Anhang. 373
so viel beizumengen, bis dessen weingelbe Farbe her-vorgekommen ist.
Wer nach dieser Vorschrift jenen künstlichen Weinessigim Großen anfertigen will, kann ganz nach derselbeneinfachen Methode operiren, da aber der Uebergang ge-dachter Mischung in Essig, bei größeren Massen weitschwerer erfolgt, weil solche von der erforderlichen Wärmenicht so durchdrungen werden können, so ist es rathsamin diesem Falle das Gemenge in kleinen Fässern zu 15,20, oder 30 Quart Inhalt anstellen, solche gemeinschaft-lich in einem besondern dazu geheitzten Zimmer die saureFermentation überstehen zu lassen und dann endlich dengebildeten Essig auf ein größeres Faß abzuziehen, auswelchem derselbe sich klären kann.
Läßt man das gesäuerte Brod nebst einem Theiledes trüben Essigs im Gefäße zurück, so ist es hinreichendvon Zeit zu Zeit ein Gemenge von Honig, Wasser undBranntwein, von dem vorher beschriebenen Verhältnißzuzusetzen, da denn auch dieses nach und nach in Essigübergehet, so daß, wenn nur zum erstenmale der Essigproducirt worden war, derselbe nun gleichsam eine un-versiegbare Quelle darbietet, die ein neues gährungs-fähiges Gemenge von der vorhin beschriebenen Artimmer auf's Neue in Essig wieder überführt.
Bei allen übrigen vorzüglichen Eigenschaften besitztgedachter Essig auch noch den Vortheil der Wohlfeil-hcit: denn aus dem vorher beschriebenen Gemengegewinnt man 6 Quart Essig.
Rechnet man nun als Selbstkosten für 9 Loth Honig1 Gr., für 6 Loth Weinstein 1'/? Gr., für V- QuartBranntwein 4 Gr., so kosten diese 6 Quart Essig zu-sammen 6 V 2 Gr., also das Quart IV ,2 Gr. — Denzur Säuerung erforderlichen Essig kann man hier gar nichtin Anschlag bringen, da solcher wieder gewonnen wird.
Wer endlich diesen Essig in etwas großen Massenvorräthig bereitet und solchen nach dem Abzapfen einige
17