit zu genügen, müßte sodann die Beschrei, bung neben der Benennung der Arten und Abar, ten, mit Rücksicht auf die ausgestellten Grundsätze, die besonderen Eigenschaften t) des Rebstockö, 2) des Rebholzes, 3) der Blätter,- 4) der Blüthen, 5) der Trauben, 6) der Beeren, nach dem oben entwickelten Systeme des Elemente. (S. die synoptische Tabelle) für jede einzelne Varietät umfassen, in so weit nämlich jene nicht bereits durch die Classifikation bestimmt angegeben sind. Aber auch in diesem Falle bedarf eS bsterS einer nähern Bezeichnung der besondern Eigenschaft ten, weil sich daS ClassisikationS«System, der nothivendigen Einfachheit wegen, nur auf wenige Hauptmerkmale beschränken muß. UebrigouS gebietet die Vorsicht, so viel m S4 lich, überall nur nach eigenen, sorgfältigen Beobachtungen zu verfahren, und hiezu z. B. für daS Rebholz und die Frucht, nur die Periode ihrer vollkommenen Zeitigung und für die Blatlform vorzugsweise die untern Blatter, die einen bestimmter« Charakter, als die jüngere haben, zu wählen. Ferner ergibt sich aus der Natur der Sache, baß zur Bezeichnung der relativen Große der Beeren die vollkommensten und üppigsten Trauben weniger, als die von mittlerer Große, den richtigen Maßstab geben, und daß dabei auf die nach den Jahrgängen verschiedene, größere oder gerin« gere Fülle Rücksicht genommen werden muß. «eil»,» Der beigefügte Entwurf, keineswegs bestimmt, vill. «ne vollendete Classifikation der bekanntesten Weintrauben schon jetzt zu geben, soll nur die Anwendbarkeit deS hier entwickelten einfachen Systems, anschaulicher machen, und ebenso sollen die speciellen Beschreibungen dieser Rebarten, welche in dem zweiten Hefte folgen werden, vorerst nur als Muster dienen, die erst nach fortgesetzter Beobachtung vervollständigt werden können. Wird aber die Classifikation uud Beschreibung der Rebarten selbst mit der möglichsten Vollständigkeit nnd Genauigkeit auf die angezeigte Weise ausgeführt, so wird eS doch, wie schon oben bemerkt, immer schwer, oft unmöglich seyn, die Identität einer Rebensorte, mit der, unter einem andern Provinzial» Namen bekannten Varietät 85 einer entfernten Gegend bloS nach der Bezeichnung ihrer Eigenschaften darzustellen, wenn sie nicht in der Natur, entweder durch Verpflanzung der Re» bei, in einen hiezu bestimmten Muster, Garten, oder durch Versendung der zur Kenntniß nothiven, digen Hauptbestandtheile der Reben, nämlich der Traube, deS RebholzeS (eineS SchnittlingS) und einiger Blatter, oder endlich durch vollkommen treue Abbildungen, einander gegenüber gestellt und verglichen werden kbnnen. Das erste Mittel wird zwar daS sicherste, aber nur für wenige wohlhabende Gutsbesitzer oder In« stitute ausführbar seyn *). Das zweite Mittel würde nur in Verbindung mit auswärtigen Gesellschaften , von Freunden des Weinbaues und auch dann nur selten mit sicherem Erfolge zum Ziele führen, weil eS schwer ist, zeitige Trauben mit Blättern und dem Rebholze auf eine etwas bedeu, tende Entfernung zu versenden, ohne daß sie sich wesentlich verändern. Denn auch bei der an sich etwas kostbaren Versendung der Trauben in Weingeist, wie Cle» mente Seite 379 vorschlägt, und der Blätter und ') I» dem obenerwähnten, ln das Correspondenzblatt der Central-Stelle des landwlrthschaftllche» Vereins, vom Aprll 1827 anfgenoiiimenen Aufsatze des Verfassers, lst elner solchen lntereisanten Rebensammlung gedacht, dle Herr v. Vab» ln Weln- helm bel Heidelberg, angelegt hat.. 36 Schnittlinie in getrockneten Exemplaren wird wenigstens der färbende Grundstoff nie ganz in seiner natürlichen Eigenschaft sich erhalten. Daher scheint, um die Grundlage zu einer anschaulichen und übereinstimmenden Beschreibung und Classifikation der cultivirten Reben zu bilden, die Versinnlichung derselben