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4 Historische Wanderung durch die alte Stadt Düsseldorf.
Nach dem Ableben von Jon. Cornelius Bergrath tritt1800 sein Sohn Adam Bernard Bergrath in den Verkaufdes „schon seit Jahren im In- und Auslande berühmt ge-wordenen echten Senf". Er hatte Wohnung genommenBurgplatz Nr. 351, wo er auch alle Gattung Siegellackund Obladen, ferner brabändische und inländische Spitzen,wie auch alle Arten Zeichen-, Schreibpapier und Schreib-federn verkaufte. — Aus eigener Erfahrung dürfen wirzusetzen, dass auch Bilderbogen, bemalt und unbemalt,„am Burgplatz bei Bergrath" verkauft wurden; wir er-innern uns oft genug das verdriessliche Gesicht des Ver-käufers oder der Verkäuferin gesehen zu haben, wennbei der Auswahl der Bilder in Rücksicht auf unsere Pfennigezu grosse Sorgfalt verwandt wurde. Die Senffabrik istjetzt im Besitz von H. Ditges (A. B. Bergrath sei. Wwe.)..
Den freundlichen Begleiter für die Abirrung vomWege um Entschuldigung bittend, laden wir ihn ein, sichmit uns nach Nr. 1 der Ritterstrasse zurück zu bemühen,um von dort aus den Weg durch die Stadt fortzusetzen.Leider müssen wir hier sofort bekennen, dass wir vonden Häusern 1 bis 9 nichts zu erzählen wissen; es warenund sind noch Hinterhäuser der Strasse Altestadt. Nr. 11,.das Eckhaus, in Ankern mit der Jahreszahl 1698 ver-sehen, war bis vor einigen Jahren von der Hofbuch-druckerei J. Voss und vor hundert Jahren von demSchöffen und städtischen Polizei-Commissar Schauberg,dessen Nachkommen in der berühmten Cölnisehen Buch-händler-Firma Dumont-Schauberg fortleben, bewohnt.
Zur Characterisirung Schawbergs gestatten wir uns.das folgende, vom 22. Jänner 1796 datirte Publikandumwiederzugeben:
Nachricht zum Bessten hiesiger Armen.
Bey den zum Bessten hiesiger Armen in einer ver-schlossenen Büchse,wöchentlich an den Häusern gesammeltwerdenden Geldern, hat sich von langer Zeit her ergeben,dass bei Eröfnung der Büchse falsche Münze, kupferneKnöpfe und Stücker Glass fast stets hin darinn befindlichwaren. — Wollen nun aber einige den Armen keineBeysteuer zukommen lassen; oder wissen sie nicht mehr,welcher sie in einer kristlichen Gemeinde in der Personeines Armen etwas geben; So wollen sie nur den Ein-nehmern der Gelder mit Anständigkeit abweisen, nichtaber mit den Armen nach jetziger Art den Spott treiben,welches in einer gesitteten Gemeinde eine Schande ist.— Den übrigen empfehle ich die hiesige Armen besstens,unter der Versicherung, dass die Gelder durch einMagistratsglied an jene Armen ausgetheilt werden,.
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