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Beiträge zur Geschichte von Wissel und Grieth und zur Genealogie niederrheinischer Geschlechter
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Novalzehnten von einem der Stadt Grieth gegenübergelegenen Erbe ein, das der Landesherr zu annektirenbemüht war. 1

Das Resultat, das wir gewonnen haben, ist dem-nach dieses: Sowohl das Clevische Haus als auchdas Kapitel haben von jeher Luthard als Stifter desKanonikates in Wissel angesehen. Das Kapitel hatihn stets als Heiligen verehrt, und die vornehmstenKirchen der alten Grafschaft traten ihm bei. Es wardem Luthard in Wissel ein Altar dedicirt, von dem1413 gesagt werden konnte, dass er von Alters her(ab olim) fundirt worden sei. Zur Errichtung diesesAltares bedurfte das Stift die Genehmigung des Diö-cesanbischofs; nie und nimmer würde dieser aber dieGenehmigung ertheilt haben, wenn das Stift nichtzuvor den Beweis erbrächt hätte, dass Luthard wirk-lich ein Lokalheiliger (beatus) sei.

Den sagenhaft eingekleideten Inschriften zu Wisselund Neuss liegt demnach ein geschichtlicher Kern zuGrunde; es ist zu hoffen, dass dieser mehr und mehrzu Tage treten wird. Was Neuss anlangt, entdeckteRektor Aldenkirchen in der Brüstungsmauer der süd-lichen Empore der heutigen, in den ersten Decenniendes 13. Jahrhunderts erbauten S. Quirinskirche einenbisher unbeachtet gebliebenen Memorienstein, der dortals Deckstein verwandt worden ist und aus einerälteren Kirche herrührt. Dem Character der Inschriftund der Verzierung nach gehört er dem 9. Jahrhun-dert, also der Zeit an, wo das Stift für die Kanonissenzufolge der Inschrift gegründet worden ist. Bei derAustiefung des Fussbodens der Quirinskirche, derwie bei den meisten Kirchen nach und nach erhöhtworden war, stiess man unter der ursprünglichen

1 Siehe Urk. Nr. IV.

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