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nicht auffallen; selbst gewisse Stadtoriginale, ein „Mehl-büdel". ein „hölzerner Teufel" u. s. w., wie ehemals der„scheele Ludewig", dessen treffliches Bildniss im historischenMuseum hängt, können nicht fehlen, so heklagenswerth sieselbst und das Treiben der muthwilligen Jugend auch seinmögen. Wie es in einer rechten Rheinischen Volksstadt seinmuss, sind auch in Düsseldorf die Nachmittage der Sonn- undFeiertage der Erholung und dem Vergnügen ausserhalb dereigenen Wohnung gewidmet. Der zoologische G-arten, Ober-cassel, der Grafenberg, Rath, Hamm, Eller, Ratelbeckund einige andere Punkte sind das Entweder-oder für einengrossen Theil der Düsseldorfer, und Abends geht der „kleine Mann"und der „goldne Mittelstand" gern mit Weib und Kind in einesder herkömmlichen Wirthslokale, je nach Geschmack undBeutel; Häuser wie die von Münker-Kaletsch, zum Löwen,Zweibrücker Hof und viele andere sind dann wie umge-wandelt. Aber, so belebt es auch sein mag, dem Düsseldorferläutet das Lumpenglöckchen im allgemeinen früh, und um10 Uhr wird es meist schon recht still auf den Strassen. Mitden Abendsitzungen in der Woche ist es freilich anders; mankommt erst gegen 9 Uhr und später zusammen, und selbst inden Vereinen beginnen die Vorträge u. s. w. durchweg erst umdiese Zeit, während sie in den meisten anderen Städten dannzu Ende sind; so kommt es, dass um die Zeit des Nachtessensdie beliebtesten Lokale oft fast verödet sind; denn der Düssel-dorfer, der vor dem Nachtessen ausgeht, lässt daheim nicht gernelange auf sich warten. Das nimmt der Kölner schon leichter;aber der Düsseldorfer wohnt auch schon weiter rheinabwärts, undsein Blut fliesst schon etwas ruhiger. Unzählige Einzelheiten inSprache, Haltung, Bewegung geben ihm seinen niederrheinischenAnflug und entfremden ihn dem benachbarten Kölner, der ihmam liebsten den Namen eines Rheinländers absprechen möchte.Auch hierin lebt etwas von der alten Rivalität fort, welcherDüsseldorf sein Entstehen verdankt. Ihre ununterbrochene Nah-rung hat diese Rivalität auf dem Gebiete des Handels gefundenund findet sie heute noch.
Gleich von vorneherein sollte nach Graf Adolfs AbsichtDüsseldorf eine Handelsstadt sein und die Vortheile, die Kölnallein genoss, mit diesem wenigstens theilen. Trotz der landes-fürstlichen Fürsorge war an eine eigentliche Conkurrenz mitKöln in dieser Hinsicht nicht zu denken, und ausgedehnteHandelsverbindungen kamen nicht zu Stande. Die Werft-bauten freilich gehen bis auf den Anfang des 17. Jahrhundertszurück. Den Kölnern verbot man selbst das Hausiren in Düssel-dorf. Erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde