112 Historische Wanderung durch die alte Stadt Düsseldorf.
und Gesinde wiederum darin im Namen Gottes schlafengangen. Unser Herr Gott will uns weiter sammt allenfrommen Christen von solchen und dergleichen Unglückenbewahren. Dies Haus hat uns viel zu bauen gekostet,ist doch Alles Gott Lob gleich bezahlt worden und dasaus unseren eigenen Mitteln; in wenigen Jahren hat unsGott der Herr wiederum in dem neuen Haus so reichlichgesegnet, dass der erlittene Schaden weit übersetzet wordenist, wovor wir Gott dem Herrn nicht genug zu dankenhaben, vor seine väterliche Erhaltung und Vorsehung.Der Herr unser Gott verleihe uns weiters was uns nothund selig ist.
Wie es kam, dass das Feuer eine solche Ausdehnunggewinnen konnte, erzählt uns das Memorienbuch derKapuziner. Es heisst darin: „1669 war den Sommer hin-durch eine ausserordentliche Hitze und solche Trockenheit,dass aller Orten die Brunnen ohne Wasser und deshalban unterschiedlichen Orten bei entstandener Feuersbrunstein entsetzlicher und jämmerlicher Schaden erfolgte.Düsseldorf erfuhr es leider den 30. Weinmonat, wo Abends7 Uhr ein entsetzlicher Brand entstand, also dass wegenAbgang des Wassers in kurzer Zeit 22 Vorderhäuser undweit mehrere Hinterhäuser in der Asche lagen, bei welchemBrand ein Kapuziner-Frater bei brechender Leiter stürzteund an beiden Beinen sehr verwundet ward; ein Welt-licher, der bei ihm auf der Leiter stand, blieb todt undein Dritter ward bei einem einstürzenden Feuerfang unterdem Schutte zerschmettert. Weil man in Löschung diesesBrandes nicht so sehr den äusserlichen Hülfsmitteln, derenvornehmstes nämlich das Wasser mangelte, als der gött-lichen Hülfe und Güte allgemein zuschrieb, so hat dieNachbarschaft von derselben Zeit an bis zu der gegen-wärtigen Zeit jährlich in der Kirche der P.an obbemeltem Tage dem Allerhöchsten einDankopfer abzustatten sich eifrigst bestrebt."
Wie uns Oberst von Schaumburg in seiner historischenWanderung durch Düsseldorf erzählt, sassen die Nachbarnruhig „im neuen Ritter" beim Schoppen, als der Feuerruferscholl. Ein Gutes hatte übrigens das Unglück, HerzogPhilipp Wilhelm nämlich verordnete, dass der IngenieurDoktors ihm Zeichnungen vorlegen solle, um die Häusernach der Strasse zu mit einer schönen „Faciata" wiederaufzubauen.
Schon 1704 finden wir die Eheleute Doctor jurisJohann von Elberfeld und Catharina Heilersieg imBesitze des Hauses, das sie mit sammt dem Nebenhaus„zum schwarzen Hündchen" ihrem Schwiegervater
Kapuzinerschuldiges
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