Druckschrift 
1 (1889)
Entstehung
Seite
119
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Historische Wanierung durch die alte Stadt Düsseldorf. 119

was Friedensrichter Hardung ohne weitere Nachweiseerzählt, dass im schwarzen Pferd der englische GesandteLord Petersborough, der als Brautwerber für Jacob II.beim hiesigen Hofe erschien und gleichzeitig der Geheim-rath Dr. von Beckers, der Inspecient (?) der PrinzessEleonora, ihr Absteigequartier genommen haben, wollenwir dahingestellt sein lassen. — Das schwarze springendePferd ist jetzt vom Giebel verschwunden, ältere Leutehaben es noch gesehen. — Nach einer alten Sage wohntehier vor langer Zeit im Hinterhause ein Zauberer NamensPhiladelphia. Er machte einstens eine Wette, um 12 UhrMittags gleichzeitig aus allen 4 Thoren der Stadt zureiten. Und wirklich am Flingerthor wurde er auf einemSchimmel, am Ratingerthor auf einem braunen Pferdegesehen, während er am Benratherthor auf einem Rappen,am Bergerthor auf einem Grauschimmel hinaus ritt. —Weiter erzählte man von ihm, dass er einem BauersmanneGeld ausbezahlt hatte; als dieser nach Hause kam, fander nur Kartoffelschalen in seiner Tasche.

Neben dem „schwarzen Pferd" lag das Haus „zu dendrei Königen" genannt (Nr. 45), das 1632 dem Johannvon Monheim gehörte, der es 1649 verpfändete. 1662 ister noch im Besitz. 1707 verkaufen die Erben Steinbücheldas schon 1697 „zu den drei Königen" benannte Hausan Matthias Simons, dem als Eigenthümer JohannSimon folgte (1738). Bei der Beleuchtung 1746 „hiessees bei der Wittib Simon diesesmahl nicht: Simon dormis?Simon schläfst du? Dan derselben Behausung hatte nichtallein so viele funkelnde Augen offen als Fenstern undLichter daran waren, sondern die von einer natürlichenPoesie gebohrne Versen sprachen auch die Meinung derEinwohnerin mit einer gar verständlichen Zungen aus".1804 ist hier eine Gastwirthschaft, 1814 Avohnte WirthPeter Neunzig, der Vater des von 1848 her bekanntenMed. Doctor Neunzig, hier, später besitzt es TheodorBommel.

„Zum rothen Ochsen", so hiess es im Hause Nr. 47bereits 1702. Im Jahre 1649 besass es der HofschlechterPeter Steinäcker, 1702 verkauft es die FamilieSteinäcker an Meister Peter Fuchs, 1775 übertragendie Eheleute Schopen den „rothen Ochsen" an JohannHeinrich Weyermann, dieser verkaufte es an SchlosserPeter Schmitz, in dessen Familie es bis in die neuereZeit verblieben ist. Später war Jacob SchwengerBesitzer, jetzt Wirth und Brauer Peter Johann Stammen,der auch das Nebenhaus Nr. 45 erworben hat.

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