Historische Wanderung durch die alte Stadt Düsseldorf.
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Nr. 30 bezeichneten Hause. Bürger Gottfried Esser ver-fertigte dort 1773 „einen solchen Senf, nach hiesigerLandessprache Mostert, welcher von vielen nicht alleingerühmt, sondern auch an weit entlegene Orte versendetwird, die Maass zu 20 Stüber". Nach dem wenige Jahrespäter eingetretenen Tode des Gottfried Esser und alsdas Haus 1777 an die Eheleute Karl Hedderich und AnnaMargaretha Jobs verkauft worden war, musste die Fabrikoftmals ihren Sitz wechseln. Die Wittwe Esser verkaufteden Senf 1777 in der Neustrasse im goldenen Römerund etwas später in der Mertensgasse. Im September1781, nach dem Tode der Wittwe Esser, kam die „be-rühmte Senffabrik" erblich an den im Schlosse wohnendenCastellan Bergrath, „welcher selbige nunmehro fortführt;mit ächter und vorzüglich guter Waar", so publicirte erin den hiesigen Gülich-Berg. Wochen-Nachrichten, „wirdjedermann bei geneigtem Zuspruch in billigstem Preisversehen, es ist aber durch Botten, welche bei ihm Senfzu nehmen die Ordre hatten, Unterschleif geschehen, in-dem sie solchen anderwärts genommen, welches Kennernjedoch leicht bemerken können, um aber solches in Zu-kunft zu verhüten, wird jedem auswendigen, der in Quan-tität bei ihm höhlet, ein gedruckte Adress von ihme mit-gegeben werden, er empfehlet sich dahero nochmalenbestens und verspricht accurate Bedienung".
Im März 1786 hatte er einer zu Cöln aufblühendenConcurrenz entgegen zu treten; er „musste mit Befremdenim Kölnischen Staatsboth lesen, dass in der Schildergassegegen der Kreuzgasse wahrer Düsseldorfer Mostert dieMaass zu 16, 20 und 24 stbr. zu haben seye; dieser Er-dichtung thut derselbe hiermit wiedersprechen und Jeder-mann bekannt machen, dass er nirgend eine Niederlagehabe, sondern bei ihm selbst hier im ChurfürstlichenSchloss gleich am Eingang wohnend, acht und gut jeder-zeit die Maass zu 24 stbr. zu bekommen wäre, wobei erauch Nachricht gibt, woran der ächte ohnverfälschteDüsseldorfer Mostardt zu erkennen ist".
Ein Jahr nachher, im Januar 1787, verlegte JohannCornelius Bergrath die Fabrik aus dem Schlosse nachder Andreasstrasse in „die Stadt Cöln"; in das Höffgens-sche Haus, gegenüber der Jesuitenkirche. Am 19. August1795 starb ihm seine Frau Maria Theresia Bochems,1799 machte er sein Testament, woraus wir notiren wollen.dass der älteste Sohn Joseph Bergrath mit Cordula Schrodverheirathet Avar und Kinder hatte. Ein zweiter Sohnwar Bernard Bergrath, der dritte Kaspar Joseph Bergrathals Kapuziner Frater Damasus.