372 Anhang.
doch so, daß selbige nicht vollkommen, sondern nur Vzdavon angefüllt wird.
Nun übergieße man 6—8 Loth schwarzes Noggenbrodmit Vz Quart guten starken Esstg, so daß selbiger sichso vollkommen wie möglich hineinzieht, und setze diesesmit Essig getränkte Brod, so wie auch den noch nichteingezogenen Theil des Essigs, dem vorgenannten Ge-menge zu und schüttle Alles recht wohl unter einander.
Man binde nun die Oeffnung der Flasche, ohne siemit einem Stöpsel zu verschließen, blos mit einer starkenfeinen Leinwand zu und setze solche im Winkel in dieNähe eines Stubenofens, der täglich gcheitzt wird, undzwar etwas hoch im Zimmer, weil daselbst die höchsteTemperatur zu sein psiegt, und man wird nach einemZeitraum von 8—10 Wochen, wenn die Wärme anhal-tend und ununterbrochen ist, auch noch früher, das ganzeFluidum in einen sehr schönen scharfen Essig umgeändertfinden, der sich durch farbenlose und wasserklare Beschaf-fenheit, sowie durch einen überaus reinen und angenehmensauren Geruch und Geschmack auszeichnet, und dem feinstensranzösischen Weinessig an die Seite gesetzt werden kann;er kann sodann in fest verschlossenen Flaschen aufbewahrtwerden, nachdem er von dem darunter liegenden Satzabgegossen worden ist.
Dieser Essig ist anfangs ein wenig getrübt, er klärtsich aber bald von selbst auf; so wie man seine Klä-rung dadurch befördern kann, daß derselbe entwederdurch einen Filzbeutel oder auch durch einen Filtrumvon Druckpapier filtrirt wird.
Gefällt es indessen Jemanden, diesen Essig lieberweingelb von Farbe zu besitzen, so ist es hinreichend fürjedes Quart desselben Quentchen Zucker, der vorhermit etwas Wasser aufgelöst worden ist, in einer kleinenPfanne bis zur Entstehung einer kastanienbraunen Farbezu versieben den Rückstand in einer hinreichenden Portiondes vorigen Essigs aufzulösen, und von der erhaltenenTinktur nun jenem Essig, bevor selbiger filtrirt worden,