Druckschrift 
Die Befestigungswerke der freien Reichsstadt Aachen
Entstehung
Seite
4
Einzelbild herunterladen
 

sein, den Ort, selbst wenn er befestigt gewesen wäre,erfolgreich zu vertheidigen, dahingegen lagen Jülich undMaastricht als grössere Waffenplätze in der Nähe, vonwelchen aus erforderlichen Falls die hiesige Niederlassungmit Nachdruck geschützt werden konnte. Zudem warden Eömern zur Zeit, als Soldaten von der VI. und XXX.Legion hierselbst ihr Standquartier hatten, der Besitz derhiesigen Gegend völlig gesichert, und war daher, umdiesen Besitz zu erhalten, keinerlei Befestigung erfor-derlich. Die römischen Soldaten konnten hauptsächlich nurhier sein, um den Bau der Thermen auszuführen. Es istgeschichtlich nachgewiesen, dass die VI; Legion, als sievon Aachen fortzog, nach Brittannien ging, ') wo sie zuBath wieder eine Therme erbaute, welche im vorigenJahrhundert aufgefunden und biosgelegt wurde.

Die Franken, welche nach Abzug der Bömer zumdauernd festen Besitze der hiesigen Gegend gelangten,wurden durch die hiesigen warmen Quellen und die nochvorhandenen Ruinen der römischen Thermen veranlasst,bei der noch hier vorhandenen von den Eömern gegrün-deten Niederlassung einen Königshof zn errichten, derspäter durch Karl d. Gr. zu' einer ausgedehnten Pfalzerweitert wurde. 2 ) Zu diesen Bauten hatten die Euinender Thermen in ausgiebiger Weise das Baumaterial her-gegeben. Die Franken, sowohl unter den merowingischenals unter den karplingischen Königen, hatten nicht denBrauch, ihre Niederlassungen, welche im Innern desEeichs lagen, wie es mit dem hiesigen Orte zutraf, mitBefestigungswerken zu versehen, nur an den Grenzendes Eeichs, an den Stellen, wo der Feind einen Einfallin das Eeich ausführen konnte, wurden solche ausge-

') Ebendaselbst 171.

2 ) Rh oon, die karolingisehe Pfalz zu Aachen, Aachen1889, S. 4G ff.