Druckschrift 
Die Befestigungswerke der freien Reichsstadt Aachen
Entstehung
Seite
9
Einzelbild herunterladen
 

Bürgern eidlich geloben, innerhalb eines Zeitraumes vonvier Jahren dieselbe mit Mauern und Befestigungswerkenzu umgeben-. Die Annalen der Stadt Aachen berichtenhierüber zum genannten Jahre: Aquenses ab imperatoricominoniti iuraverunt in IUI annis muro et menibus civi-tatem munire. ') Nach der Fassung- dieser Mittheilung derAnnalen scheint es, als ob die Aachener schon früherdem Kaiser die Ausführung von Befestigungswerken ver-sprochen, bis dahin aber ihr Versprechen nicht gehaltenhätten, weshalb er, ihrem blossen Versprechen nicht trauend,sich nun ihr erneuertes Versprechen beschwören Hess. Esmag dem Kaiser bei seinen Absichten nicht mehr zweckent-sprechend erschienen sein, die grösstenteils in Ruinen lie-gende Pfalzburg wieder aufzubauen, und er glaubte, dieKrönungsstadt durch einen äussern Mauerring besser alsdurch den Wiederaufbau der Pfalzburg geschützt. Hierbeischeint er erwogen zu haben, dass bei einer befestigtenStadt im Falle einer Belagerung das Interesse der Bür-ger in Mitleidenschaft gezogen werden würde, und dieseihren eigenen Heerd mitzuvertheidigen hätten, was, wennblos die Pfalz zu vertlieidigen wäre, nicht in dem Maasseder Fall sein würde. — Als Gegenleistung für die Anlageder Festungswerke verlieh der Kaiser der Stadt zweiJahrmärkte, Zollfreiheit für die Kaufwaaren sowie eineMünze. In der hierüber ausgestellten Urkunde 2 ) wirdAachen königlicher Ort, locus regalis, genannt.

Somit war die Befestigung der Stadt beschlossen undder Zeitraum, in welchem die Arbeiten an derselben fertigsein sollten, auf vier Jahre festgesetzt worden. Ob dieBürger sich von dem Umfange und der Grösse der auszufüh-renden Arbeiten ein Bild gemacht hatten, -dürfte, bei der

') Qu ix , Beitrage, II, S. 173; Codox diplomaticu&i Urk. 100.2 ) Quix, Gesch. der Stadt Aachen, I, 68.