VORWORT.
Nach der Vollendung des hausgeschichtlichen Teiles des fürstenbergiscJien Urlcundenbuches undnach der Herausgabe der fürstenbergischen Hausgeschichte durch Dr. Bieder (Tübingen, in Commissionvon Laupp, 1883) trat an das fürstliche Archiv zu Donaueschingen die ehrenvolle Aufgabe heran, auch dieQuellen zur Geschichte der fürstenbergischen Lande in Schwaben bis zum Jahre 1510 zu veröffentlichen,eine Arbeit, deren Leitung 1883 dem Unterzeichneten von Seiner Durchlaucht, dem Fürsten Karl Egonzu Fürstenberg übertragen wurde. Bei der Bearbeitung dieses landesgeschichtlichen Teiles des fürsten-bergischen Urlcundenbuches, zu dem bereits der Vorgänger des Unterzeichneten, Dr. Biezler, zur Zeitk. Oberbibliothekar an der Je. Hof- und StaatsbibliotJiek in Mimchen, ein namJiaftes Quellenmaterialgesammelt liatte, und bei der den Unterzeichneten aucJi der fürstliclie Arcliivsehretär Dr. JoJiannMayerhofer (jetzt Je. Kreisarchivsekretär in Bamberg), dessen NacJifolger Dr. Aloys ScJiulte (seit1. September 1883) und ArcJiivregistrator Anton ScJielble auf das wirksamste in unermüdlicJierWeise unterstützt Jiaben, tvurden selbstredend die erprobten Grundsätze, nacJi denen der hausgescJiicIitlicJieTeil des fürstenbergiscJien Urkundcnbuches von Dr. Biezler Jierausgegeben war (vgl. darüber das Vorwortzum 1. Bande) eingeJialten. Ebenso befolgte der UnterzeicJmete den Plan seines ^Vorgängers, nacJi demVorgange anderer UrJcundenbücJier, z. B. des WirtembergiscJien, nur solcJie Urkunden Jiier aufzunehmen,welche sicJi auf Orte oder Teile des fürstenbergiscJien Standesgebietes x ) bezielien und alle diejenigen unbe-riicJcsicJitigt zu lassen, loelclie von inländiscJien Personen oder BeJiörden ausgestellt wurden, sowie sie nicJitdas fürstenbergiscJie Gebiet mitberühren. Dagegen ivaren die UrJcunden der von der Landgrafscliaft Baareingesclilossenen Orte Waldau, Bräunlingen, Immendingen, sowie die UrJcunden der erst im 18. JalirJi.von der HerrscJiaft LenzJcircli völlig losgelösten Vogtei ScJilucJisee, sollte nicJit das Verständnis der fürsten-bergiscJien LandesgescJiicJite ScJiaden leiden, mitaufzunelimen, denn diese Orte standen jederzeit in engstemZusammenJiange mit dem fürstliclien Hause und dessen Hauptgebiet, der LandgrafscJiaft Baar. Aus dem-selben Grunde mussten wir aucJi die Urkunden der Stadt Villingen und iJires Gebietes bis zu deren Ab-trennung vom fürstenbergiscJien Gebiete, also bis 1326, Jiier berücksiclitigen. Audi diejenigen Nacliträgezum JiausgescJiichtliclien Teile, loelclie Orte des fürstenbergischen Gebietes betreffen, Jiaben tvir gleich an ge-Jiöriger Stelle eingereiJit.
Trotz der eben angegebenen BescJiränkung des Quellenmateriales blieb noch eine so ausserordentliclieFülle an Stoff für den landesgescJiicJitlicJien Teil des fürstenbergiscJien UrkundenbucJies zu bearbeiten, dass
1) Vgl. die von Dr. Weder und Dr. Baumann bearbeitete Karte desselben in Biezlers Geschichte des fürstlichenHauses Fürstenberg. — Die sät 1877 (s. Band I, Vorwort V1U—IX) entstandene Geschichtsliteratur über das fürsten-bergische Standesgebiet und dessen einzelnen Teile ist zusammengestellt in den Schriften des Vereins für Geschichte undNaturgeschichte der Baar und der angrenzenden Landesteile in Donaueschingen, Heft III, 394 und V, 151.