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Die Befestigungswerke der freien Reichsstadt Aachen
Entstehung
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festigungen herzustellen pflegten, und die nach Vitruv')so dick sein mussten, dass auf denselben zwei bewaffneteMänner sich bequem ausweichen konnten, sowie auch vonden ausserordentlich kräftigen Thürmen, welche zum Schutzdieser Mauern angelegt wurden, sind hier nicht die gering-sten Spuren aufgefunden worden. Da aber weit schwächereMauern in ihren Fundamenten vielfach und zwar nochvöllig erhalten aufgefunden wurden, so dürfte anzunehmensein, dass Befestigungsmauern in der oben erwähntenStärke der Auffindung nicht entgangen sein würden. 2 )Wenn auch eine Ala der VI. Legion 3 ) vom Jahre71 bis 91 n. Chr. hier stationirte, sowie später eineebensolche der XXX. Legion, die etwa zwischen 101 bis120 n. Chr. hier eintraf und ebenfalls hierselbst ihrStandquartier hatte, 4 ) so ist daraus nicht zu folgern, dasshierselbst sich römische Befestigungswerke befunden ha-ben müssten. Vielmehr wurden diese Soldaten haupt-sächlich zum Baue der hiesigen Thermen benutzt, wiedie vielen, mit dem Stempel der erwähnten Legionen ver-sehenen Ziegel, die in den Ruinen dieser Thermen undsonst nirgends anderswo aufgefunden worden sind, nach-weisen. Die geringe Anzahl von 300 römischen Soldaten,die eine Ala bildeten, würde nicht im Stande gewesen

') Vitruv, arcbitectura, lib. I., Cap. 3.

2 ) Es müssen daher die Angaben des Herrn Generalmajorsv. Veith über das römische Lager zu Aachen und seine Be-festigungen in der Zeitschr. des Aach. Gesch.-Ver. VIII, 112 ff.als unrichtig und als blosse Fiction betrachtet werden. (Vergl.Rhoen, das angebliche Römorlager in Aachen. Aachen 1887.)

3 ) Zeitschr. des Aach. Gosch.-Ver. III, S. 8. (Ala, derFlügel dos Heeres, die FUigeltruppen, zunächst die Schaarender römischen Reiterei, die, regelmässig 300 Mann bei einerLegion, die Linien des Fussvolks auf beiden Seiten deckton.(Georges, lat.-deutsch. Wörterbuch, S. 11.)

■*) Zeitschr. des Aach. Gesch.-Ver. VII, 172.