durch naturgetreue, cvlorirte Abbildungen, daS einfachste und gemeinnützigste Mittel zu seyn. Nur dann kann es aber auch daS minder kostbare werden, wenn man sich bei den Abbildungen auf die für die Weinbe- reitung vorzüglich geeigneten Rebsorten, oder auf solche Varietäten beschränkt, welche verdienen, alö Repräsentanten ihrer Familie dargestellt zu werden. Werden dabei die bekannten, einer Familie oder Ordnung angehbrigen Varietäten unter Bezug auf die abgebildete Mustersorte, und mit Rücksicht auf die abweichenden Eigenschaften, nach dem vorgeschlagenen Systeme beschrieben, so wird nicht nur daS Erkennen der in dieselbe Ordnung gehörigen Abarten, selbst dem gewohnlichen Weinpflanzer erleichtert, sondern es dürfte auch jedem Freund des Weinbaues, der einem solchen wichtigen Unternehmen nur einiges Opfer zu bringen geneigt ist, möglich werden, sich in den Besitz eineS Werkes der Art zu setzen und zu dessen Vervollständigung beizutragen. Eine solche Sammlung soll nämlich in Beziehung auf die in derselben beschriebenen Varietäten, Nicht als geschlossen betrachtet, sondern so 67 eingerichtet werben, daß jede noch nicht beschrie, bene Reben«Varietät, die znr Eintheilung in eine der beschriebenen Familien nach dem angenomme, nen Systeme geeignet ist, mit ihren Unterschei, dungs-Zeichen in die Beschreibung nachgetragen werden kann. Soll übrigens das Ganze in allen Beziehum gen gemeinnützig werden, so muß sich die Be, schreibung der Rebarten, insbesondere auch auf die relativen Vorzüge der einen oder der andern Reb- sorte für die Weinbereitung, die verschiedene Be, Handlung im Bau, die nachtheiligen Zufälle und Beschädigungen, welchen eine Art mehr als die andere ausgesetzt ist, die bekanntesten Landes, Bezirke, wo solche als vorherrschende Sorte gebaut werden, kurz auf alles Wesentliche verbreiten, waS für den Weinbau und den Weinhandel in Bezie» hung auf die Rebarten, von Wichtigkeit ist. Dieß sind die Grundzüge, nach welchen der Verfasser nicht nur die Beschreibung der einzelnen Nebarten, sondern auch die von einem geschickten Künstler begonnenen Abbildungen nach der Natur, in der Absicht fortsetzen wird, solche, wenn daS Unternehmen so glücklich ist, einige Aufmunterung und genügende Theilnahme zu finden, in periodi, schen Heften herauszugeben. Würden in der Folge brauchbare Materialien zur Vervollständigung der einzelnen Beschreibungen, mit Rücksicht auf die systematische Classifikation, geliefert, so könnten solche später bei der Zusam- 88 menstellung deS Ganzen benützt werden, ohne daß die abgesondert gelieferten, colorirten Abbildungen, irgend etwäS in ihrem Werthe verlören. Auf diese einfache Weise konnte insbesondere bann, wenn ökonomische Gesellschaften oder einzelne Freunde deS Weinbaues, zu dem Unterneh« men freundlich die Hände bieten, und dasselbe, fern von vorgefaßter Meinung oder Neuerungssucht, immer nur im Hinblick auf den gemeinnützigen Zweck unterstützen wollten, in kurzer Zeit dem Bedürfnisse einer vollständigen Ampelographie ab« geholfen, und die Dunkelheit, in der dieses Fach bisher befangen war, erleuchtet werben. Druckfehler. S>. Vlll. «,a 1? v. ». l. libereinstimmt st. L»,r«l,istt»i«t<«i. L. 1l ». u, I. l»cinio»» st. l»»«»!»«,. S. 2 u. I. Beeren st. Beere. D 6? Ü. 9 ». ». I. Noe st. 0r. «cilaie Vlll. S. Z unlcr Beeren Z L. ». » >. st. matri«. Classificatio». I. Classe. Blatt, vbe» etwas fei» behaart "), uitten wc »lg wolkig. j. Ordnung. Clevner. 2. Ordnung. Traminer. 3. Ordnung. Müller-Neben. hluüuiccs. Aeußere allgeinel» e Ke » nzeichen. Traube. 