Druckschrift 
1 (1889)
Entstehung
Seite
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Historische Wanderung durch die alte Stadt Düsseldorf.

Namen, Stand und Wohnung aufmarschiren lassen undzum Ueberfluss noch ein Verzeichniss der Strassen mitihren Häusern, ein zweites Verzeichniss der Behörden,Berufsclassen, Geschäfte u. s.w. und zuguterletzt eine reicheZahl von Adressen hervorragender Gewerbetreibender,die uns ihre Waare anpreisen, geben, lebten damals nochnicht. Es war in der „guten, alten Zeit" eben anders,da fehlten sogar die Nummern an den Häusern. Dafüraber trug fast ein jedes Haus seinen Namen und dem

entsprechend sein Zeichenwir als einzige Wegweisersuchen, wenn wir wissenBier oder ihren Schoppen

an der Stirn. Diese müssenauf unserer Wanderung auf-wollen, wo unsere Väter ihrgetrunken, unsere Mütter dieKaffeebohnen, den Reis, das Brod und Fleisch gekaufthaben, wo logirt, getanzt, Schule gehalten, Zähne aus-und eingesetzt wurden oder auch eine Menagerie zu be-sichtigen war.

Wie billig beginnen wir mit der Strasse, die ihremNamen entsprechend ehedem die vornehmste, wenn auchnicht die älteste war, mit der

Ritterstrasse*).

Wir sind denn auch so glücklich, sofort von demkostbarsten Fabrikat Düsseldorfs, gewissermassen derSpecialität unserer Stadt, erzählen zu können, von dem„Düsseldorfer Most er t". Allerdings verlassen wirhier ausnahmsweise die uns durch die Hausnummern vor-gezeichnete Ordnung, indessen mag die alte Freundschaft.die uns zu dem prächtigen Fabrikat und seinem jetzigenHauptvertreter verbindet, genügende Entschuldigung sein.

Der uns bekannte älteste Fabrikant des jetzt überdie ganze Welt verbreiteten Gewürzmittels wohnte vorlänger als hundert Jahren auf der Ritterstrasse in „derStadt Venlo", in dem 1758 beim Bombardement derStadt durch die Hannoveraner beschädigten, jetzt mit

*) Die hier niedergelegten ,,Häusernachrichten" sind zumgrössten Theile ungedruckten Quellen entnommen. Die grössteAusbeute lieferten die Bücher der freiwilligen Gerichtsbarkeit, welchesich im hiesigen K. Staatsarchiv befinden; Anderes wurde demPfarrarchiv von St. Lambertus entnommen, dann auch haben wirManches dem freundlichen Entgegenkommen des Herrn Guntrumund des verstorbenen Notars Strauven zu verdanken. Von gedrucktenQuellen sind aufzuzählen neben anderen, die Gülich-BergischenWöchentlichen Nachrichten und die Schriften der verstorbenenHerren, .des Notars Strauven und des Obersten v. Schaumburg. —Bei Mittheilung wichtiger Ereignisse soll die Quelle genau angegebenwerden, im Uebrigen sei auf das vorhin Gesagte verwiesen.

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