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Aber schon bei dem ehrgeizigen PfalzgrafenJohann Casimir zeigt dieser calvinistischeIdealismus eine bedenkliche Trübung durchrein persönliche und dynastische Motive. Beiseinen Feldzügen für die bedrängten Glaubens-genossen trachtet er als Feldherr und Politikerdie führende Stellung an sich zu reissen undnicht nur Geld, sondern womöglich auch Landund Macht zu gewinnen, in Frankreich Metz,Toul und Verdun, in den Niederlanden dieGrafschaft Flandern, Holland und Seelandoder gar die Nachfolge des grossen Oraniers.Auch im kölnischen Krieg lässt er sich vomErzbischof Gebhard Truchsess das ganze Erz-stift, vor allem die Städte Bonn und Rhem-berg, verpfänden. Und der gefeierte Vor-kämpfer des Evangeliums trug keine Scheu,mit Spanien und der französischen Liga Bünd-nisverhandlungen zu pflegen, mit dem Verratan der eignen Sache wenigstens ein unrühm-liches diplomatisches Spiel zu treiben'). Hattedoch auch sein Vater, Kurfürst Friedrich derFromme, fast unmittelbar nach der Bartholo-mäusnacht den Verkehr mit den SendungenKarls IX. wieder aufgenommen und den Ge-danken einer Allianz und einer Auslieferungder deutschen Krone an das Haus Valoisnicht unbedingt abgelehnt 2 ).
Diese pfälzische Politik hat dann bekannt-
') Die Belege hierfür in den von mir herausgegebenendrei Bänden der „Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir".2 ) Vgl. ebd. I, 98 ff.