4. Ordnung. Vrtllcber. t. lZrlliuIiii. klein, dicht/ einfach, meist evcvliudrisch, manchmal rundlich. klein, dicht, ästig, eyke- gelförmig. Mittel, dicht, einfach, ey- tegelsörmig, kl»niplg. klein, dicht, meist einfach, eykegelförmig. Die Blätter der Reden dieser Elasse sind in dc> Regel auf der ganjcn Ober fläche mit tucjen, mel>> «der weniger haflendeu Härchen oder Wolle bc deck!, weniger ist dieß an dem ordin. Elevne, temerlbar, wo sie sich bei den ausgewachsenen Blät> lern meisten« verlieren Lei dem ?>!>nc xiiicuu bildet dieß ein sicheres UnlerscheidnngS < Zeichen «on dem IVoirie», oder gem. Burgunder. Beeren. klein, .länglich, bisweilen fast rund, düunhäiitlg. klein, länglich, fleischig, dickhäutig. Mittel, rund, gleich, groß- narbig, rothfleifchig, dickhäutig. klein, rund, großnarbig, dünnhäutig. Traubenstiel. kurj, dünn, nach oben verdickt. kurz. länglich. - kurz. Aeitlgnng der Traube. früh. zur gewöhnlichen Zelt. ziemlich früh. sehr früh. Geschmack des Mostes. fei», gewürzhaft- fein, gewürzhaft. süß, wenig Bouguet. süß, wenig Vouquet. Mittleres specifisches Gewicht des MoneS in den Iahren 1825, 25, 27- Arten uiid Abarten. lim lass 10Y0 1080 1) Clevner ,) schwarzblaner edler (krsnc pi nv»u); i») ordln. schwarzblaner; c) weißer. 2) Nuhländer (pincsußri») ; s) kleiner; d) großer, z) Angst Clevner: --) schwarzblaner. i) Trainlner; -) rother; l,) weißer; c) rother Sand Traminer. I) Müller-Rebe, schwarzblaue. i) Ortlieber; ») grüner; b) gelber- 2 > Aenßere allgemeine Kennzeichen. Classificatlon. Heiligung Traube. Beeren. Tranbenstiel. der Traube. II. Classe. Blatt oben kahl, mitcn wenig wollig. j. Ordnung. Mißlinge. klein, sehr dicht, nur klein, rund, bisweilen etkurz. ziemlich spät. pusillae. zuweilen locker, meist einfach, selten ästig, rlnmpig, eykcgelformig. was zusammengedrückt, dünnhäutig, makrig. 2. Ordnung. Velteliner. Mittel, dicht, ästig, pyMittel, meist länglich, lang. ziemlich spät. Nlivlicao. ramidenförmig. dickhäutig, fleischigt. Bei dem großen minder guten Velteliner trifft > man die Unterseite öfters filzig an, diese Sorte bildet sonach den Uebergang zu der IV. Classe. 3. Ordnung. Mittel, zottllch, meist ein, Urben. ^ Mittel, rund, dünnhäulang. zur gewöhnlichen V. vrl>.,.i. fach, walzenförmig. tig. Aelt. 4. Ordnung. Elblinge. Visulae. Mittel, dicht, meist einMittel, rund, biswellen mlttel. zur gewöhnlichen 5. Ordnung. Fürterer. fach, eykegelförmlg. länglich im gedrängte» Stand, dünnhäutig. Zeit. Visitalores. mlttel, meist einfach, dicht, klein, rnnd, znivellen länglich. zur gewöhnlichen 6. Ordnung. kenlförmig. länglich, dünnhäutig. Seit. Malvasier (kleiner). nilttel, meist ästig, eykeMittel, rund, dünnhäutig. länglich. früh. gelförmlg. Geschmack deö MvsteS. sehr angenehm, gewürz- haft. bei vollkommener Aeltl gung der Trauben süß, der anfänglich nicht angenehme Beigeschmack des Mostes verliert sich später. süß, weinigt; wenig Von q»ct. süß, wenig Vvnquet. süß, wenig Vonquet. süß, wenig Bouquet. Mittleres specifisches Gewicht des MosteS in den Iahren 132Z, 26, 27- Arten »nd Abarten. lo?Z 1v92 »089 loSS 108j »080 1) Nheliigauer Rißllng; ») kleiner weißlichter; I)) großer weißer; c) rother; 6) schwarz- blaner. 2) Welsch-Rlßling; s) weißer. 1) Velteliner; s) rother; !,) grüner, großer. 2) Fleischtranbe; (rother Hansen oder kleiner Velteliner.) i) Urben; -) rother; Ii) schwarzblaner. i) Elbllng; ->) weißer edler; b) Grob-Elbling; o) gelber; cl) rother. 1) Fürterer; -) Rhelnfürderer; I>) Wiesethelder. l) Kleiner Malvasier; -) weißer; I-) rother. 2^ Groö schwarz er. Classislcation. Ul. Classe. Blatt, oben und unten fast nackt- t. Ordnung. Burgunder, öui^unllise. 2. Ordnung. Oestreich«. (Silvaner.) 3. Ordnung. Franken. V. IrsnconiD. 4. Ordnung. Gntedel. kolliculii tenuis 5. Ordnung. Muscateller. ^xisnae tliurese. 