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Fast gleichzeitig' mit der Belagerung von Aachenhatte Wilhelm auch die des Schlosses Kaiserswerth amRhein, unweit Düsseldorf begonnen, dessen Besitz ihmfür den ungehinderten Verkehr mit seinen Erbländernsehr wichtig war. 1 ) Durch die hartnäckige Verteidigungdieses Schlosses wurde Wilhelm lange Zeit aufgehalten,da er nicht über Truppen genug verfügte, um auchAachen anzugreifen ; er wollte jedoch zuerst Kaiserswertheinnehmen, um mit seiner ganzen Macht vor Aachen zuziehen. Daher konnte er auch nicht gleich anfangs dieerforderlichen Truppen vor diese Stadt legen, um siezu belagern, sondern nur bewirken, dass derselben dauernddie Zufuhr abgeschnitten wurde.
Um Geldmittel zur Belagerung von Aachen zu erlan-gen, verpfändete Wilhelm die Stadt Duisburg, deren Pri-vilegien er am 29. April 1248 bestätigt hatte, an seinenVerwandten Walram von Limburg für 1200 Mark, 2 ) unddem Grafen von Geldern, Otto III., die Stadt Nimwegenfür 16 000 Mark fein Silber; ferner verkaufte er inZiericksee an zwei Bürger die Fleischbänke. 3 ) Der Papstunterstüzte ihn mit 30 000 Mark Silbers. 4 )
Wilhelm war nun mit den nöthigen Geldmittelnversehen und hatte der Papst auch für einen Zuwachs anTruppen gesorgt. König Ludwig IX. von Frankreichhatte nämlich einen im Jahre 1248 auszuführenden Kreuz-zug gelobt, welchem sich auch viele Niederdeutscheanschliessen wollten. Auf Ersuchen Wilhelms gestatteteder Papst, obgleich ihm die Eroberung des heiligenLandes sehr am Herzen lag, dass der Cardinal Capuciodiejenigen von dem Gelübde, einem Kreuzzuge beizu-wohnen, entband, welche Wilhelm bei der Belagerung von
1) Mo er man n, I, 232.
2) Ebendaselbst, I, 244.8 ) Ebendaselbst, I, 253.
4 ) Hangen, Gesch. Achons, I, 167.