Was würde demnach die Folge sein, wenn Mittel- and Süddeutschland in den Stand gesetzt wurden,diese Artikel für ihren Eisenbahn-, Industrie- und Bansbedarf unter ebenso günstigen Bedingungen zu bestehenwie Norddeutschland ?!
Was würde die Folge ähnlicher "der noch erheblicherer Tarifermässigungeu für den Export nach Tyrol,
der Seil« ei/, Frankreich und Belgien sein, lind welelie Verkehrsvcrgrüssi-rung, welche Voll heile Hessen .sieh
gewinnen durch einen Rückverkehr in landwirthschaftlichen Producten und in Mineralien, wenn dieselben alsItückfraohi in den sonst leer heiinkidirendeu Kohleuwagen /.u massigen Tarifsätzen, sagen wir etwa zur Hälfteinlry zu Zweidrittel des Betrages für die Hinfracht, transportirl würden?
IS. Und nun erst Norddentschland betreffend, woselbsl die auswärtige Consurrent in Bisen, Stahl,Kohlen, Kokes und fast sämmtlichen Fabrikaten so viel directer und schärfer auftritt als im Süden, und.angesichts der veränderten Richtung in der Handelspolitik, eine Ermässigung der Si*IIt^tko^tt'ii zu doppeltCbteteiischor Notwendigkeit macht) wie lässt sieh da genügende Antwort finden auf die Fragen:
a. Warum besitzen Frankreich und Belgien, welche nach wie vor ihre Schutzzölle aufrecht erhalten,
auf kurzen Entfernungen von 1 20 Kilometer so viel niedrigere Eiseubahutarifsätze für den
Transport von Rohmaterialien, insbesondere Bolcher, wie die Eisen- und Stahlindustrie sie verarbeitet,als Deutschland v
h. Warum kann der Frachtsatz für Eisenerz, Kalkstein und sonstige, /ur Herstellung von Roli- oderMasseleisen verbrauchte Rohmaterialien, nicht /.um mindesten dem niedrigsten Tarife gleich gestelltwerden, welcher für den Transport von Kohlen besteht V oder, warum lässt sich nicht ein besondererAusuahuietarif für den Transport aller derjenigen Rohmaterialien einführen, welche die Eisenindustrieverarbeitet, um dadurch, nicht allein für die Industrie, die uaohtheiligen Folgen der weilen Entfer-nungen zn paralysireu, mit denen dies,.Ihr im Vergleich zu Euglaud und Belgien in Deutschland zukämpfen liat, Bondern auch, im Interesse der Eisenbahnen seihst, das Mittel zu gewähren, die vorhan-denen Hochöfen im Betrieb, und Deutschland dadurch im Stande zu erhalfen, wenn auch nicht zuexportiren, so doch wenigstens seinen eigenen heimischen Bedarf an Masseleisen und Uohstahlselbst zu decken '■
Es ist als Tliatsache erwiesen, aher vielleicht nicht genugsam als solche bekannt, tlass
ein grosser Theil der Eisenerze durchschnittlich nur :>n 15% renrerthbarer Bestandtheiloenthält, wahrend dies bei der Kohle bis zu 05°/o der Fall ist. Es giebl aber auch Eiseugruben,welche, obschon sie nach der besonderen (tüte und dem Vorkommen ihrer Eisenerze ebenfalbsehr wohl betriebsfähig und daher geeignet wären, der umwohnenden Bevölkerung Beschäf-tigung und Erwerb zu sichern, dennoch vom Bezug völlig ausgeschlossen sind, weil derProcentsatz der verwert hlmreii Bestaudtheile ihrer Erze hinter diesem Durchschnitt zurückbleibtund es denselben somit unmöglich wird, die gegenwärtigen hohen Sätze der Bahnfraoht zu tragen.
e. Warum können Dünger und andere, der Bodenverbesserung und Oultivirung dienende Stoffe, wie
Mergel, Kalk etc., — Hochofenschlacken und anderes Material für Strassenbau und Wegeverbesserung
nichl auch für weitere Entfernungen und als Hin- oder Rückfracht in vollen Zugladungen zu Tarif-sätzen transportirl werden, wie sie die Bedürfnisse des Landbaues, behufs (icwillllllltg neuer (Jultur-streeken. Vermehrung der laudwirthsohaftliohen Produotion und Erleichterung ihres Absatzes sodringend erheischen P
d. Warum können Massel- oder Roheisen, Stahl und Halbfabrikate verschiedener Art, welche in unbe-deckten Wagen und vollen Wagenladungen zum Versandt gelangen, nicht den bestehenden geschlossenenKohlenzügen angehängt und auf diese Art ausnahmsweise zu dem Tarifsat/, für Kohlen versandtwerden, um so dem vaterländischen Ö6Werbetleiss die Concurrenz mit gleichen Artikeln zu ermöglichen,die zollfrei vom Auslande eingeführt werden V
Ich fürchte eine wahrheitsgetreue Beantwortung vorstehender und ähnlicher Fragen würde etwa wiefolgt ausfallen:
I. Weil man noch immer dabei beharrt, Eisenbahnen, also grosse, öffentliche Anstalten, mit speculativenPrivatuntemehmen und Gewerben zu verwechseln von denen sie doch gänzlich verschieden sind.