6. Ordnung. Orleans. >ure1!snae. 7. Ordnung. Italienische (welsche), weitbeerigte. ltsIicD, »c!n!, lsLe äistanti bus. 8. Ordnung. Italienische (welsche), eng beerigte. Il-Iic-e, scini, conkrtis. Aenßere allgemeine Kennzeichen. Traube. Beere». Traubenstiel. Mittel, dicht, zu, veiien et- Mittel, rund, saftig, dünn was locker, einfach, meist walzenförmig, manchmal rundlich. mittcl, sehr dicht, meist einfach, eykegelförmlg. Mittel, dicht, znweilen locker, einfach, eykegel- form lg. groß, locker, meist ästig/ walzenförmig. groß, dicht, meist einfach, walzenförmig. groß, sehr dicht, meist ästig> cylindrisch-kegelförmig. groß, zottlich, ästig, ey- cyilndrisch. groß, dicht, ästig, pyramidenförmig. häutig. Mittel, rund, bisweilen länglich, dünnhäutig. Mittel, rüud, dünnhäutig Mittel, rund, fleischig, dünnhäutig. Mittel, rnnd, dünnhäutig, hartfleischig. Mittel, länglich, ost zusammengedrückt, hart- fleischig, dickhäutig. Mittel, rund, dickhäutig groß, rund, fleischig, dickhäutig. Mittel. kurz. lang. lang, etwas gewunden. Mittel, dick, ziemlich lang, dick. mlttel. lang. 3 Geschmack deS Mostes. süß, etwas Bonquet. süß, wenig Bouquet. sehr süß, etwas Bouquet süß, wenig Bouquet, mit Ausnahme des Muskateller-Gutedelö. bisamduftend. angenehm, welnigt. weinigt. welnigt. Mittleres specifisches Gericht des MostcS l» den Jahren 1825, 26, 27- 10YZ 1089 1087 !08Z !082 loz» Mi 1082 Arten und Abarten. 1) Burgunder (woirie») z »i schwarzer; ><)wclfier. 2) V>1»»»6; ») schwarzer; b) weißer; r) rund- blättriger. 1) Silvaner; «) grüner; b) gelber; r) rother; 6) schwarzblauer. 1) Süßroth; ») schwarzblauer. 2) Methliug; -) grün-gelblicher. z)Hängiing;») weiß-gelblicher; l.) schwarzblauer. 1) Gutedel; ») grüner; i>) gelber; -)Krach»iost; <>) Pariser; <-)frül>er; r) rother; g) königlicher. 2) MliScat-Gutedel; ->) gelblichter. Z) Petersilien-Rebe; ») weiße; >-) rothe. 1) Muskateller; -) weißer; i>) rother; °) schwarzer; >i) blauer;-) grüner. 2) Weihrauch; -) schwarzblauer. i) Orleans; ») weißer; u) grüner. t) Großer Zottelwelscher; ») weißer; i>) schwarzblauer. !) Trollinger; .) schwarzblauer, rothholzlger; >.) gclbhvlzlgcr; -) rother; >i) weißer. 2) Ganssnßler; °) schwarzblauer. Z) Calebs-Traube; -) rothe. 4 Classlficatlon. Aenßere allgei»ei»e Äe» nz eiche ii. Geschmack Mittleres specifisches Gewicht des Mostes Traube- Beere». Traubcnstiel. Heiligung der Traube. Mostes. in den Jahre» 1825, 26, 27- IV. Classe. Blatt, »nten filzig. 1. Ordnung. Bluttraube». I'incloriso. Mittel, dicht, einfach, ev- kegelförmig. Mittel, rund, dickhäutig, mit rothem Safte. kurz. ziemlich spät. säuerlich. 1080 i) Färber; -) schwarzblauer. 2. Ordnung. Cibeben. I>i»cü!iu»v. groß, locker, ästig, e?cp- lindrisch. groß, oval, dickhäutig, fleischig. lang. sehr spät. säuerlich. wzo 1) Geißdntte; ->) weiße; i-) blaue; -) rothe. 2) Clbebenmuscateller; -) weißgelber. 3) Damascener; ->) weißer; >-) blauer. Spitzwälscher; °) weißer; >-) blauer. s) Lagler; ->) weißer. 3. Ordnung. Corintben. Mittel, locker, weist einfach, cylludrlsch. sehr klein, ungleich, rund, dünnhäutig, oft kernlos. kurz. znr geniöhnlichen Zeit. sehr süß. 1090 i) Corinthen; ») größere; l>) kleinere; --) rothe; «>z blaue. 4. Ordnung. Dickte gemciue Späth- trauben. Lervüit»« »citt!» conterli». groß, dicht, ästig, epkegel- fdrmlg. groß, rund, dünnhäutig, hartflclschig. lang. spät. säuerllch, welnlgt. 107S 1) Scheuchner; ») blauer. 2) Wullcnwälsch; ->) schwarzblauer. s) Grübler; -) schwarzblauer (uuächter Alicante). 4) Heiuschcn; -) weißer; i-) gelber; c) rother. 5. Ordnung. Lockere gemeine Späth, traube». Lcrolinae, »ciu» »uliconter. ü>. groß, locker, länglich, ästig, meist epcilludrisch. groß, rund, dünnhäutig. lang. ziemlich spät. wässerig, säuerlich. W6S 1) Räuschling; ->) grünlich weißer. 2) Hndler; -) schwarzblauer; l>) weißgelber. Z) Mi>»L ü gro, xraiu»; ->) weißgelber. Fischtraube; ») weisigelbllcht. s) Lambertraube; -) weiße; i-) saure. 6) Aapfner; ->) rother. 