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Die Befestigungswerke der freien Reichsstadt Aachen
Entstehung
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entwickelt, in welchem ein reges Handwerks- und Han-delslebeu sich entfaltet hatte. Es musste daher besondersder von Gottfried von Löwen geschehene Einfall denBürgern eine unangenehme Erinnerung daran gewesensein, dass ihnen noch die Befestigung fehle, umsoinehr,als andere Städte bereits eine solche aufwiesen oder inBegriff standen, eine solche zu erlangen. Bie Wohl-habenheit der Einwohner des Orts') Hess dies nochmehr empfinden, und wenn auch der bedeutende Brandvom Jahre 1146 auf eine Zeitlang den Wunsch, eine Be-festigung zu haben, in den Hintergrund drängte, so mussteer doch bald wieder hervortreten. Bie allmälig stattfin-dende Bildung der Gemeinde Hess umsomehr die Befesti-gung erwünschen, als die Einwohner sich als Bürgerfühlten, denen eine abgeschlossene Stadt zustehe. Auchfür die Sicherung ihres Guts mögen die Bürger mit Rechteine solche gewünscht haben. Es mag daher diesen sehrwillkommen gewesen sein, als Kaiser Friedrich L, derRothbärty der Nachfolger Conrads III., mit der Stadt be-züglich der Befestigung in Unterhandlung trat, besondersda ihr auch durch die Anlage einer Umwallung ganzbedeutende Privilegien und Vortheile geboten und vonFriedrich verliehen wurden.

Bie Begünstigungen, welche der Kaiser den Aachenerngewährte, waren für diese von höchster und weitesttra-gender Bedeutung. Obgleich die deutschen Kaiser im All-gemeinen der Entwickelung und dem Aufblühen der Städteabhold waren, so sah doch Friedrich L, um seine politi-schen Pläne durchzuführen, sich genöthigt, mit der Krö-nungsstadt Aachen, der Stadt, in welcher auch Karl d. Gr.,der Stifter des. Reichs, begraben lag, eine Ausnahme zumachen. Um sich jedoch des Besitzes der Stadt für im-mer zu versichern, Hess er sich im Jahre 1172 von den

i) Bock, Rathhaus, S. 103.