— 12 —
bei beiden Hemicephalen. Ich vermutete nämlich, dassauch dort mangelhafte Bildung vorkommen müsste, dasie ja direkt mit dem Gehirn und dem Rückenmark inVerbindung stehn. Ich fand nun, dass bei beiden Hemi-cephalen die peripheren Nerven, sowohl der Muskel- alsHautnerven makroskopisch und mikroskopisch vollkommennormal und markhaltig waren. Bei Hemicephalus Iwurde Plexus brachialis und cruralis bei HemicephalusII nur Plexus cruralis untersucht, da letzteres Präparatmöglichst geschont werden sollte. Bezüglich der Central-ganglien fand ich, dass die vorderen und hinteren Wur-zeln gut gebildet waren. In der Gegend der Brust-wirbelsäule wurden die Wurzeln schwächer, vor allemdie vorderen. Die Chorda equina war bei beiden Prä-paraten gut entwickelt. Die Nervenwurzeln inserierendirect in der den Defect bedeckenden Membran.
Schon Meckel erwähnt bei seiner Beschreibungverschiedener Hemicephalen ein merkwürdiges Verhaltender Nervenwurzeln. Bei einem Falle von Hemicephaliemit totaler Rachischisis entspringen die Wurzeln allerGervical- und Rückenmarksnerven dicht neben einanderin einem Raum, der nicht vollkommen die Länge eineshalben „Zolles" hat. In zwei andern Fällen verlierensich die Nervenwurzeln in die den Defekt deckendeMembran.
Klein beschreibt einen Anencephalus, dem dieRückennerven vollkommen fehlten. Rossi fand ineinem Falle, dass das Rückenmark grau, die Nerven-fäden nicht markhaltig, Zwinger sah die ganze Wirbel-säule gespalten, dennoch das Rückenmark durchausnormal.
Vrolik untersuchte eine Missbildung dieser Art,und fand die peripheren Nerven und die Wurzeln derIntercostalnerven ganz vollkommen entwickelt,
mm
■■■