7) Unger (Puyscheere); ») weiße; i-) rothe. Auszug aus der Schrift des Joseph Acerbk von Castelgoffredo über die italienischen Weinreben. (IVIilano per Liovanni 8il'eitrl I8?5. p.ig- 66.) V l ab. VI. Wein 3t n. Weiße Trauben. Mit zauzcn itiunpsc» Blättern- mlt ganzen runden . . mit halb eiiigeschnittenen Mit Muskateller-Gefchmack. Mit runden Beere». mit dreilappigen mlt fünftappigen mit zertheilten. l. I^lalrasia 6! Lxaßna. 2. Vernaisa. z. ^lalvasia dizncz rara. 5. Nal'asia izianca aßßlo- merata. Z. K1»scatelz g. Nuscatlin- na. 7. v/luscatell Iiianco. g. Vva ßrec- Mit länglichen Beeren. I Gefärbte Trauben. Mit einfachem Geschmack. Mlt runden Beeren, Mit langllchten Beeren. Mit Muskateller - Geschmack. ^ Mit läiiglichten 'Mit^rüiidcü Beere». Beere». Mit einfachem Gefchmack. Mir rttttdeu Beere». io II 12 Y. b/lnusratel lii Lxagna. 16 t7 18 t0- ?»' »»,. II liiancliett. 12- ^Iva dura. 13- ^Ignenßa Klan- co-rotoncla. >5- ?as»eretta bisn» ca. !S. ?a»eretta xro,- za. l6k>iet,1z!ool!ziznco. 17. 1'oliai. 13. Anomal» I.» ly. Ora^nuolö blan- co. 20. Nsrt>»in kianco 21.0ourtei, lzlanco. 22. klicans. Iy 20 21 22 2Z 25 2Z. Äb-b. ?5> lerkian. 25. ^lxnenßa disn cs, ovale, eorta, g^lomcrata. 26. ^Ixnen^a liian c» -> corta, rara. 27. Vva kaitora. 28- Loucalo»'oa bianca, rara. 29. tZoircalon-na dianca s^ZIome- rats. Z0-^lßnenxa lzianca lunft». Zl. >VlAnengnn. Z2.I/va Limilin-ns, ZZ. IIva della lerrli kroinci-a. 28 29 AI 35- Nouscatell nero »Zßlo merato. Zg. ^lalvasia nera ag^lo merata- Z6. IVIalvasi's nerapiccola 37. IVIviizcatell rnzso ossia rossa. Z8- ?/Iau»catell ocro raro^ 39. ^lalvaüis rosüiccia. 50. Z>1alvai!s nera rara. 51. v/lootepul! ciaiio. '5 ZZ ^2- Malvazia nera oizjun L-. Z7 Z8 ',9 55- I>»mbru«ca nera spcduncolo ver- lle. 55. Lauronlon. 5l>. I'azseretta nera- W 51 57. kresi». 5?. Oonlsin raro. 59- I^ebliiool nero, 50. ?ane. ZI. Lounarda. Z2. ^uretta. ?Z. vartisin dalla mzno lunßa. 36 53. Vv» lie ßina. 52 55- I.ambr»»c,a nera z pedunrolo r»z»o 55- Anomal» It.» 5S. Ooulsia aßßlo- merat. 57, I.ambruaca ro» za gßßlomerata. x8. I^smliruic» ro» ea rar». 5?. Loucilloo-na nera. 60. Ilarinns aßßlo- mersta. 61- 8crou». 6Z- ^nrä nostrana. KZ. ^nra' l»iono. Mit länglichen Beeren. Traube», die man »lcht beobachte» kennte. 4? 55 5'> 68- kelrncatia. 69. I^amt>v^»ca ncr» vklxnßa. 7V. klilitana. 57 7>. ^nomala Ilt.a 72- Larbera ner» » peduncoln rosz» 7Z. Uarbera nera ,i pelluncvlo verde 74- Lsrliiiri ro»zto g5> Loiirtei» nero 6Z. tlvg sratinna. 6j, Vva (^aro-la. Ü7, ?ßnou. 5» 75. l^iirial I'^»ou. 76. lZailin. 77. ^l^nenxa nera. 78. lZalscliinna. 79- ^nrä traneese. Z0. Larli»in aßglo- inemerato. 8l Dalestru. 82. 8oria. 8Z- Ualitrv. 85- Ilarinna rara. 85. /^nomalg IV.» 86- ?ilura. 87. l?arl>era liianca. 88. liiancliitt mou- «ciiiltii. 8? I »rtioiilantu. 90. ^lal'Siia r» l^iolinn» oera. ?ali. VII. Auszug aUS dem Versuch einer systematischen Zusammenstellung !der in Steyermark cultivirten Weinreben, I>r. Lorenz Edlen v. Best. Erste Classe. Mebfn mlt »usammengesetzten Blättern. 1) Petersilientrauben. Mehrere Blätter auf dem Blattstiele. Zweite Classe. Rebe» mit einfachen Blättern. Erste Ordnung. Trauben mit auffallend länglichen Beereiu 2) Lagler. Schlanke, fast walzenftrmlg-längliche, saftige Beeren. z) Oliventranben. Längllch gestreckte, saftige Beere». 4) Geißtntten. Harlfleischige, schneidbare, längliche, etwaS zugespitzte Beeren. Zweite Ordnung. Trauben mit kugllgen, fast kugligeysirmigen oder ovalen Beeren. Erste Abtheilung. «eereu mit Moschutgeruch »der mit roth«« Soft». s) Muskateller. Blsamdustende Beeren. 6) Bluttrauben, viothsaftige Beeren. Zweite Abtheilung. D»»kelfärbige< blauschwarie, purpurrothe Beere». 