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Düsseldorf und seine Umgebung
Entstehung
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andere Schützenvereine in mehr oder weniger entliehenen Formenzur Seite treten. Seine Geschichte ist mit Düsseldorfs Geschichteausserordentlich enge verwachsen. Die ältesten Statuten, diebisher bekannt geworden, datiren vom Jahre 1435, aber eswaren sicherlich nicht die ersten. Unter dem Königssilber be-findet sich eine Platte, welche die Herzogin Jakoba demVereine schenkte, wie die Inschrift besagt; zu dieser Plattegehört ein gekrönter silberner Papagei*), ein Silber-Plättchenmit erhabenem Heiligenbilde und zwei andere silberne Plätt-chen. Später waren Pfahgraf Georg Wilhelm zu Birken-feld, Kurfürst Philipp Wilhelm, der DeutschordensmeisterLudwig Anton, Kurfürst Johann Wilhelm, (wiederholt)sein Bruder Ludwig, Pfalzgraf (bei Ehein), Karl August(für ihn schoss Pfalzgraf Friedrich bei Ehein), Kurfürst KarlTheodor (Hauptmann Grafen schoss für ihn), Schützenkönige.Fast ununterbrochen aber stand der Verein in hohen Ehren, undihn zu ehren und zu fördern, ist eine Ehrenpflicht für Stadtund Bürgerschaft. Beim Schützenfeste sind auch die Buden-reihen und Waffelwagen und Schaubuden und, was Alles sonstzu einer rechten Volkskirmess gehört, auf der GolzheimerInsel. Sonst finden die Jahrmärkte, Lampenmarkt, Pelzmarktu. s. w., auf dem Carlsplatz statt; ob noch lange, ist zweifel-haft; diejenigen aber, welche darüber zu entscheiden haben,werden wohl bedenken, was sie thun, und wissen, dass es sichum etwas handelt, was leicht abgeschafft, aber nicht wieder-belebt werden kann. Ueberdies soll auf dem Carlsplatz beider Laterne das Grab des Düsseldorfer Urcarnevalshelden„Hoppediz" sein; denn der Carneval ist in Düsseldorf auch festeingewurzelt und immer jung, mag er seinen ersten Präsidentenaus der Künstlerschaft oder recht aus der Bürgerschaft haben;an der Spitze der zahlreichen Carnevalsvereine steht unbestrittender „Allgemeine Verein der Carnevalsfreunde."

Dass es in einer Stadt, in welcher Martinsfest und Schützen-feste und Kirmess und Carneval gefeiert wird, noch tausenderleiEinzelgebräuche giebt, die ihr eigen sind, dass in ihr dieKinderspiele mit ihren uralten Gesängen auf den Strassenund Plätzen ihr Becht haben, dass sich die Radschläger beimEiskellerberg in einem heiligen Eechte gekränkt fühlen, wennsie ihre Künste nicht mehr für einige Pfennige, vielleicht auchohne Lohn, zeigen dürfen, — dies und vieles Aehnliche kann

*) Warum gerade ein Papagei bei den Schützenfesten soallgemein als Ziel üblich war, ist eine ungelöste Frage; noch inder allerneusten Zeit sind die sonderbarsten Meinungen darüberaufgestellt worden.