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Die Befestigungswerke der freien Reichsstadt Aachen
Entstehung
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erneuert, doch die Mauern waren fest und die Bürgerboten dem Könige Wilhelm noch immer Trotz.

Allein ein anderer Feind war allmälig in der Stadtentstanden; der Mangel an Lebensmittel war eingetretenund der Hunger fing an seine Schrecken zu zeigen.Verdorbene Speisen und angefaultes Fleisch wurden mitGierigkeit gegessen, die Kinder riefen nach Brod, welchesihnen nicht gereicht werden konnte, die Frauen undMütter waren in Angst um ihre Lieben, für die siekeine Nahrung mehr hatten. Der Jammer der Frauenwar herzzerreissend; sie litten am meisten unter demDruck der Belagerung. Die Kleider der Einwohnerwaren zerrissen und die Waffen unbrauchbar geworden. '')Obgleich durch Hunger und Entbehrung geschwächt undübermüdet, da sie beständig bei Tag und Nacht aufihrem Posten sein mussten, Hessen die Bürger nicht ab,gegen ein wohlausgerüstetes und verproviantirtes, ihnenan Zahl vielfach überlegenes Belagerungsheer, ihre Stadtauf das tapferste zu vertheidigeu. Zeigte sich ein Bürgerauf den Wällen, so wurde er mit Pfeilen und Bolzenbeschossen und von allen Seiten gehetzt. Doch wederHunger und Elend, noch die häufigen Stürme der Belagererkonnten die Bürger in ihrer Treue und Hingebung fürFriedrich und Conrad wankend machen. Sie übergabendie Stadt noch immer nicht, und wenn sie auch vorher-sahen, dass die Uebergabe nur eine Frage der Zeit war,so wollten sie dem Kaiser so lange als möglich treubleiben.

Doch noch weitere Trübsal stand den Bürgern bevor.

Durch die lange Dauer der Belagerung war Wilhelmsowie seine Genossen ungeduldig geworden und sehntendas Ende derselben herbei. Um dieses sobald als möglichherbeizuführen, wurde im Kriegsrath beschlossen, die

!) Meermann, a, a. 0., I, 270.

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