7) Varrotraube, Varrorebe. Da« Blatt eckig, «der dreispaltig, unterhalb bleibend filzig. g) Cupanitraube, Cupanirebe. Das Blatt eckig oder dreispaltig , unterhalb haarig, oder feinwollig, y) Katotranbe, Katorebe. Das Blatt eckig, oder dreispaltig, ganz nackt, oder nackt werdend, w) Hammelstranbe, Hamnielsrebe. Das Blatt (durch Buchte») fünftheilig, »iitcrhalb filzig. 11) Kolumelatraube, Kolumelarebc. Das Blatt fünftheilig, unterhalb haarig, oder feinwollig. 12) Garidelitraube, Garidellrebe. Das Blatt fünftheilig, nackt, haarlos. Dritte Abtheilung. Rothe Traube»/ 1Z) Krescentltranbe, Krescentirebe. Das Blatt eckig, «der dreispaltig. 14) Hereratraube, Hererarebe. Das Blatt füufthellig. Vierte Abtheilung. Vlaßfäebige, grünliche, weiße, gelbe Beeren. 15) JohannlStraube, Iohannlsrebe. Das Blatt eckig oder dreispaltig, nnterbalb bleibend filzig. 16) Jsidorstraube, Ifidorsrebe. Blatt wie die vorige unterhalb haarig, feinwollig. 17) Sin>v»stra»be, Sinionsrebe. Blattform wie die vorige, aber nackt oder nackt werdend. 18) Clementetraube, Clementerebe. Blatt fünftheilig, unterhalb filzig. 19) Pllnlustranbe, PlininSrebe. Blatt fünftheilig, unterhalb haarig, feiinvollig. 20) Virgilstranbe, Virgilsrebe, Blatt fünftheilig, haarlos, nackt. Beil. VM Entwurf d«r Klassification von Arten und Abarten des Weinstvcks, welche in den bedeutendsten Weinländern m Weingärten gebaut werden. Cs wird kaum dcr Bemerkung bedürfe», daß die vorliegende Classifikgtio» der Nebe» nach der Beschaffenheit des Blattes auf der Oberfläche an sich nicht geeignet ist, als richtiger Maßstab zur Bestimmung ihrer relativen Norzüge für die Weinbereitmig zu dienen; indessen ergibt sich hienach, daß die I. und I1> Classe die vorzüglicheren Weintrauben —, die 111, Classe gute Wein« und Tafel-Trauben — die IV. Classe aber nur solche Sorten begreifft, welche theils wegen ihrer spätben Aeitignng, theils, wje die Corinthen, wegen ihrer allzukleinen Beeren, für den Weinbau der nördlich gelegenen Länder nicht tauge», und daher aus de» Weiiipflanzungeii, iv? iiM edse Wejne erzeugen will, verbannt werde» sollten. Einen ziemlich znverläsilge» Anhaltspunkt für die Beurtheilung der relative» Vorzüge der Weintrauben jeder Classe »nter sich, gibt hingegen scho» des nach erprobten Erfahrungen angegebene Geschmack und das specifische Gewichs des MosteS der Haupt-Sorten, nnd noch näher werden sich die im zweite» Heft» folgenden specielle» Neben-Beschreibungen über diesen Gegeq- ft«nd verbreiten. ^ Peil. VW Entwurf d«r Klassification vo» lOl) Arten und Abarten des Weinstvcks, welche in den bedeutendsten Weinländern in Weingärten gebaut werden. Cs wird kaum der Venierkung bedürfen, daß die vorliegende Classisikqtio» der Nebe» nach der Beschasfenhelt des Blattes auf der Oberfläche an sich nicht geeignet ist, als richtiger Maßstab zur Bestimmung ihrer relativen Vorzüge für die Weinbereilnnz zu dienen; Indessen ergibt sich hienach, daß die >. uud II, Classe die vorzüglichere» Weintraube^ —, die III. Classe gute Wein« und Tafel-Trauben — die IV. Classe aber nur solche Sorten begreifft, welche theils wegen ihrer fpäthe» Ieitlgung, theils, wse dle Coriuthen, wegen ihrer allzukleinen Beeren, für den Weinbau der nördlich gelegene» Länder nicht taugen, «nd daher ans de» Weittpflanzungen, wo »sän edse Wejne erzeugen will, verbannt werde» sollten. Einen ziemlich zuverläsiigen Anhaitspuukt für dleVeurthei- l>i>ig der relative» Vorzüge der Weintrauben jeder Classe u»ter sich, gibt hl»gege» scho» des »ach erprobte» Erfahrunge» angegebene Geschmack und das specifische Gewicht des Mostes der Haupt-Sorten, nnd »och näher werden sich die im zweiten Heft» folgenden specielle» Neben-Beschreib»».^» über diesen Gege>>- st«»d verbreite». 