Druckschrift 
7 (1891) Quellen zur Geschichte der Fürstenbergischen Lande in Schwaben vom Jahre 1470 - 1509
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

A

ZUSÄTZE UND BERICHTIGUNGEN.

I. No. 7 Anin. 3. Nach brieflicher Mitteilung von Dr. Bück vom 3. Januar 1886 sind die Gebeineder Grafen Kuno und Liutold von Achalm noch in Zwiefalten; sie liegen jetzt im Chore neben dem Hoch-altar unter einem medaillonartig gehaltenen, schwach aus der Wand tretenden Grabdenkmale von Li,uck-marmor in einer Schublade. Da diese Lade leider in diesem Jahrhundert den Verschluss verlor, so warendiese Gebeine zu Ende 1885, als Dr. Bück sie untersuchte, von unbefugten Händen wirr durch einander ge-worfen, teilweise zerbrochen und teilweise verschleppt; doch waren noch die Schädel, die Oberarm- undOberschenkelknochen leidlich erhalten. Nach Dr. Bück, der nach dem Einheitsmodulus des Leonardo daVinci die Körperlänge der beiden Grafen berechnete, war der eine 180, der andere 178 cm. gross. Diebeiden Schädel sind dolichocephal, im innern mit tiefen Gefässfurchen versehen, ein Zeichen, dass die Grafen,als sie starben, schon bejahrt waren. Nach dem Aussehen der Gebeine überhaupt waren die Grafen schöngewachsene Männer. Dr. Bück bezeichnete endlich infolge seines Augenscheins in seinem Briefe die vonihm in seinem Buche über den Bussen S. 22 nach Aussagen eines Tübinger Professors wiederholte Angabe,dass der in Zwiefalten vorgezeigte Schenkelknochen des Grafen Kuno in Wirklichkeit ein Hirschknochensei, als reine Fabel. Auf den Bericht Dr. Bucks hin Hess Seine Durchlaucht, Fürst Karl Egon zu Fürsten-berg, den Verschluss am Grabmale der beiden Grafen sofort wiederherstellen und den Schlüssel dazu demPfarrer in Zwiefalten zur Verwahrung zustellen. Der Steinsarg, in dem die Grafen bis 1694 beigesetztwaren, wurde 1744 bei dem Neubau des Klosters Zwiefalten alserster Stein" hinter den Hochaltar in dieMitte des Baues gelegt. 1694 wurden die Gebeine der Grafen in eine Kapelle übertragen,weillen sie indem alten Grab, wie man gemuthmaßt hat, nimmer wollen ruhen, weillen sie in dem alten Vorzeichen ihrBegräbniß gehabt zwischen dem innern und äußern Kirchenthor, denn zu selber Zeit ist öfters ein großerTumult an dem innern Kirchenthor gehört worden, als man zur Nacht in die Kirchen herein wollte. Daman aber solche eröffnet, um zu sehen, wer da gegenwärtig sei, so ist Niemand gefunden worden, undweillen solches öfter geschehen, so hat man Capitel gehalten, was anzufangen, so ist dann der Schluß er-gangen, es müssen nur die Stifter in einen ehrlichen Ort zu ihrer Begräbniß verlangen, so hat man sichdenn entschlossen, solche in die Kapelle zu übertragen, wie solches geschehen, so ist Ruhe zur nächtlichenZeit worden". S. Württ. Vierteljahrshefte XI, 178179. In der alten Zwiefaltner Kirche waren in derVorhalle noch 1688gleich bei dem Eingang auf beiden Seiten die statuae der fundatorum und anderer Grafenvon Achalm gar schön in Lebensgröße von zierlicher Arbeit neben ihrer Lebensbeschreibung und wohl ge-machten Inskriptionen". A. a. 0. XI. 39.

I. No. 105. Das Or. befindet sich jetzt zu St. Paul in Kärnthen, von wo es uns 1889 gütigst zu-gesandt wurde. Von den Abweichungen desselben von No. 105 sind nur zu nennen: Z. 4. BebinhusinOr.Bebenhusin; Z. 1 und 3 auf S. 71 RudolfusOr. Rvdolfus. Die erste Zeile des Or. endet: fideli II bus,zweite: paren || tumque. Das umgekehrt am Or. hängende Siegel in rotbrauner Maltha ist hier auf derersten Siegeltafel abgebildet; auffallend ist, dass der Verfertiger dieses Siegels, der doch den Löwen aufdemselben so kräftig geschnitten hat, die Umschrift so flach behandelte.

I. No. 154. Das Or. besitzt das Stadtarchiv Villingen. Folgende Abweichungen desselben vonNo. 154 sind zu verzeichnen: Z. 4. hiismancipatiOr.: hiis, que sub regularis obseruantia disciplin ediuinis sunt