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Die Befestigungswerke der freien Reichsstadt Aachen
Entstehung
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Schon mehrmals waren die Bürger Aachens aufge-fordert worden, die Stadt zu übergeben und dem Wilhelmihre Thore zu öffnen, da sie doch auf die Dauer keinenWiderstand leisten könnten, man hatte ihnen den Kaiserals von der Kirchengesellschaft ausgeschlossen und Wil-helm als rechtmässigen König vorgestellt, auch ihnen dasElend einer Belagerung, dem sie unterworfen sein würden,geschildert, allein immer vergebens, sie blieben demKaiser Friedrich und dessen Sohn, König Conrad, treu.Hierzu mögen sie wohl dadurch bestimmt worden sein,dass Friedrich und Conrad ihnen häufig Briefe schrieben, l )in welchen sie Entsatz versprachen und sie zur Ausdauerermuthigten. — Als Wilhelm jedoch einsah, dass dieStadt sich nicht ergeben wollte, wurde mit der Belagerungderselben ernstlich begonnen.

Um dieselbe in der Nähe ansehen zu können, schlugder Cardinal Capucio, der im Laufe des Monats Maieingetroffen war, seine Wohnung in dem von den Nonnenverlassenen Kloster auf dem Salvatorberge auf, welcherjetzt den Namen Cardinalsberg erhielt. 2 )

Die vor die Wallmauern der Stadt geführten Kriegs-maschinen der Belagerer wurden in Thätigkeit gesetzt,doch konnten sie dem starken Mauerwerk nur weniganhaben, da durch die Breite der Gräben die Wurfkraftzu sehr geschwächt wurde. Die Nordwestseite, wo trockeneGräben sich vorfanden, war für die Belagerer nochunnahbar, da sie durch die beiden Aussenwerke geschütztwar. Da ohne die Einnahme dieser Werke eine An-näherung der Belagerer an die Stadt unausführbar war,richteten sie ihr Hauptaugenmerk auf diese und machtenmit grosser Anstrengung Angriffe gegen dieselben, dieaber noch immer von den Aachenern zurückgewiesen

') Meermann, a. a. 0., I, 167.'-) Qu ix, die Königl. Kapello, S. 15.