's'nk. V. Blumenkrone. kugelig vor dem Oeffnen. kreiselförmig (blrnfirmlg). Die welken Staubfäden ! zusammengerollt. wellenförmig. aufrecht. l alle abfallend, mehrere haftend. B l ü Staubfäden. IV. t h e l stark. I c Die Scheibe aufgedunsen, j ziemlich, fallen ab j l wenig. I t stark. ziemlich. wenig. bleiben, bi< sich die Beere färbt, fallen ab, bevor sich die Beere färbt, bleiben nach der Beerenreife. l stark. früh. . j ziemlich. < wenig. spät. welken. issnen sich schnell. „ „ langsam. häufig, viel. zlemlich viel, wenig, sehr wenig. Klein - Beeren. (Beerchen.) Ohne Kleinbeeren. Beerenstiel. (Stieichen.) sehr groß. mittelmäßig, klein. sehr klein. sehr viel, viel. ziemlich viel, wenig, sehr wenig. Warzen. cvllndrisch. ey- cylindrisch. cylindrisch - kegelförmig. epkegelförmig. fast kugelig. unregelmäßig. Traubenstiel. einige- ziemlich viele- viele. Trauben. einfach. zusammengesetzt, sehr zusammengesetzt, ln zwei getheilt. sehr lang, lang. mlttelmä ßiglang. kurz. sehr kurz. ausserordentlich kurz. l groß. . j mittelmäßig, t klein. Träubchen. sehr stark, stark. mittelmäßig stark- dünn. fehr!dünn. > braun, j schwärzlich, f gelblich. kurz. sehr kurz, mittelmäßig lang, lang. sehr lang. hart. biegsam. zart. sehr gedrängt, gedrängt, etwas gedrängt, nicht gedrängt, weit stehend (schütter), sehr weit stehend. sehr viel, viel. Agrest. ^ ziemlich viel, wenig, sehr wenig. Ohne Agrest. grünlich. braun. schwärzlich. fruchtbar am Knoten, unfruchtbar. Wulst. etwas angeschwollen, iemlich angeschwollen, ehr angeschwollen. schr groß. groß. inittclniäßlg. klein. sehr klein. fast gleich. ziemlich ungleich. sehr ungleich. Farbe. blaß. I>cll. dunkel, sehr dunkel- Dle Trennung von Stielchen. Dle bleibende Narbe. lnnner im Mittelpunkte, zuweilen ausser demselben.' hart. schr hart, weich, schr weich. B rund. sast rund. länglich. epförmlg. etwas epförmlg. fast cpllndrisch. ep-kegelförmig. unregelmäßig. am Grunde angeschwollen. an beiden Enden verdünnt. j hart, leicht, freiwillig. sehr fleischig, wenig, sehr wenig. /sehr anSgezelchnet. ^einfach. (welchcd"nStlel)i^"''lch«uSgczeIchnet. an der Beere umfaßt.) eckig. /wenig ausgezeichnet, uiicht bemerkbar. kreisförmig., tfüus n Isechs isieben - /fünf. , facht 1 I sechs, zusammengesetzt ans Drüse». ^ siebe». /acht. VI. e e r e stumpf. sehr stumpf. abgeplattet. nabelfdrmlg. Oberfläche eben. gefurcht. und reistet vom Fleische. (Zleichkegel.) vlel. ziemlich viel. wenig. »lchtS. Valg. dick. sehr dick, fein. sehr fei». grun t durchsichtig, ü». < ziemlich durchsichtig, k wenig durchsichtig. weiß, j «"'..»ich. lk>s: auffallend sichtbar. etwas goldfarbig- aoldfarbla i , i goldbraun getüpfelt, g sarvig. j ^,,liMch. < goldbraun gestrahlt- t ohne Tupfen, ohne Strahle». messinggelb. , mir in der oberuHälfte. > ganz- l schwärzlich, l ( sehr schwarz, ganz < zlcnilich schwarz. < wenig schwarz, mit längs lanseuden Strahlen, die mit anderen braunen wechseln. schwarz. einige vlolet, andere weiß einige roth, andere vioiet, roth und weiß re wcip. ^ c weiß. > eiß. j in der nämliche» Tranbe. daraus entstehet eine Oeffnung. (Grübchen.) Geschmack. abgesondert. /länglich. /«»genähert. /welßgelb. unten vereinigt, ifastkrelsförmig. «entfernt. /braunroth. Kerne. herb. schr herb, saner- sehr sauer, säuerlich, süß. sehr süß. geschmackvoll. gefchmacklvS. fünf. , lang, vier. ^ drei. ' Reise. groß. mittelmäßig, klein. sehr früh. früh. zur gewöhn!. Zelt, spät. schr spät, brau». zwei, i " gewöhnlicher Länge, /bnnt. cinS. / e v keine v kurz. gelblich. 