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ist ein künstlich genährter Stammesgegensatz. Die dreigrossen süddeutschen Staaten vereinen ja auch in glück-lichster Weise Angehörige mehrerer Stämme.
Dass der Rheinstrom die Lebensader des alten Reichesim Hochmittelalter war, ist nicht eine spätere Konstruktion.Der hervorragendste Geschichtschreiber jener Tage, deraus dem österreichischen Markgrafengeschlechte stam-mende Bischof von Freising, spricht es mit klaren Wortenaus, dass wir im Rheinlande im Herzlande des mittelalter-lichen Reiches leben: ubi maxima vis regni esse noscitur(wo bekanntlich die stärkste Kraft des Reiches beruht). DerKönig, am Rhein gewählt, im Rheinland gekrönt, imRheinla^de der Kronschatz, im Kurfürstenkollegium einerheinische Mehrheit, Köln die grösste deutsche Stadt! Diegrossen Reichsfeste und Reichstage auf beiden Ufern desRheines! Drei Jahrhunderte nach Otto von Freising be-gannen die ersten Gefahren für das Rheintal. Ich willderen Verlauf nicht schildern. Aber auf die tiefsten Gründedes deutsch-französischen Gegensatzes möchte ich knappeingehen. Das Reich Karls des Grossen war ein nachaussen hin durch Marken geschützter Staat; solange nochZüge von Völkern die Grenzen bedrohten, Volksheereplötzlich auftauchen konnten, war es nötig, den Schutz desGrenzsaumes lokal einzurichten unter sehr unabhän-gigen Markgrafen. Als nun aber die Teilung des Karo-lingischen Reiches den Körper in 2, 3 nord-südliche Stückezerschnitt, wurden die beiden zwischen ihnen laufendenGrenzlinien nicht mit Markgrafschaften ausgebaut, esgalt ja als völlig ausgeschlossen, dass die christlichen
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