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Die Befestigungswerke der freien Reichsstadt Aachen
Entstehung
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Bei der Anlage solcher Ortschaften oder Nieder-lassungen war die topographische Lage der Gegend vonhöchster Bedeutung. Bei der Wahl derselben musste vorAllem auf hinreichendes und gutes Wasser, fruchtbareGegend und sonstige Annehmlichkeiten Rücksicht genom-men werden. Aber auch bezüglich der auszuführendenSchutzanlangeu durfte sie keine ungünstige sein ; da durchdie Terrainlage die Befestigung gestärkt oder geschwächtwerden konnte. Nur dann, wenn eine Gegend ausser-gewöhnliche Annehmlichkeiten bot, konnte man dieser we-gen dazu übergehen, einen grössern Kraftaufwand an dieBefestigung zu verwenden, der wiederum durch die er-worbenen Annehmlichkeiten ausgeglichen wurde.

Als eine Gegend, welche vorzugsweise wünschens-werthe Eigenschaften zu einer Niederlassung bot, dürftewohl die hiesige zu betrachten sein. Ihre Fruchtbarkeitund ihr Wasserreichthum, besonders aber die hier spru-delnden warmen Quellen, boten Alles, was für eine Nie-derlage begehrenswerth war, und es ist daher auch anzu-nehmen, dass bereits in der vorgeschichtlichen Zeit Völker-schaften, deren Namen längst untergegangen sind, unsereGegend bewohnt haben. Sind doch an den hiesigen war-men Quellen Steinwafifen aufgefunden worden,') wie sie nurvon den ältesten keltischen Völkern gebraucht wurden.Aber weder von diesen noch von den später in geschicht-licher Zeit hier ansässig gewesenen Eburonen sind Be-festigungswerke zum Schutze des Orts ausgeführt worden.

Als die Römer die hiesige Gegend dauernd eroberthatten, bauten sie hierselbst zur Benutzung der warmenQuellen zwei ausgedehnte Thermen, 2 ) bei welchen eine Nie-derlassung sich bildete und entwickelte. Aber auch dieRömer haben am hiesigen Orte keine Befestigung ange-legt. Von den starken Mauern, aus welchen sie ihre Be-

J ) Lersch, die Ruinen dos Römorb.ides zu Aachen, S. 23.2 ) Rhoen, dio römischen Thermen zu Aachen, S. 13.