Druckschrift 
Die Befestigungswerke der freien Reichsstadt Aachen
Entstehung
Seite
39
Einzelbild herunterladen
 

39

Besitz der Krönungsstadt Aachen zu setzen, welche demFriedrich anhing. Die Aachener jedoch wollten von Wil-helm Nichts wissen, schlössen ihm ihre Thore und eskonnten weder seine Bitten noch die Ermahnungen Ca-pucio's sie in ihrer Treue gegen Friedrich wankendmachen; selbst der Kirchenbann, mit dem sie belegtwurden,') war hiergegen ohne Wirkung. Jetzt blieb Wil-helm, um sich in Besitz von Aachen zu setzen, nichtsmehr übrig, als die Stadt zu belagern.

Die Aachener, in Voraussicht der ihnen bevorstehen-den Belagerung, hatten sich vorbereitet; sie verbessertenund vermehrten ihre Befestigungswerke und warfen ander Südseite, wo noch keine "Wallmauern sich befanden,breite Gräben aus, a ) die mit Wasser gefüllt wurden, underrichteten mit Palissaden versehene Erdwälle. 3 ) Auch legtemau zwei befestigte Aussenwerke an, wovon das eineetwa 150 m nordwärts vom jetzigen Langen-Thurm unddas andere etwas südwestlich vom äussern Pontthorgelegen war. Diese Werke hatten die Aufgabe, den Feindmöglichst lange von der nordwestlichen Seite der Stadtabzuhalten. Wahrscheinlich waren dieselben aus Holzund ad hoc ausgeführt und mit Gräben umgeben, da sie,wie wir aus Folgendein sehen werden, nur mit grosserAnstrengung genommen wurden. Von ihren Verbündeten,dem Grafen von Jülich, nahmen sie Unterstützungstruppenin ihre Stadt auf. 4 ) Im Dezember 1247 legte WilhelmTruppen vor die Stadt, um ihr die Zufuhr abzuschneiden. 5 )

') HoL'somiiis, Hist. Pontif. Lood. in Chapeaville. Iiist.Leod. H, pag. 276.

2) Meyer, Aach Gesch. Bd. I, S. 2S2, § 2. Meermann.Gesch. des Grafen Wilhelm von Holland, I, S. 269.

:i ) Ebendaselbst.

*) Quix, die Königl. Kapollo, S. 16.

5 ) Mathäus Parisius, hist. major, p. 741. Boi Struviicorpus hist. Germ.