Druckschrift 
Die Befestigungswerke der freien Reichsstadt Aachen
Entstehung
Seite
5
Einzelbild herunterladen
 

führt, um das Reich zu schützen. Als solche Grenz-befestigungen oder Burgen bezeichnet man die Eresburg,Sigisburg, Fritzlar, Fiilmen an der Weser, Bremen, Magde-burg-, Halle, Erfurt, Regensburg u. a. m. ') Aus diesenGr'enzfestungen sind später meist bedeutende Städte her-vorgegangen.

Die Königshöfe und Pfalzen der Franken erhieltennie eine Befestigung. Wohl waren die Gebäude dieserAnlagen in einer Weise gruppirt, dass sie einen grossenHof bildeten, welcher an den Stellen, wo die Gebänlich-keiten nicht aneinander stiessen, durch eine Mauer abge-schlossen wurde. So haben wir auch die hiesige Pfalzmit einer solchen Mauer abgeschlossen uns zu denken.Hierzu geben die von Karl d. Gr. erlassenen Verordnungen,die Pfalzpolizei betreffend, Veranlassung. 2 ) Diese Mauerbildete keineswegs eine Befestigung, sondern diente nurdazu, den Hof gegen aussen abzuschliessen, in derselbenWeise, wie es noch jetzt an den meisten Bauernhöfen ge-schieht und bildete ebensowenig eine Befestigungsmauerwie diese. Es dürfte daher unrichtig sein, wenn mehrereGeschichtsschreiber behaupten, 3 ) dass die karolingische Pfalzbefestigt gewesen sei. Ebenso wie Rom zur Zeit derKaiser keine Befestigung aufwies, weil angenommen wurde,dass die Grenzen des Reichs zu weit von der Stadt ent-fernt lagen und daher keine Gefahr für diese vorhan-den wäre, verhielt es sich auch mit Aachen. Fast in-mitten des Reichs des grossen Kaisers gelegen, bot esdurch seine Lage völlige Sicherheit für die Bewohner ;

') Krieg v. Hoch fehlen, Militär- Arcliitectur S. 193.Anm. 2.

2 ) Capitul. de discipl. pal. Aquisgr. in Baluzius Cap.Reg. Franc, p. 341 ss. Ed. Par. 1780.

3 ) Bock, die mittelalterlichen Bofestignngsworko Aachens,S. 2 in Rheinlands Baudenkmale, III. Sorie. Krieg v. Hoch-fei don, Militär-Architoctur, S. 192. f.