'I'.ilz. IV. N Stock. j dick. I ^ dünn. I. b st Gipfel. dick, dünn. Rinde. t grob. l f fei». j o ck. sehr anliegend, wenig anliegend. Oberhaut. sehr rissig, wenig rissig. Risse der Oberhaut, weit, eng. , früh. Entwicklung der Knospen,? spät. zur gewöhnlichen Zeit. Lebenöperiode. viel. ziemlich. wenig. etwas filzig am Grunde, ganz glatt, glänzend. Zweites Rebholz. (Nebenäste.) KnoSpe». anstecht. wagrecht. kriechend. l'raunrl'thlich. braunweißlich. roth. rothbräunllch. wciiibräuulich. fast gelb. viel. ziemlich viel, wenig, sehr wenig. sehr spitzig, ziemlich spitzig, wenig spitzig. kurz, laug. sehr lang, lang. ziemlich lang. mittelmäsiig. kurz, sehr kurz. einfärbig. bcmackelt am Grunde. , ^ gestreift der Länge nach, lang. mittelm. laug, kurz. sehr filzig, ziemlich fiizl,. wenig filzig. R Knotenabstand, zart. fest. zerbrechlich. Asttrauben. Ohne Asttrauben. Harz. II b h o l weit. stark. ästig. etwas gewunden. / stark. rund. mittelm. weit. Knoten. ! mittelm. stark. eng. fein. gablicht. nicht» gewunden. ^ klein. am Grunde platl gedrückt. Mark. ^viel. cziemlich viel- wenig. SpättranbenanderSpiye. Ohne Spättrauben. viel. ' ziemlich viel, wenig. sehr viel, viel. ziemlich vies. wenig, sehr wenig. viel. ziemlich viel, wenig. Ranken- 'Kuospen-Winkel. zerstreut. den Blättern entgegengesetzt. sehr spitziz. ziemlich spitzig, wenig spitzig- ! einfach, ästig. wenig ästig. sehr groß, groß- mittelmäßig, klein, sehr klein. Die Bucht am Grunde. (Grundbucht.) einfärblg. schillernd. demackelt. Nerven. Blattstiel. fast gleich. ungleich. spitzwinkelig. erweitert. herzförmig. l hell b. < oder grnn. grüngelb. , — gclbgrüii. j dunkel gelb. roth. dünn, stark. fang, kurz. unregelmislg. fast kreisförmig. ganz, fast ganz, gelappt- handförmlg. Zähne. in einerlei Reihe. in zweierlei Reihen. III. B l K t t e r. im Entknospe», immer. bei dem Abfallen. am Rande beim Entknospen, ganz, oder bewackelt vor der Reife, etwas vor dem Abfallen. Lappen. lang. mittelmäßig, kurz. filzig a» der Rückseite zwei, drei, vier. fünf. Oberfläche. s st k u» ga»Z. / sehr spitzig. < spitzig. ^ eingeschnitten. " stumpf. Seltenbuchten spitzwinkelig. ,, „ erweitert. „ „ zugeruudet. „ „ herzförmig. etwas rnnzllch. ziemlich runzlich. sehr runzllch. mit Bläschen. behaart, nackt. f>st glatt, glänzend. sehr- ziemlich. wenig. i sehr. I ziemlich. » » < wenig. f sehr wenig, filzig mit abgesonderten Haaren. haarig Sil» Haare t wenig hastend. . . . . j haftend. k fest heftend. ' kurz. lang. etwas ausgehöhlt, immer eben. bei der Frnchtrelfe. bet dem Blattabfalle. Abfall. sehr früh, früh. zur rechten Zeit, spät. sehr spät. stark, dünn. filzig. haarig. glatt- glänzend. grün-gelbllch. grün-weißlich, gelb-grünlich, gelb-röthlich. hell, dunkel. roth, j das sich ausbreitet, oder nicht ausbreitet, bis an den Grund der Nerven. im weiß. wenig weiß, roth farbig, gelblich. c rechten i j spitzigen i Winkel, mit dem Blatte. Sowrit nur immer klimatische Verhältnisse die Cultur der Weinrebe begünstigen, ist der Weinbau da, wo verständige Rebguts-Be- sitzer für die Bepflanzung der Weinberge nur wenige Reb-Arten mit Rücksicht auf Clima und Bodenbeschaffenheit auswählten, jede Sorte nach der ihr angemessenen Erziehungs-Art behandelten, und die Weinbereitung verständig leiteten, durch einen ausgedehnten Handel mit veredelten Weinen eine sehr ergiebige Erwerbsquelle geworden, während selbst in südlicheren Gegenden, in welchen man ein Gemenge von verschiedenen Reben ohne Beachtung der geeigneten Lage pflanzte, und dem Bau und der Bereitung des Weines nicht die erforderliche Aufmerksamkeit wir.uete, die Verwerthung der Weine in der Regel auf die nächsten Umgebungen sich beschränkte, und die Weinberg-Besitzer oft mit Preisten sich begnügen mußten, welche kaum noch die mühevolle Arbeit lohnten. Ein unbefangener Blick auf die Fortschritte, oder den Zerfall des Weinhandels mancher Länder, sollte daher ebensowohl, als eigene Erfahrung jeden vorurtheilsfreien Wei»l- Pflanzer belehrt haben, daß der größere oder geringere Nutzen des Weinbaues durch eine verständige Auswahl und Behandlung der Reben hauptsächlich bedingt, — SricciusstrÄlZe Z2 - 7407 Vui-mlinAen